Tolle Beschäftigungsideen für unterwegs (Teil 2)

  • 6. Juni 2017

Im ersten Teil unserer Beschäftigungsreihe habe ich dir ein paar Spiele für unterwegs vorgestellt. Hast du ein paar davon bereits beim Gassigehen ausprobiert? 

Du kennst also bereits:

  • Keks-Baum
  • Kegeln
  • Kletterspiele
  • Detektivarbeit

Weiter geht es mit einer vielseitigen Sache die dir hilft, mehr Spaß und Spiel in euer Training zu bringen.

Für’s Hunde-Hirn

Diese Idee eignet sich auch, wenn ihr eure Draußenzeit kurz halten müsst. Gassigehen kann mal sehr langweilig und ruhig gestaltet werden, ab und zu spricht aber auch nichts für ein wenig neues Futter für die grauen Zellen – auch von uns Menschen. Wenn wir Dinge mit unserem Hund gut trainieren wollen benötigen wir einen kleinen Fahrplan. Was wollen wir trainieren? Wie trainieren wir das?
Du weißt schon… “wer nicht weiß wo er hin will, muss sich nicht wundern wenn er ganz woanders rauskommt” und so weiter..

Altes Signal in neuer Umgebung

Suche dir einen einfachen Trick/ ein einfaches Signal aus von dem du weißt, dass es dein Hund normalerweise gut beherrscht. Zum Beispiel:

  • Sitz
  • Handtouch
  • Schau (Bezugsperson angucken)
  • Männchen machen
  • Pfote geben
  • Verbeugen

Dann tust du Folgendes:

▶ Wärme deinen Hund auf

So bekommt er eine Ahnung um was es geht und wird es später richtig machen.

Beispiel Handtouch: 
Frage das Touch zunächst ganz einfach ab. Dein Hund ist ohnehin in deiner Nähe und muss nur den Kopf richtung deine Hand drehen. Mache es ihm erst leicht, so dass er es auf jedenfall kann.


▶Verändere deine Position:

Wenn das in der neuen Umgebung klappt, dann verändere deine Position. Drehe dich seitlich und halte die Hand tiefer. Frage dann dein Touch ab. Klappt es? Super, dann belohne es fürstlich!

Stelle dich breitbeinig hin und halte deine Hand hinter dich, so dass dein Hund zum Touchen zwischen deinen Beinen durchlaufen muss.

Halte deine Hand über einen Holzstapel, so dass dein Hund für das Touch auf den Stapel klettern muss.

Halte deine Hand neben eine Säule oder einen Pfosten, wenn ihr in städtischem Gebiet unterwegs seid.

Wenn dein Hund gesund ist, kannst du deine Hand schrittweise höher halten.

Gerade Hunde die häufig (an)springen nehmen das gerne als Alternative an. Das könnte übrigens auch eine Idee sein, wenn dein Hund bei Begrüßungen gerne anspringt. Wenn ein Handtouch gut aufgebaut und generalisiert ist, kannst du deinen Hund – wenn rechtzeitig abgefragt und auch unter Aufregung geübt – auf ein Handtouch umlenken.


▶ Verändere den Kontext – Generalisiere!

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Was ist Generalisierung?

Wenn du mit deinem Hund ein neues Signal übst, beginnst du vielleicht wie ich häufig im Wohnzimmer. Nehmen wir an, dein Hund lernt auf dem Wohnzimmerteppich “Platz”.

Ohne Generalisierung würde dein Hund sich nur auf einem Teppich – vielleicht sogar nur auf genau DEM Teppich hinlegen. Denn er hat vielleicht den Teppich, das Zimmer und deine Körperhaltung bei der Signalgabe verknüpft. Wenn sich nur ein Element verändert – etwa deine Körperhaltung – ist das für deinen Hund eine völlig neue Übung.

Generalisierung bedeutet also, dass ein Signal in verschiedenen Kontexten geübt wird. In anderer Umgebung, mit anderern Körperhaltung des Menschen, auf anderem Untergrund, in Anwesenheit anderer Hunde usw.

Um ein Signal wirklich zuverlässig aufzubauen ist Generalisierung unablässig. Natürlich musst du das Signal nicht in den absurdesten Situationen üben. Aber teste mal die Situationen, in denen du das Signal im Alltag gerne zukünftig verwenden willst.
Gib deinem Hund die Chance, das Signal auch in neuen Situationen neu zu lernen. So versteht er, dass es immer die gleiche Bedeutung hat, egal wo er ist und egal wie du dich dabei bewegst.

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Verändere also den Kontext, in dem du das Signal abfragst. Passe dich hier aber deinem Hund an und sorge dafür, dass er Erfolg hat. Wir wollen schließlich Spaß haben und keinen unnötigen Frust produzieren.

Du merkst, deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Training muss nicht ernst sein. Habt Spaß, probiere neue Dinge aus, albert herum.

Und wenn etwas mal nicht klappt? Kein Beinbruch. Verändere die Situation etwas und mache es deinem Hund leichter, so dass er Erfolg haben kann.

Schließlich nimmt keiner eine Prüfung ab.

Genießt eure gemeinsame Zeit!

Viel Spaß beim Ausprobieren.