Wie du den Rückruf sofort verbesserst

  • 24. März 2018

Oft schläft der Rückruf mit dem Hund ein. Du merkst, dass dein Hund immer langsamer zu dir kommt oder sogar erst mal stehen bleibt und schaut weshalb du denn jetzt gerufen hast. 

Wenn das bei dir und deinem Hund so ist, dann wird es Zeit, deinen Rückruf nochmal aufzufrischen.

Heute verrate ich dir meine drei Lieblingsänderungen die deinen Hund sofort viel lieber zu dir kommen lassen.

1. Belohne Zurückkommen immer

...auch wenn du nicht gerufen hast.

Wenn es dir wichtig ist, dass dein Hund gerne und oft zu dir kommt, ist der einfachste Weg ihn immer zu belohnen wenn er zu dir kommt. Und wenn es nur zufällig ist.

Dabei muss es natürlich nicht immer die MEGA-Belohnung sein. Aber ein freundliches Lob, ein kleines Leckerchen oder ein Spiel dürfen schon mal drin sein.

Übrigens gilt das auch, wenn dein Hund einmal nicht sofort auf deinen Rückruf reagiert hat. Sollte dein Hund mit Verspätung bei dir eintreffen belohne auch das.

Falls du dich jetzt fragst "Aber dann belohne ich ja, dass er nicht gleich kommt!?" - Keine Sorge. Nein. Überlege, wann hast du gerufen? Das ist schon ein paar Sekunden her. Dein Hund konnte aus irgendeinem Grund nicht sofort darauf reagieren. Dann sind sicher schon einige Sekunden vergangen bis er irgendwann zu dir kommt. Wenn du ihn dann belohnst, kann dein Hund das nur noch mit dem "Zu dir zurück kommen" verbinden. Denn das ist schließlich das, was in den Sekunden passiert ist, bevor du ihn belohnt hast. 

Mit etwas, das bereits 10 Sekunden oder noch länger zurück liegt kann dein Hund die Belohnung nicht mehr Verknüpfen.


2. Bring' Abwechslung rein

Mein ganz persönlicher Stolperstein. Irgendwann hatte ich mich so auf zwei Belohnungen für den Rückruf eingeschossen, dass ich gar nicht mehr darauf achtete, ob mein Hund das überhaupt als Belohnung empfindet. 

Wenn du also auch immer die Leberwurst rausrückst sobald dein Hund zu dir zurück gekommen ist oder es dann immer den Ball gibt bist du hier richtig.

Überlege dir mindestens 2 weitere Belohnungsmöglichkeiten für deinen Hund, die du bisher kaum eingesetzt hast. 

Was tut dein Hund gerne? Wofür würden ihm vor Überraschung die Augen aus dem Kopf springen weil er damit überhaupt nicht gerechnet hätte und etwas besonders toll findet?

Dazu reicht es schon, wenn du den besonderen Keks nicht aus der Hand gibst wie sonst, sondern damit ein Werfspiel veranstaltest. 

Ändere die Art wie du belohnst und beobachte, was deinem Hund besonders gut gefällt. 

Keine Sorge, du musst nicht ein Arsenal an Spielzeugen und Futterbelohnungen mitschleppen. Mehr als 2 verschiedene Dinge habe ich nie dabei. 

Aus einfachen Futterbelohnungen kannst du ganz einfach eine viel spannendere Geschichte machen indem du die Belohnung als Lauerspiel einsetzt, eine Verlorensuche daraus machst oder den Keks über den Weg kegelst damit dein Hund hinterher hetzen kann. 

Was auch immer du tust - belohne die nächsten Rückrufe deutlich anders und spannender als bisher! Es lohnt sich. 

Wie ich den perfekten Rückruf trainiere:

Im Coaching und in meiner Dogwalking-Gruppe arbeite ich mit einem ganz besonderen Rückruf. So aufgebaut wird das Zurückkommen zum Reflex und dein Hund denkt gar nicht erst darüber nach. Das macht diesen Rückruf so zuverlässig und erfolgreich in den verschiedensten Situationen.

Hier erfährst du mehr über diesen Rückruf und wie du ihn trainierst:

3. Kenne deinen Hund - wann rufst du?

Ganz wichtig: Damit ihr im Rückruftraining wirklich weiter kommt musst du wissen, wann es deinem Hund leicht fällt auf den Rückruf zu reagieren und wann es ihm richtig schwer fällt. 

Dazu habe ich mir eine Ablenkungsliste notiert. Ich weiß genau, dass Makeba sich echt schwer tut wenn sie bekannte Menschen sieht, die sie gerne begrüßen möchte. 
Oder ein Feldhase gerade vor uns die Beine lang macht und wegrennt. 


Trainiere gezielt langsam von "wenig Ablenkung" bis "ganz starke Ablenkung". 

Stelle es dir vor wie in der Schule. In der ersten Klasse werden einfache Sätze und Buchstaben gelernt, in der 10. Klasse schreibt man selbst komplizierte Aufsätze.
Das lernt man nicht von heute auf morgen.

Rufe deinen Hund also überwiegend dann, wenn du weißt, dass er es in dieser Ablenkungsstufe schon kann. Steigere die Ablenkung langsam und mit bedacht. 

Wenn dein Hund einmal nicht auf deinen Rückruf reagiert hat, mache dir eine geistige Notiz und merke dir, welche Situation das war und weshalb er vermutlich nicht reagieren konnte.

Im Training schenke ich meinem Hund immer wieder einfache Rückrufe. Wenn ich weiß, er kann jetzt bestimmt reagieren rufe ich und belohne ihn gut.

Übrigens: Fällt es deinem Hund einmal besonders schwer auf deinen Ruf zu reagieren und er braucht etwas länger, belohne ihn besonders gut! Warum?
Ganz einfach - wenn es ihm leicht fällt musste er sich ja nicht sehr anstrengen.

Aber wenn es ihm wirklich schwer gefallen ist und er trotz vielen Versuchungen doch zu dir gekommen ist - wenn auch langsamer oder später ist das eine richtig krasse Leistung die du auch richtig stark belohnen darfst.

Viel Spaß beim Optimieren.