Machst du diese 3 Fehler beim Rückruf?

  • 29. Januar 2018

Es gibt fast nichts frustrierenderes als wenn man übt und übt und übt aber der richtige Durchbruch bleibt einfach aus. 

Du denkst, du hast den Rückruf in verschiedenen Situationen doch geübt. Trotzdem kannst du dich nicht darauf verlassen, dass dein Hund zu dir zurück kommt wenn du ihn rufst. 

Das ist nicht nur frustrierend sondern auch gefährlich. Und sind wir mal ehrlich. Wie gerne würden wir unsere Hunde auch ohne Schleppleine laufen lassen und ihnen die Freiheit ganz ohne Leine gönnen. 

Deshalb will ich dir heute drei ganz typische Fehler verraten die du hoffentlich nicht machst! Und wenn doch - stell sie ganz schnell ab. 😉


Fehler No. 1

Kennst du das?

Du rufst deinen Hund, dein Hund rührt sich erst mal nicht vom Fleck sondern scannt die Umgebung ab, weshalb er denn jetzt schon wieder gerufen wird.

Ursache
Du rufst deinen Hund immer nur dann wenn etwas Spannendes passiert:

Rückruf Fehler

"Wie, wieso soll ich jetzt kommen?"

  • Ein Hund kommt - du rufst deinen Hund zu dir
  • Ein Radfahrer kommt - du rufst deinen Hund zu dir
  • Du siehst das Reh vor deinem Hund - und rufst deinen Hund zu dir

Hunde lernen nicht nur Dinge schnell die wir gut finden sondern bilden auch ohne unsere Bemühungen ganz schnell Verhaltensketten. 

In dem Fall hat dein Hund gelernt, dass es immer einen Grund gibt wenn du ihn rufst. Er wird sich also erst einmal umschauen ob ihm nicht irgendwo Spaß entgeht.

Das kannst du verändern:

Um diese Verknüpfung wieder zu lösen tust du zukünftig zwei Dinge:

  1. Trainiere den Rückruf mit deinem Hund so, dass er gar nicht überlegt ob er jetzt kommt oder nicht.
    Wie das geht? Mit dem doppelten Rückruf wird das Zurückkommen zum Reflex.
    Hier kommst du zum Artikel >>Der doppelte Rückruf<<
  2. Setze den Rückruf sparsam ein!
    Auch wenn der Rückruf bombenfest sitzt, setze ihn sparsam ein.
    Gönne deinem Hund auch einmal einen Rückruf-freien Tag! Ständig gerufen zu werden ist für deinen Hund extrem anstrengend.
    Dann bleibt er entweder an der langen Schleppleine gesichert oder ihr geht in ein Gebiet, in dem du weit einsehen kannst.

    Setze den Rückruf zum Üben ein wenn es eigentlich keinen Grund gibt. 

Fehler No. 2

Dein Hund bekommt nach einem Rückruf immer [diese eine Belohnung] z.B. Leberwurst - egal wovon du ihn gerade abgerufen hast.
 

Wenn dein Hund weiß, dass er nach dem Rückruf bei dir immer diese eine Belohnung bekommt, sei es jetzt Leberwurst, einen Keks oder immer einen geworfenen Ball kann das bei vielen Hunden zwar ausreichen.
Es gibt aber auch die Hunde, die dann nicht mehr gut zurück kommen.

Warum? Leberwurst ist doch spitze! - Ja. Da wird dir dein Hund in den allermeisten Fällen zustimmen.

Das hängt aber extrem von der Situation ab. Vielleicht mag dein Hund Leberwurst, wenn er gerade ohnehin etwas Fressen wollte. Oder wenn er gerade zuhause mit dir Tricks übt.

Wenn du deinen Hund aber gerade zum Beispiel von Vögeln abrufen möchtest, dann wird dein Hund nichts Fressen wollen.

Sein Bedürfnis ist dann "Hetzen".

Fressen ist zwar nett und ich bin mir sicher, dass er die Leberwurst trotzdem fressen wird.

Aber die Leberwurst und das zu dir zurück kommen war nun so gar nicht das, was er eigentlich im Sinn hatte. 

Kommt es jetzt öfter vor, dass deine gut gemeinte Belohnung so gar nicht zum Bedürfnis deines Hundes passt, wird der Rückruf schwächer und dein Hund entscheidet sich häufiger für das, was er gerade eigentlich tun wollte. 

Rückruf Ball

Ballspielen kann eine tolle Belohnung für deinen Hund sein - wenn ihm gerade danach ist.

Das kannst du verändern:

Frage dich:
Was ist das aktuelle Bedürfnis meines Hundes? Greife mit deiner Belohnung dieses Bedürfnis auf. 


Natürlich kannst du nicht das Kaninchen aus dem Rucksack zaubern. Aber du hast mit Spielzeug und Futter eine Menge Möglichkeiten, die Bedürfnisse deines Hundes aufzugreifen und annähernd befriedigen. 

Fehler No. 3 

Dein Hund versteht dich nicht weil du ihn immer anders rufst.

Mal heißt es "Komm", mal rufst du "Bello, hierher!", dann mal wieder nur den Namen deines Hundes. 

Er kann gar nicht wissen, welches Verhalten jetzt gefragt ist.

Selbst wenn er vielleicht ab und zu zu dir kommt wenn du irgendetwas davon sagst ist es eher Zufall oder dein Hund hat gelernt:
"Immer wenn Frauchen/Herrchen etwas sagt ist es besser einfach mal hinzugehen."

Das ist aber in 90% der Fälle zum Scheitern verurteilt und dein Hund kann gar nichts dafür, dass er dann nicht kommt. Für ihn bist du nicht eindeutig und dein Hund weiß nicht, welche Bedeutung das Gesagte jetzt für ihn hat.

Hier hilft übrigens auch nicht, wenn du ihn ärgerlich rufst. Im Gegenteil. Damit verunsicherst du deinen Hund. Da er nicht weiß was er tun soll kann er auch nicht wissen was er falsch macht. 

Und mal ehrlich: Ich gehe auch nicht gerne zu jemandem der mich gerade anbrüllt. 😉

Checke dein Training

Wenn dein Rückruf bisher nicht gut klappt checke dein Training auf diese 3 Fehler und passe es an. 

Eins ist ganz ganz wichtig! Freude und Spaß am Training. Das merkt auch dein Hund.

Natürlich hängt ein guter Rückruf noch von weiteren Faktoren ab.
Heute habe ich dir die häufigsten Fehler genannt, die ich im Traineralltag erlebe.

Alle meine Kunden lernen den doppelten Rückruf und setzen ihn im Alltag super erfolgreich ein. 

Hier erfährst du, weshalb er "doppelter Rückruf" heißt und was das super erfolgreiche Prinzip dahinter ist:

Welches ist dein größter Stolperstein wenn es um euren Rückruf geht?

Ab damit in die Kommentare!