Gassi gehen

Mit nur 3 Signalen locker durch den Alltag

  • 16. Januar 2018

Was muss ein Hund heute in unserer Gesellschaft so alles können?

"Anständig sein, nicht auffallen, alles und jeden lieben oder zumindest ignorieren, nicht bellen, nicht markieren..."

Gefühlt: praktisch alles. Und das zu jederzeit.

Wenn ich jetzt schreibe, dass ich diese Entwicklung ganz furchtbar finde ist das für dich hoffentlich keine Überraschung. 

Allerdings heißt das nicht, dass mein Hund tun und lassen darf was er will. Ganz und gar nicht. Aber ich bin mir bewusst was ich da von meinem Hund eigentlich verlange und wie sehr das häufig gegen seine Bedürfnisse geht. 

Damit ich es meinem Hund so einfach wie möglich machen kann habe ich mal versucht, mit 3 Signalen durch den Alltag zu kommen. Statt also ständig an allem und jedem zu trainieren, habe ich den Fokus auf diese 3 Dinge gelegt und weißt du was? 

Sie reichen vollkommen aus, um gelassen durch den Alltag zu kommen:

Die Umorientierung

Was ist das?

Ein Signal, woraufhin sich mein Hund von dem wegdreht was er gerade tut und in meine Richtung schaut. So kann ich ihm neue Signale geben, wenn er noch etwas tun soll. 

Mit der Umorientierung sichere ich mir die Aufmerksamkeit meines Hundes und kann ihn von fast jeder Ablenkung (ich bin ehrlich, 100% kriegen wir nie hin) mental zu mir holen.

Deshalb ist die Umorientierung auch so wichtig. Damit mein Hund auf meine Signale reagieren kann muss er mich erst mal wahrnehmen. Und genau das schaffe ich mit einer bombenfesten Umorientierung.

Wie du das Umorientierungssignal trainieren kannst erfährst du im Video:

Das Markersignal

Wenn du jetzt denkst "Hä? Das ist doch aber kein Kommando!" - korrekt. 

Aber mit dem Markersignal - oder auch Clicker kann ich meinen Hund souverän durch den Alltag führen.

Das Markersignal sorgt in fast jeder Situation für eine Stimmungsverbesserung meines Hundes und erhöht seine Bereitschaft, mit mir zusammen zu arbeiten.

Ich kann es einsetzen 

  • wenn er gerade Angst hat
  • um ihm freundliches Verhalten gegenüber Mensch und Hund beizubringen
  • wenn er etwas Tolles macht, das ich gern öfter hätte
  • wenn er keinen Blödsinn macht 😉
  • um meinen Hund an lockerer Leine zu führen
  • und vieles mehr

Das Markersignal ist für meinen Hund zur Ankündigung für etwas Tolles. Vergleichbar mit einem Gehaltscheck bei uns Menschen. Und hey, wer freut sich darüber nicht? 

Mit dem Markersignal bringe ich meinem Hund freundliches Verhalten gegenüber anderen Hunden und Menschen bei, ich bringe ihm bei, an der Türe zu warten und nicht gleich hinaus zu stürmen. 

Der Handtouch

Der Handtouch ist für mich das absolute Multifunktions-Tool.
Dabei berührt mein Hund mit der Nase meine Hand auf das Signal "Touch". 

Wir haben das so gut trainiert, dass mein Hund auch über weite Distanz zu mir gelaufen kommt um mit der Nase meine Hand zu berühren. 
Damit habe ich gleichzeitig auch noch einen Rückruf, ohne zu rufen. 😉 Durch die Hintertüre quasi. 

Den Handtouch verwende ich auch gerne, wenn mein Hund beispielsweise gerade etwas oder jemanden anstarrt und es für ihn schwer wird, sich komplett um zu drehen. 

Dann ist der Handtouch das Notsignal, dass mir die Türe ins Hundegehirn wieder öffnet. Je schwieriger die Situation für meinen Hund, desto leichter mache ich es ihm. 

Beim Handtouch halte ich also meine Hand näher an den Hundekopf, so dass mein Hund nur noch die Nase "schwenken" muss, um meine Hand zu berühren. 

Konnte er das tun, folgt das Markersignal und spätestens dann ist mein Hund wieder in meine Welt eingetaucht und kann klar denken. 

Das ist alles?

Ja. Das ist alles. Klar kann mein Hund sitzen.
Platz, Pfote geben und vieles mehr kann er dazu.

Im Alltag benutze ich aber tatsächlich die Umorientierung, das Markersignal und den Handtouch am häufigsten. ​


Fokussiere dich auf deine wichtigsten  Signale

Mir ging es oft so, dass ich vor lauter Dingen, die ich gerne trainieren will/soll/muss alles so ein bisschen aber nichts richtig gut trainiert hatte. 

Seit ich mich auf die drei wichtigsten Signale besinne kann ich diese gezielt verbessern und einsetzen. Das macht sich im Alltag deutlich bemerkbar. Besonders der Handtouch und die Umorientierung sitzen extrem gut, seit ich den Fokus darauf gelegt habe.

Das Markersignal ist ja ohnehin immer unser Begleiter und hat unser gemeinsames Training extrem verbessert. 

Wenn es dir auch so geht und ihr viele Signale so ein bisschen könnt, aber richtig bombig nichts, dann wird es Zeit für euren Fokus. Was hilft euch im Alltag am meisten?

Was sind deine 3 wichtigsten Signale? Ab in die Kommentare!