Anleinen

Leinen los!

  • 20. August 2017

...und weg

Ist das Schnappen des Karabiners für deinen Hund der Startschuss zu einem Sprint möglichst weit weg von dir?

Sieht das genauso aus wenn du deinen Hund anleinen möchtest? Er sieht die Leine in deiner Hund und er bleibt sofort in einem ausreichend großen Radius zu dir stehen, so dass du ihn nicht anleinen kannst?

Dann brauchst du ein Ab- und Anlein-Ritual. Übrigens: Auch für Welpen uneingeschränkt anwendbar. Wehret den Anfängen und so. 😉

Du leinst deinen Hund fast nie ab weil er nicht zurück kommt wenn du rufst?

Dann wird es Zeit, das sofort zu ändern:

Das Ablein-Ritual

Im Moment rennt dein Hund sofort los, sobald die Leine ab ist.
Viel besser und vor allem sicherer ist es, wenn er noch einen Moment da bleibt und dir auch nach dem Ableinen kurz seine Aufmerksamkeit schenkt. 

Starten wir mit dem Ableinen:
Du suchst dir zuerst ein neues, eindeutiges Signal aus. Dieses Signal kündigt deinem Hund an, dass er gleich abgeleint wird UND er noch etwas Gutes von dir erwarten kann. 

So geht`s:

Beginne das Ablein-Ritual in einer ruhigen Situation wenn dein Hund ohnehin recht entspannt ist. Die ersten Wiederholungen dürfen gerne zuhause stattfinden.
Die Hundewiese oder andere Begrüßungssituationen mit viel Aufregung sind dafür ungeeignet. 😉

  • Dein Hund ist an der Leine
  • Kündige den Griff zum Karabiner mit einem neuen Signal an (etwa "Ableinen")
  • Atme kurz aus, solange bleiben deine Hände bei dir und gehen nicht richtung Hund
  • Dann greifst du zum Karabiner und leinst deinen Hund ab
  • Wenn du mit Markersignalen arbeitest markierst du sofort wenn die Leine ab ist
  • Sofort darauf hältst du deinem Hund ein Leckerchen vor die Nase
  • Wenn er sehr hektisch ist, wirf im eine Hand voll Kekse vor seiner Nase auf den Boden oder halte ihm eine Schlecktube (Leberwurst) vor die Nase
Wiederhole das ein paar mal. Dein Hund wird schnell verstehen, dass es nach dem Griff zum Karabiner noch etwas Gutes von dir gibt. 

Rituale

Rituale werden zu Gewohnheiten.

Gewohnheiten geben Sicherheit. Sie ersetzen unerwünschtes Verhalten häufig schnell und zuverlässig.

Der Plan ist, dass sofort nach dem Ableinen etwas Angenehmes für deinen Hund direkt BEI DIR passiert.
Warum?
Damit nach dem Ableinen erst mal deine direkte Nähe mit etwas Schönem verknüpft ist.
So wird dein Hund auch nach dem Ableinen eine Erwartungshaltung aufbauen, dass es sich lohnt, noch etwas bei dir zu bleiben.

Auch wenn dein Hund bei den ersten Wiederholungen schnell verschwindet: Dran bleiben! Suche dir dann weniger aufregende Situationen oder verlagere das Training zu beginn nach Hause.





Warum Sitzen lassen vor dem Ableinen nicht immer gut ist:


Dein Hund musste bisher immer Absitzen bevor er von der Leine kommt und ist dabei aber super hektisch?

Dann hast du eine Menge Aufregung mit dem Absitzen verknüpft. Dein Hund verbraucht dabei viel Impulskontrolle, die er vielleicht für andere Situationen benötigt.

Wenn du ein entspanntes Ableinen möchtest, verzichte auf "Bleib" und "Sitz"-Übungen. Dadurch erhöhst du nur die Spannung und damit auch die "Entladung", wenn die Leine ab ist.


Und Anleinen?

Findet dein Hund Anleinen richtig blöd? Dann hat er bisher Anleinen mit etwas Unangenehmem verbunden: Der Spaß ist vorbei, Spaziergang zu Ende.

Auch das kannst du einfach lösen:

Genau wie fürs Ableinen suchst du dir eine Ankündigung fürs Anleinen aus. 
Mein Wort dafür ist "Leine".

Übe das Anleinen zu Beginn wenn dein Hund sowieso gerade in der Nähe ist und du gut hin kommst. Wenn Anleinen ein großes Thema ist und du nach deinem Hund grabschen musst übe das zunächst zuhause und baue das Anleinen dort als neues Signal auf. 

Wichtig!

Wenn dein Hund wegläuft grabsche nicht nach ihm! 
Das veranlasst ihn nur noch schneller zu werden oder weiter weg zu gehen.
Trainiere dann das Anleinen mit Signal erst zuhause oder in deinem Garten wenn dein Hund entspannt neben dir sein kann.

So sorgst du dafür, dass sich dein Hund gerne anleinen lässt:

  • Neue Ankündigung: "Leine"
  • Ausatmen und gerade stehen bleiben
  • Leine in die Hand nehmen und Hund anleinen
  • Gleich danach startet etwas Schönes mit dir 

Tipp

Achte sowohl beim Ab- als auch beim Anleinen auf deine Körperhaltung.Stelle dich seitlich zu deinem Hund und schaue in die selbe Richtung wie er. So verhinderst du, dass du dich bedrohlich über ihn beugst.

Natürlich kannst du das schon mit deinem Welpen so beginnen. Dann wirst du mit Ab- und Anleinen erst gar kein Problem bekommen.

Viel Spaß mit deinem Hund!