Das Kennenlern-Treffen

  • 28. März 2016

Viele mögen sich fragen, wie die Integration in die Hundegruppe abläuft.

Ein neuer Hund kommt dazu

Bevor uns ein Hund regelmäßig begleitet, möchte ich ihn vorher gerne kennenlernen. Ich gehe davon aus, dass ihr als Hundehalter auch gerne wissen möchtet, wem ihr da euren Hund anvertraut.


Wenn möglich, treffen wir uns an einem Ort, der Ausweichmöglichkeiten bietet und an dem sonst nicht so viel los ist (keine weiteren Fremden Hunde, Fußgänger, Autos etc.). Entweder meine Hunde bleiben zunächst im Auto und werden einzeln zu dem neuen Hund gelassen und dürfen diesen begrüßen – oder wir treffen uns unterwegs und nähern uns langsam an, d.h. der neue Hund und sein Frauchen/Herrchen „pendelt“ mit seinem Hund auf uns zu und wir gehen ein Stück parallel. Das nimmt meistens schon viel Stress aus Begegnungen und die Hunde hatten vorher z.B. schon Gelegenheit an den Markierstellen des anderen zu schnüffeln und Informationen zu sammeln. Im direkten Kontakt kommt die Leine des neuen Hundes ab, schleppt oder ist locker in der Hand von euch. Denn Leinenzug können wir beim Kennenlernen gar nicht brauchen.

Gutes Verhalten einfangen

Im Nahkontakt werden die Hunde für jedes nette Verhalten bestätigt (gemarkert) und je nach Situation verbal oder mit einem Keks aus der Hand belohnt. Nettes Verhalten im Zusammenhang mit neuem Hund ist für mich z.B.: kurz schnüffeln, in der Nähe des Hundes am Boden schnüffeln, kurvige Körperbewegungen, seitliche Annäherung zum fremden Hund, von sich aus weggehen vom fremden Hund etc. Es gibt noch viele weitere dieser Punkte: eigentlich alles was unter „Beschwichtigungssignale“ fällt und wodurch der Hund freundlich wieder die Distanz zum anderen Hund vergrößert.

Kennenlernen neuer Hund

Hier treffen Rocky (links) und ein unbekannter Rüde zusammen. Dies war keine geplante Kennenlernsequenz sondern eine Fremdhundebegegnung unterwegs.

 

Klar sind Kennenlernen für alle Hunde aufregend und nie ganz stressfrei. Wir versuchen deshalb durch Management und ohne Druck seitens der Hundehalter und mir die Begegnungen für die Hunde möglichst positiv verlaufen zu lassen. Schließlich haben sie es sich nicht ausgesucht, mit welchen anderen Hunden sie laufen möchten.

Bewegung bringt oft etwas Entspannung in die Situation. Deshalb laufen wir so bald wie möglich los, damit jeder Hund die Möglichkeit hat, sich mit der Umwelt zu beschäftigen und die Aufmerksamkeit nicht nur auf dem neuen Hund liegt. Auch kann sich der neue Hund dann z.B  an seiner Bezugsperson orientieren oder von sich aus Kontakt zu anderen Hunden aufnehmen, Schnüffeln etc.

Integration Hundegruppe

Ich finde solche Kennenlern-Treffen immer furchtbar spannend und beobachte das Verhalten der Hunde und versuche eine erste Einschätzung zu treffen, ob sie wohl auf einem Gruppenspaziergang Spaß haben können oder ob es eher nichts für sie ist. Ganz nebenbei hole ich mir von euch als Hundehalter natürlich möglichst viele Informationen zu eurem Hund, was dann zusammen einen ersten Eindruck für mich gibt.

Euch geht es wahrscheinlich ähnlich. Auch ihr werdet mich und meinen Umgang mit den Hunden sowie die Hunde selbst gut beobachten. Und das ist auch gut so!

Und wenn es mal nicht klappt?

Zeigt ein neuer Hund bereits aus der Entfernung Aggressionsverhalten beim Anblick meiner Hundegruppe gilt folgendes: Ruhe bewahren, durchatmen! Alles in Ordnung! 🙂

Ihr sammelt euch und euer Hund bekommt mit genügend Entfernung zu uns die Möglichkeit, sich zu beruhigen. Er kann nach Absprache zusammen mit euch an der Leine z.B. parallel zu uns oder hinter uns her laufen – in für ihn passendem Abstand. Wir werden dann recht schnell feststellen, ob eine weitere Annäherung möglich ist oder ob der Hund mit der Hundegruppe „überfordert“ ist. Dann könnte ein wenig Training erforderlich sein um dem Hund zu helfen. Hier kann ich gerne empfehlenswerte Trainer nennen, die ohne Druck und aversive Einwirkung arbeiten.

Zur Sicherheit aller Hunde und auch der Hundehalter bekommt ein Hund, der gegen andere Hunde beschädigendes Aggressionsverhalten zeigt einen Maulkorb auf. Das entspannt die Situation für alle. Vorallem bin ich für jeden Hund in meiner Betreuung verantwortlich und möchte nicht, dass ein Hund gebissen wird wenn es durch einen Maulkorb hätte vermieden werden können. Ein Maulkorb ist erst einmal eine Sofort-Managementmaßnahme. Gutes, bedürfnisorientiertes Training ersetzt der Maulkorb nicht.

Die meisten Hunde lernen jedoch sehr schnell, sich in der Hundegruppe möglichst entspannt zu bewegen. Ich bin immer wieder begeistert wie schnell sie sich gut eingelebt haben. Besonders toll ist es, wenn ihr als Hundehalter eurem Hund schon ein gutes Rückrufsignal beigebracht habt und er seinen Namen kennt und ansprechbar ist. Darauf bauen wir weiter auf!

Wenn ihr Fragen habt und mehr darüber erfahren wollt kontaktiert mich gerne! Gefällt euch was ihr lest, schaut gerne wieder rein!

Euer Erik