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Dogwalker – Inside: “Du bist ein Futterautomat!”

  • 11. Oktober 2016

Mal wieder was aus dem Nähkästchen:

“Du bist ein Futterautomat! Du bestichst doch alle Hunde nur mit Keksen, die bleiben doch sonst gar nicht bei dir.”

Futterautomat

Hund beim Dogwalker


So oder so Ähnliches höre ich oft.

Viele Leute haben die Erwartung, ihr Hund schenkt ihnen seine Aufmerksamkeit einfach so, um des Menschen willen. Das ist eine nachvollziehbare, aber etwas romantische (Wunsch-)Vorstellung.
Hunde zeigen Verhalten, welches sich für sie lohnt und sich gut anfühlt. Dazu kann ich als Mensch auf verschiedene Weisen beitragen:

  • Etwas für den Hund Unangenehmes wegnehmen/entfernen –> Erleichterung für den Hund – Voraussetzung ist aber, dass zuvor etwas für den Hund unangenehmes passiert, damit ich dieses Unangenehme entfernen kann –> deshalb mit Vorsicht zu genießen und nur sparsam einzusetzen – viele “Nebenwirkungen” möglich – nennt sich negative Verstärkung

Ein Beispiel für negative Verstärkung: Der Hund soll sich hinsetzen. Dazu drückt man mit der Hand auf das Hinterteil des Hundes. Um dem Druck zu entgehen setzt sich der Hund hin. Sobald er sitzt, geht der Druck auf das Hinterteil weg. Das Hinsetzen wirkt erleichternd. (Das ist für mich keine empfehlenswerte Methode!)

  • Der Situation etwas Angenehmes dazugeben (ihn mit etwas Schönem belohnen) –> Mittel meiner Wahl um Verhalten zu verstärken – das ist positive Verstärkung

Beispiel hier: Hund setzt sich hin und bekommt dafür eine Belohnung, ein Stück Futter oder verbales Lob – wenn es für ihn eine Belohnung darstellt.

In beiden Fällen wird der Hund das Verhalten, was davor gezeigt wurde, öfter zeigen. Wir befinden uns hier auf der Seite der Verstärkung von Verhalten.

Hunde suchen nun z.B. gerne den Kontakt zu mir, weil sie gelernt haben, dass sie dann von mir freundliche Ansprache erfahren wie ein verbales Lob, dass sie von mir einen Keks bekommen, ein Spiel folgt, ich sie anlächle,  wir etwas Spannendes zusammen machen wie z.B. einen Baumstamm im Wald untersuchen usw.

Gehen wir mal einen Schritt zurück.
Was ist Futter eigentlich? Futter ist eine überlebenswichtige Ressource.
Die meisten Hunde haben zuhause einen Napf stehen und bekommen glücklicherweise auch regelmäßig ihr Futter. Das ist auch gut so!

Nichts desto trotz ist geblieben, dass Futter und die Gabe von Futter eine zutiefst soziale Angelegenheit ist, die das Vertrauen in die Bezugsperson fördert und mit positiven Emotionen verknüpft.

Natürlich gibt es Menschen, die ihre Hunde mit Futter “locken” – was wirklich nur in Ausnahmesituationen sinnvoll ist.

Wenn ich meine Hunde für gutes Verhalten auch mit Futter belohne, so bediene ich oft (nicht immer) ein grundlegendes Bedürfnis der Hunde. Warum also sollte ich diese Gelegenheit ungenutzt lassen? Wir füttern unsere Hunde doch sowieso.

Belohnen hat nichts mit erkaufen zu tun.
Ich belohne nicht ausschließlich mit Futter, denn Futter ist nicht immer das Bedürfnis des Hundes.
Belohnen bedeutet eine für den Hund angenehme Konsequenz von mir, dem Menschen, NACH einem Verhalten des Hundes.
Was der Hund als lohnend empfindet bestimmt ausschließlich er selbst und nicht ich als Mensch.

Nettes Verhalten der Hunde verstärke ich also mit Belohnungen. Oft mit Futterbelohnungen weil:
a) diese für viele Hunde eine tolle Belohnung sind,

b) sie wahnsinnig vielseitig einsetzbar sind (Stichwort Distanzveränderung, Ort der Belohnung, Erregung senken oder erhöhen durch rollen, werfen, verstecken, streuen und vieles mehr)

c) sie einen sehr starken sozialen Faktor haben

Bestechen/erkaufen bedeutet übrigens, dass man jemandem etwas zeigt, damit er etwas bestimmtes tut. Bestechen hat nichts mit Belohnen zu tun.

Wenn euch jemand vorwirft, ihr wärt für eure Hunde ja nur ein Futterautomat, der verkennt den sozialen Aspekt der Fütterung und er kann Belohnung von Locken und Bestechen nicht unterscheiden.

Ihr habt Angst, euer Hund könnte zu dick werden? Einfach von der Tagesration eine entsprechende Menge Futter abziehen und weniger im Napf füttern. Schon bleibt die Wunschfigur erhalten. 🙂

Wer verbal lobt, der arbeitet genauso mit Belohnung, nur eben einer anderen Art der Belohnung. Da Belohnungen so vielfältig sein können, erweitere ich sie gerne um Futterbelohnungen.

Meine Hunde rennen in der Tat nicht alle weg, wenn ich mal keine Kekse dabei habe. Sie kommen sogar, wenn ich sie rufe ohne sie anschließend mit Futter zu belohnen. Ein Futterautomat bin ich eindeutig nicht. Übrigens gibt es tatsächlich Futterautomaten, die man im Training gut einsetzen kann. Im Bereich Tierarzttraining oder beim Autofahren kann man mit verschiedenen Futterautomaten arbeiten, um den Hund intervallmäßig mit Futter zu belohnen ohne selbst füttern zu müssen.
Belohnen kann viel mehr sein! Es ist eure Entscheidung, wie viele Möglichkeiten ihr nutzen wollt. Mit Futter zu belohnen ist auf keinen Fall langweilig.
Es ist aber auch nicht alles!

Ein wunderbares Beispiel für Belohnungen, die nicht unbedingt etwas mit Futter zu tun haben könnt ihr euch bei Claudi Scheiblich mit ihrem Bulli Buddy anschauen. Er mochte früher kein Futter.

Also hat Claudi andere Wege gefunden um mit Buddy zu arbeiten und Verhalten zu belohnen. Seht selbst:

Belohnungsvideo Buddy Youtube

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Dogwalker – Inside: Aufregung beim Aussteigen

  • 29. August 2016

Kennst Du das? Dein Hund kann es am Gassiort kaum erwarten aus dem Auto zu stürzen und los zu rennen? Klar, die Blase drückt vielleicht, er freut sich auf eine tolle Tour – da ist die Aufregung schon groß!

Bei allem Verständnis für deinen Hund ist es für Dich aber ganz schön anstrengend, die Begeisterung Deines Hundes auf den ersten 100 Meter nach dem Aussteigen zu bändigen. Er möchte rasch voran kommen, zieht an der Leine und möchte vielleicht möglichst schnell in den Freilauf.

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Dogwalker – Inside: Der Keks-Pfiff

  • 26. April 2016

Zum Nachlesen habe ich dir hier zusammengefasst, wie der Keks-Pfiff aufgebaut wird:

Heute verrate ich dir eine einfache Möglichkeit, wie du deinen Hund schnell und quasi ganz nebenbei zu dir zurück bekommst.

Dieser Trick eignet sich vorallem für Hunde, die gerne etwas suchen und mit der Nase arbeiten.

Der Keks-Pfiff ist ein spezieller Pfiff, der ankündigt, dass der Hund jetzt direkt neben mir Leckerchen suchen kann.
Wie sieht das dann fertig aus? Du pfeifst, und zack! Dein Hund kommt zu dir gerannt und beginnt um dich herum den Boden nach Leckerchen abzusuchen. Ganz nebenbei wird deine direkte Umgebung noch spannender. Er wird sich öfter in deiner Nähe aufhalten, wenn dort viele schöne Sachen passieren.

Im Dogwalking verwende ich den Keks-Pfiff fast jeden Tag: Ich gebe das Pfeif-Signal und werfe für die Hunde Futter (mehrere Stücke) auf den Boden um mich herum. Die Hunde können dann Schnüffeln, Suchen, Fressen…also alles was sie sowieso gerne tun!

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Das Kennenlern-Treffen

  • 28. März 2016

Viele mögen sich fragen, wie die Integration in die Hundegruppe abläuft.

Ein neuer Hund kommt dazu

Bevor uns ein Hund regelmäßig begleitet, möchte ich ihn vorher gerne kennenlernen. Ich gehe davon aus, dass ihr als Hundehalter auch gerne wissen möchtet, wem ihr da euren Hund anvertraut.


Wenn möglich, treffen wir uns an einem Ort, der Ausweichmöglichkeiten bietet und an dem sonst nicht so viel los ist (keine weiteren Fremden Hunde, Fußgänger, Autos etc.). Entweder meine Hunde bleiben zunächst im Auto und werden einzeln zu dem neuen Hund gelassen und dürfen diesen begrüßen – oder wir treffen uns unterwegs und nähern uns langsam an, d.h. der neue Hund und sein Frauchen/Herrchen „pendelt“ mit seinem Hund auf uns zu und wir gehen ein Stück parallel. Das nimmt meistens schon viel Stress aus Begegnungen und die Hunde hatten vorher z.B. schon Gelegenheit an den Markierstellen des anderen zu schnüffeln und Informationen zu sammeln. Im direkten Kontakt kommt die Leine des neuen Hundes ab, schleppt oder ist locker in der Hand von euch. Denn Leinenzug können wir beim Kennenlernen gar nicht brauchen.

Gutes Verhalten einfangen

Im Nahkontakt werden die Hunde für jedes nette Verhalten bestätigt (gemarkert) und je nach Situation verbal oder mit einem Keks aus der Hand belohnt. Nettes Verhalten im Zusammenhang mit neuem Hund ist für mich z.B.: kurz schnüffeln, in der Nähe des Hundes am Boden schnüffeln, kurvige Körperbewegungen, seitliche Annäherung zum fremden Hund, von sich aus weggehen vom fremden Hund etc. Es gibt noch viele weitere dieser Punkte: eigentlich alles was unter „Beschwichtigungssignale“ fällt und wodurch der Hund freundlich wieder die Distanz zum anderen Hund vergrößert.

Kennenlernen neuer Hund

Hier treffen Rocky (links) und ein unbekannter Rüde zusammen. Dies war keine geplante Kennenlernsequenz sondern eine Fremdhundebegegnung unterwegs.

 

Klar sind Kennenlernen für alle Hunde aufregend und nie ganz stressfrei. Wir versuchen deshalb durch Management und ohne Druck seitens der Hundehalter und mir die Begegnungen für die Hunde möglichst positiv verlaufen zu lassen. Schließlich haben sie es sich nicht ausgesucht, mit welchen anderen Hunden sie laufen möchten.

Bewegung bringt oft etwas Entspannung in die Situation. Deshalb laufen wir so bald wie möglich los, damit jeder Hund die Möglichkeit hat, sich mit der Umwelt zu beschäftigen und die Aufmerksamkeit nicht nur auf dem neuen Hund liegt. Auch kann sich der neue Hund dann z.B  an seiner Bezugsperson orientieren oder von sich aus Kontakt zu anderen Hunden aufnehmen, Schnüffeln etc.

Integration Hundegruppe

Ich finde solche Kennenlern-Treffen immer furchtbar spannend und beobachte das Verhalten der Hunde und versuche eine erste Einschätzung zu treffen, ob sie wohl auf einem Gruppenspaziergang Spaß haben können oder ob es eher nichts für sie ist. Ganz nebenbei hole ich mir von euch als Hundehalter natürlich möglichst viele Informationen zu eurem Hund, was dann zusammen einen ersten Eindruck für mich gibt.

Euch geht es wahrscheinlich ähnlich. Auch ihr werdet mich und meinen Umgang mit den Hunden sowie die Hunde selbst gut beobachten. Und das ist auch gut so!

Und wenn es mal nicht klappt?

Zeigt ein neuer Hund bereits aus der Entfernung Aggressionsverhalten beim Anblick meiner Hundegruppe gilt folgendes: Ruhe bewahren, durchatmen! Alles in Ordnung! 🙂

Ihr sammelt euch und euer Hund bekommt mit genügend Entfernung zu uns die Möglichkeit, sich zu beruhigen. Er kann nach Absprache zusammen mit euch an der Leine z.B. parallel zu uns oder hinter uns her laufen – in für ihn passendem Abstand. Wir werden dann recht schnell feststellen, ob eine weitere Annäherung möglich ist oder ob der Hund mit der Hundegruppe „überfordert“ ist. Dann könnte ein wenig Training erforderlich sein um dem Hund zu helfen. Hier kann ich gerne empfehlenswerte Trainer nennen, die ohne Druck und aversive Einwirkung arbeiten.

Zur Sicherheit aller Hunde und auch der Hundehalter bekommt ein Hund, der gegen andere Hunde beschädigendes Aggressionsverhalten zeigt einen Maulkorb auf. Das entspannt die Situation für alle. Vorallem bin ich für jeden Hund in meiner Betreuung verantwortlich und möchte nicht, dass ein Hund gebissen wird wenn es durch einen Maulkorb hätte vermieden werden können. Ein Maulkorb ist erst einmal eine Sofort-Managementmaßnahme. Gutes, bedürfnisorientiertes Training ersetzt der Maulkorb nicht.

Die meisten Hunde lernen jedoch sehr schnell, sich in der Hundegruppe möglichst entspannt zu bewegen. Ich bin immer wieder begeistert wie schnell sie sich gut eingelebt haben. Besonders toll ist es, wenn ihr als Hundehalter eurem Hund schon ein gutes Rückrufsignal beigebracht habt und er seinen Namen kennt und ansprechbar ist. Darauf bauen wir weiter auf!

Wenn ihr Fragen habt und mehr darüber erfahren wollt kontaktiert mich gerne! Gefällt euch was ihr lest, schaut gerne wieder rein!

Euer Erik