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Silvester mit Hund: 3 Tipps für die Knaller-Tage

  • 28. Dezember 2017

Heutet startet der Verkauf von Feuerwerkskörpern und die Knallerei geht los.

Was du jetzt für deinen Hund bis Silvester und an Silvester tun kannst erfährst du in meiner Webinaraufzeichnung:


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Angst verstärken

Angst der Hunde verstärken durch Trösten?

  • 17. Dezember 2017

Was ist dran? Was schadet deinem Hund? Was hilft deinem Hund wenn er akut Angst und Panik hat?

„Wenn dein Hund Angst hat musst du das ignorieren und darfst ihn nicht trösten, sonst verstärkst du seine Angst und er wird immer mehr Angst haben.“

Was ist dran an der Angst, die Angst deines Hundes durch Trösten zu verstärken?

Dahinter steckt die Annahme, man könne Angst verstärken durch etwas Angenehmes wie Aufmerksamkeit von dir, durch tröstende Worte oder Kuscheln.

Angst ist eine überlebenswichtige Emotion

Nehmen wir an, draußen knallt es laut, dein Hund erschreckt sich furchtbar und flüchtet unter deine Beine. Dort zittert er furchtbar und traut sich lange Minuten nicht wieder vor. Diese Fluchtreaktion hat evolutionär gesehen Leben gerettet. Denn bei plötzlichen, extremen Geräuschen ist es erst mal sicherer, sich zu verstecken.

Die Reaktion auf plötzliche, laute und sehr intensive Geräusche ist evolutionär angeboren. Das Gehirn des Hundes reagiert quasi reflexiv mit Fluchtverhalten. Denn jedes „Nachdenken“ könnte bereits zu lange dauern und den Tod bedeuten.

Deshalb ist es evolutionär sinnvoll zu flüchten und sich in Sicherheit zu bringen wenn plötzliche laute Geräusche auftauchen.

Wenn dein Hund auf Knallgeräusche also mit Angst und Fluchtverhalten reagiert ist er erst einmal ein völlig normaler Hund mit einem funktionierenden Gehirn.

Angst ist eine sehr starke Emotion. Das kann jeder von uns glatt bejahen.

Wenn ich richtig Angst habe, fühlt sich das schrecklich an. Ich kann nicht mehr klar denken und verhalte mich dabei oft „eigenartig“.

Hunden geht es genauso. Das, was sie tun wenn sie Angst haben ist Folge der Angst: Verstecken, Zittern, Hecheln. Nichts davon tun sie absichtlich.

Nur bewusst gezeigtes Verhalten kann verstärkt werden

Wenn wir von Verstärkung sprechen, geht es um die vier Quadranten der operanten Konditionierung.

Man kann Verhalten entweder verstärken – dann wird der Hund es häufiger, länger oder intensiver zeigen. (Negative und positive Verstärkung)

Oder man bestraft Verhalten: Dann wird der Hund das Verhalten zukünftig seltener zeigen. (Negative und positive Strafe)

Wenn wir von Verstärken und Bestrafen sprechen geht also immer um das Verhalten, welches ein Hund zeigt.

Jedes Verhalten des Hundes hat eine Konsequenz für ihn - unabhängig davon ob wir als Menschen daran beteiligt sind oder nicht (Stichwort Umweltbelohnung, selbstbelohnendes Verhalten usw.)

Jedes Verhalten hat also mindestens eine dieser Konsequenzen zur Folge. Immer.

Das trifft auch auf unser menschliches Verhalten zu. Alles, was wir bewusst tun hat eine dieser Konsequenzen zur Folge:

Konsequenzen
Übrigens hängt es ganz vom Hund ab, was dieser als belohnend und was als strafend empfindet. Bei uns Menschen ist es ähnlich: Für den einen wirkt eine Stunde Joggen gehen belohnend, für den anderen wäre es die Höchststrafe.

Aber zurück zur Angst:

Angst ist eine Emotion. Natürlich erzeugt die Emotion bestimmte Verhaltensweisen (Flüchten, Zittern und Hecheln beispielsweise). Das Verhalten sucht sich der Hund aber in dieser Situation nicht bewusst heraus. Er kann sich aufgrund der starken Angst nicht anders verhalten. 

Wenn du also einen Hund hast, der extrem unter Silvester leidet, oder sich auch sonst einmal erschreckt und bei dir Schutz sucht, dann kannst du ihm den Schutz gewähren. Dadurch hilfst du ihm.

Hat dein Hund viele Ängste und reagiert häufig ängstlich wende dich bitte an einen guten, gewaltfrei und nach aktuell wissenschaftlichen Methoden arbeitenden Trainer der dich unterstützt.

Hunde mit vielen Ängsten haben eine sehr eingeschränkte Lebensqualität.

Angst macht krank. Und Angst zieht Kreise.

Zu den aktuellen Ängsten werden immer mehr dazu kommen wenn dein Hund keine Unterstützung bekommt. 
Die meisten Ängste können schnell gemildert werden und nehmen dir und deinem Hund eine Menge Stress! Also schau hin und handle! Angst muss nicht sein. 

Das Kuschelhormon

Gegen Angst und Stress hilft oftmals Körperkontakt wenn dein Hund diesen bei dir sucht. Körperkontakt sorgt für die Ausschüttung des „Kuschelhormons“ Oxytocin. Das Kuschelhormon hilft beim Abbau von Stresshormonen im Körper.

Eine unangenehme Emotion wie Angst kannst du also nicht verstärken indem du die Situation für deinen Hund angenehmer machst. Im Gegenteil. Dein Hund erfährt, dass du ihm hilfst und dass sich deine Nähe gut für ihn anfühlt. Du bietest deinem Hund durch Trösten „Social Support“.

Social Support bedeutet Unterstützung durch Gruppenmitglieder in stressenden Situationen. Durch körperliche Zuwendung können die Stresssymptome reduziert werden.

Du darfst deinem Hund also Schutz und Zuwendung bieten wenn ihm das hilft.

Es kommt dabei natürlich auf deinen Hund an. Was er als angenehm empfindet liegt ganz bei ihm.

Du wirst am besten wissen, was deinem Hund hilft und was er gut annehmen kann:

  • Leicht gestreichelt werden
  • Massieren mit mehr Druck 
  • Verstecken hinter/unter dir
  • Kontaktliegen 

Viele Hunde empfinden es als unangenehm wenn sie festgehalten werden. Schau also genau darauf was dein Hund gut findet und was nicht.

Sonst kann es tatsächlich passieren, dass du die Angst deines Hundes verschlimmerst.

Wie das?


Achtung: So verstärkst du die Angst trotzdem!

Wie du die Angst deines Hundes tatsächlich verstärken kannst?

Wenn dein Hund ohnehin Angst hat und du dich zusätzlich ungewohnt verhältst, kann es passieren, dass dein Hund in dieser Situation noch mehr Angst bekommt.

Bist du vielleicht sehr aufgeregt, streichelst deinen Hund ganz hektisch, hältst ihn fest weil du denkst, es beruhigt ihn obwohl er gerne flüchten möchte, du redest ganz gestresst auf ihn ein - was du sonst nie tust.

Alles was in diesen ohnehin gruseligen Situationen für deinen Hund zusätzlich anders ist als sonst kann den Stress noch erhöhen.

Das trifft übrigens auch auf Hilfsmittel zu, die eigentlich entspannen sollen.

Wenn du das Thundershirt also erst auspackst, während dein Hund bereits unter das Bett geflüchtet ist, wird es ihm nicht helfen. Deshalb ist es wichtig wirklich alle neuen Hilfsmittel mindestens einige Tage vor dem stressenden Ereignis mit etwas Angenehmem oder Entspannenden zu verbinden. 

Lege deinem Hund niemals in ängstigenden Situationen neue Hilfsmittel an die er nicht kennt. Das wird den Stress nur erhöhen.

Verhalte dich also „normal“ und biete ihm den Schutz den er haben möchte.

Mache deinen Hund bereits so früh wie möglich mit neuen Hilfsmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Entspannungsutensilien vertraut. 

So kannst du deinem Hund ein wenig Unterstützung bieten. Als fürsorgliche Sozialpartner tut man sowas schließlich. 

Jetzt weißt du, dass du durch die richtige soziale Unterstützung die Angst deines Hundes nicht verstärken kannst.

Folge deinem Bauchgefühl und unterstütze ihn bestmöglich in schweren Zeiten. 


Aufmerksamer Hund

Wie dein Hund dir mehr Aufmerksamkeit schenkt

  • 3. Dezember 2017

Vor ein paar Jahren - meine Hündin war damals etwa 10 Monate jung - waren Spaziergänge mit ihr echt frustrierend.

Warum das so war? 

Manchmal dachte ich, meine Hündin kann doch auch alleine gehen. Sie registriert ohnehin nicht ob ich da bin oder nicht. Und am anderen Ende der Leine störe ich nur wenn ich die Leine festhalte.
So wirklich viel Interaktion fand nicht statt. Zwar konnte ich sie ansprechen und mit etwas Glück hat sie auch darauf reagiert. Von sich aus hat sie mir jedoch so gut wie nie Aufmerksamkeit geschenkt. 

Ich hatte mich mit jemandem zum Gassigehen getroffen. Als wir bereits eine Weile unterwegs waren erklärte meine Gassibegleitung:

"Mensch, dein Hund ist ja überhaupt nicht aufmerksam und macht was er will. Du musst dich mal viel interessanter machen!"
Ha. 

Dass meine Hündin gerne mal in die Hundewelt abtaucht und "ihr Ding" macht fand ich nicht schlimm (im Gegenteil).

Mich wurmte es aber doch etwas, dass ein anderer Hundehalter mich darauf stieß, mein Hund sei mir gegenüber nicht aufmerksam und ich müsse mich interessanter machen damit sich das verbesserte.

Vor meinem inneren Auge lief ein Film ab in dem ich die Rolle eines Clowns spielte und mich hüpfend und bällewerfend über die Wege bewegte, damit mein Hund ständig aufmerksam ist. 

Muss ich für meinen Hund den Clown spielen?

Darauf hatte ich nun so gar keine Lust.

Ich wollte weder mit Quietsche-Stimme auf meinen Hund einflöten noch wollte ich einen Hund der mich ständig anhimmelt und mir nicht von der Seite weicht.

Aber ein bisschen öfter könnte sie schon mal nach mir gucken. Dachte ich so bei mir. 

Wie schaffe ich es, dass mein Hund von sich aus öfter mal registriert, dass ich ja auch noch da bin?

Der Tenor in den meisten Hundegruppen in sozialen Netzwerken lautet tatsächlich: "Du musst spannender sein als die Umwelt."

Puh. Das ist eine ganz schön große Aufgabe. Denn schließlich wartet in der Umwelt ja soviel auf unsere Hunde:

Interessante Schnüffelstellen, Artgenossen, verschiedene Untergründe, Mäuse, Vögel, Wild(spuren), andere Menschen, Fressbares und so weiter.

Und das sollte ich als Mensch alles überbieten? 

Die paar wenigen Versuche, die ich unternahm um Makeba bei Hundebegegnungen auf mich aufmerksam zu machen und dafür zu sorgen, dass sie auch weiter nach mir schaute während der andere Hund vorbei ging, waren gnadenlos zum Scheitern verurteilt. Kennst du das vielleicht auch?

Naja, wenn sie mich ohne große Ablenkung schon nicht anguckt, wie sollte das dann bei so großer Ablenkung funktionieren? 

Wie wird mein Hund aufmerksamer?

Mir war irgendwie klar, dass ich nicht um alles auf der Welt spannender als die Umwelt sein konnte. Von diesem riesigen Anspruch verabschiedete ich mich ziemlich schnell.

Aber wie kann ich es dann schaffen, dass ich doch mehr Aufmerksamkeit bekomme als bisher?

Das Gute ist: Niemand muss für seinen Hund spannender sein als die Umwelt. Du auch nicht. Aber:

Aufmerksamkeit m​uss sich lohnen!

Ich begann zunächst unterwegs darauf zu achten, ob Makeba mich tatsächlich NIE von sich aus anschaut oder ob es mir bisher vielleicht einfach nicht aufgefallen ist.

Gut. Die erste Zählung war sehr ernüchternd. Auf einer 30 minütigen Tour genoss ich ganze zwei mal ihre Aufmerksamkeit in Form "sie schaut ganz kurz in meine Richtung". 

Freiwillige Aufmerksamkeit belohnen

Die allererste Änderung bestand darin, dass ich die wenigen Male ihrer freiwilligen Aufmerksamkeit - und wenn sie nur zufällig in meine Richtung geguckt hat - irgendwie belohnt habe. 

Anfangs mit einem verbalen Lob, wenn sie in meiner Nähe war auch mal mit einem Keks. 

Das brachte mir innerhalb eines Spaziergangs schon mal eine 500% Steigerung der freiwilligen Aufmerksamkeit ein. Makeba guckte ganze 10 mal zu mir um ohne dass ich sie dazu aufforderte.

Da das Training ohne zusätzlichen Zeitaufwand möglich war, beschloss ich, das weiter auszubauen um zu sehen wie sich ihre Aufmerksamkeit weiter veränderte.

Makeba fand Futter damals zwar ganz ok, vom Hocker reißen konnte ich sie mit einem Stück Trockenfutter aber nicht gerade. 

Ich überlegte mir also, womit ich sie wirklich belohnen könnte wenn mir ihre Aufmerksamkeit wichtig war.

Bedürfnisorientierte Belohnung

​Die Futterbelohnungen variierte ich. Sowohl in Qualität des Futters (feuchtes Futter findet Makeba viel besser als Trockenfutter) als auch darin, wie ich sie damit belohnte testete ich Verschiedenes:

  • geworfene Belohnung wenn sie gerade Rennen wollte
  • verpackte Belohnung (Frühstückspapier)
  • kleine Futterstücke verstreut (Suchen, Stöbern)
  • Belohnung versteckt zur Suche

Je mehr ich mit meiner Belohnung Makebas aktuelle Stimmung aufgreifen konnte, desto begeisterter war sie.

Und wenn mein Hund kein Futter mag?

Futter ist nur eine Belohnungsart. Futter hat den Vorteil, dass man es schnell und in verschiedenen Varianten parat hat. Dazu sind die Belohnungsmöglichkeiten fast unendlich. 

Belohnung ist alles, was dein Hund gut findet. Je eher du das Bedürfnis deines Hundes triffst, desto belohnender wird er es empfinden. 

Er will gerade eigentlich Jagen gehen? Belohne ihn fürs "Nichtjagen" mit einem Jagdersatzspiel. 

Dein Hund macht gerne Tricks? Setze einen besonders tollen Trick als Belohnung ein.

Wenn sie "flitzig" ist und gerade viel herum rennt: Sie guckte kurz in meine Richtung, markierte ich diesen kurzen Blick mit dem Markersignal und belohnte sie mit einer gerollten oder geworfenen Belohnung.

Sie durfte also hinter einem guten Futterstück her rennen und es am Ende fressen - zwei Belohnungen auf einen Schlag.  

Dazu musste ich mich weder zum Affen machen noch herum quietschen. Deshalb verfolge ich diesen Ansatz heute noch. Nicht nur mit meinem eigenen Hund sondern auch im Dogwalking.

Gerade neue Hunde lernen sehr schnell, dass es sich lohnt, immer mal wieder in meine Richtung zu schauen.

So trainiere ich die freiwillige Aufmerksamkeit mit Hunden im Dogwalking:

Du musst nicht spannender als die Umwelt sein. Wenn dein Hund oft die Erfahrung macht dass du ihm genau das zu bieten hast, was er gerade ohnehin möchte wirst du automatisch immer wertvoller für deinen Hund.

Damit machst du es ihm sehr einfach, dich öfter mal im Auge zu behalten. Es könnte ja wieder ein tolles Spiel mit dir möglich sein oder bei dir findet ein Suchspiel für deinen Hund statt.

Mach` dir also nicht den Stress, unbedingt spannender als die Umwelt zu sein. Das ist nicht nötig. Und zum Clown machen musst du dich schon gar nicht. 
Es sei denn dein Hund und du finden es lustig. 😉

Du kennst jemanden, der auch mit der Aufmerksamkeit seines Hundes "zu tun" hat? 

​Dann teile diesen Beitrag in deinem Netzwerk und zeige der Person wie sie einen aufmerksameren Hund bekommen kann.

Hund im Dunkeln

Hunde in der Dunkelheit

  • 7. November 2017

Schon wieder befinden wir uns mitten in der dunklen Jahreszeit. Seit der Umstellung auf Winterzeit bleibt abends nicht mehr viel Gelegenheit um bei Tageslicht mit dem Hund raus zu gehen.

Vielleicht gehörst du auch zu den Hundehalter_innen, die in der Dämmerung oder in der Nacht mit ihrem Hund vor die Türe müssen. 

Seid ihr hier bereits "alte Hasen" und dein Hund kennt die Dunkelheit? Prima. 

Möglicherweise fallen dir aber auch veränderte Verhaltensweisen bei deinem Hund auf. 

Dunkelheit = mein Hund ist so anders!

Möglicherweise hatte dein Hund bisher nie Probleme mit Joggern und plötzlich wird der Jogger auf der Abend-Runde verbellt, die Rückenhaare deines Hundes stellen sich auf und du erkennst deinen Hund fast nicht wieder?

Einige Hunde reagieren in der Dämmerung oder im Dunkeln extremer auf kontrastreiche Objekte und Bewegungen. 

Hast du dich schon mal gefragt, wie dein Hund immer die Mäuse findet? Er erstarrt plötzlich am Wegesrand und fixiert eine bestimmte Stelle wobei du noch nicht mal das Wackeln eines Grashalms wahrgenommen hast.

Das liegt daran, dass Hunde bereits kleinste Bewegungen viel besser wahrnehmen als wir Menschen. Dazu verfügen Hunde über ein ca. 240 Grad Sichtfeld (zum Vergleich: unser menschliches Sichtfeld beträgt nur etwa 180 - 200 Grad.  Sie können also in einem größeren Bereich Bewegungen wahrnehmen als wir.


Warum Rehe erstarren

Wenn Rehe mögliche Gefahren wahrnehmen bleiben sie sofort bewegungslos stehen. Das steigert ihre Überlebenschancen, denn Beutegreifer wie Hunde können sie so bewegungslos kaum wahrnehmen.
Sofern das Reh nicht in unmittelbarer Nähe zum Hund steht ist diese Strategie erfolgsversprechend, denn Hunde sind verhältnismäßig kurzsichtig. 
Sobald sich das Reh aber bewegt beginnt unter Umständen die Verfolgungsjagd. Denn trotz des schlechten "Scharfsehens" nehmen Hunde kleinste Bewegungen auch auf größere Entfernung sehr gut wahr. 

Das Auge unserer Hunde

Das hundliche Auge ist darauf spezialisiert, kleinste Bewegungen wahrzunehmen. Über diese Fähigkeit verfügen sie ebenfalls in der Dämmerung.

Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass Hundeaugen leicht reflektieren, ähnlich wie Katzenaugen wenn sie angeleuchtet werden. Das "Feature", welches im Auge des Hundes für besseres Dämmerungssehen sorgt ist das tapetum lucidum (ich übersetze mal laienhaft mit "leuchtende Tapete"). Das hilft Hunden, Kontraste (hell/dunkel und bewegt/unbewegt) auch bei spärlichem Licht deutlich wahrzunehmen.


Im Farbsehen sind die Augen unserer Hunde nicht so gut. Sie nehmen Gelb- und Blautöne sehr gut wahr, grün und rot jedoch werden als grau/braun wahrgenommen. 

Hunde sind nahezu rot-grünblind.

Dinge in Blau und Gelb kann dein Hund viel besser wahrnehmen als rote oder grüne Gegenstände. Vielleicht wird das nächste Spielzeug blau? 

Ein roter Ball auf einer grünen Wiese ist deshalb eher eine Herausforderung für die Nase des Hundes - mit seinem Sehsinn wird er hier nicht weit kommen.

Was bedeutet das für die abendliche Gassitour?

Die Wahrnehmung deines Hundes verändert sich im Dunkeln. Bewegungen werden "krasser" wahrgenommen. Dabei kann die "Alarmbereitschaft" deines Hundes ansteigen und er findet bewegte Dinge erst einmal potenziell gefährlich. 
Auch wenn Jogger/Mülltonnen und anderes im Hellen für deinen Hund völlig uninteressant sind, kann er bei Dunkelheit hier Unsicherheiten entwickeln. 
Das liegt hauptsächlich an der veränderten Wahrnehmung bei Nacht. 


Das kannst du tun um auch im Dunkeln entspannt mit deinem Hund unterwegs zu sein:

  • Beobachte deinen Hund gut  sobald er etwas wahrnimmt - frühzeitig ruhig loben und anschließend ggf. für mehr Abstand zum "gruseligen Etwas" sorgen
  • lasse deinen Hund bei Dunkelheit immer angeleint und gut gesichert
  • Hast du bereits ein Markersignal aufgebaut? Dann arbeite mit Click für Blick beim ersten Wahrnehmen eines potentiell gruseligen Reizes und belohne auch mit mehr Abstand 
  • lightbulb-o
    Sorge für zusätzliche Beleuchtung: Trage eine Stirnlampe
  • lightbulb-o
    Statte deinen Hund mit gut sichtbaren Utensilien aus (z.B. Leuchthalsband*)

Welches Leuchthalsband?

Es gibt eine Menge Leuchthalsbänder* auf dem Markt. Ich bevorzuge richtige Halsbänder, in die ein Leuchtmittel eingearbeitet ist. Sie sind etwas stabiler als die runden Neonröhrchen. Durch die breitere Auflagefläche sind sie für die Hunde angenehmer zu tragen.

Ist dein Hund im Dunkeln anhaltend gestresst und reagiert er immer heftiger?

Dann ist erst einmal Management gefragt. Verlege die Hauptgassistrecke wenn möglich ins Helle oder in beleuchtete Gebiete. Teste, ob dein Hund entspannter laufen kann wenn du z.B. eine Stirnlampe trägst.

Hast du einen Garten oder gibt es einen kleinen Grünstreifen in der Nähe eures Zuhauses? Prima, dann suche bei Dunkelheit diesen Grünstreifen nur für das nötigste Geschäft deines Hundes auf und gehe mit ihm anschließend wieder in die sichere Wohnung. 

Eine entspannte Winterzeit wünsche ich dir und deinem Hund.

Dein Erik

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Trennungsstress

Trennungsstress – Wenn der Hund nicht alleine bleiben kann

  • 4. November 2017

Trennungsstress ist eine riesige Belastung - nicht nur für den Hund - sondern oft auch für uns Hundehalter​. Wenn der Hund nicht gut alleine bleiben kann und leidet stehen wir häufig hilflos da. 

Manchmal kann man seinen Hund einfach nicht mitnehmen und er ist zuhause besser aufgehoben als etwa beim Arzt oder im Auto vor dem Supermarkt.

Kann dein Hund gut alleine bleiben? Prima. Das ist Gold wert!

Was aber, wenn nicht?

Kommt dir Einiges davon bekannt vor?

Wenn dein Hund alleine zuhause war

  • berichten deine Nachbarn, dass dein Hund viel gebellt oder geheult hat
  • findest du ein zerlegtes Sofa oder zerstörte Tischbeine vor
  • hat dein Hund die Türe zerkratzt
  • findest du eine Pfütze in der Wohnung

Wenn einer dieser Punkte auftritt besteht meist kein Zweifel, dass der Hund Probleme mit dem Alleinesein hat. Denn eine zerstörte Wohnungseinrichtung fällt schnell auf.

Allerdings gibt es auch die Hunde, die still vor sich hin leiden und es womöglich nie entdeckt wird, dass sie eigentlich Trennungsstress haben. 

Was ist Trennungsstress?

Wenn ich mal so darüber nachdenke ist es verwunderlich, dass viele Hunde scheinbar kein Problem mit dem Alleinebleiben haben. Warum ich das denke?

Im Alltag wünschen wir uns eigentlich ständig, dass unsere Hunde auf uns achten, auf jedes unserer Signale reagieren und sich an uns orientieren. 

Wir sind für unsere Hunde zudem elementar wichtig weil wir Nahrung (sprich den gefüllten Futternapf) beschaffen und für Sicherheit und Erfüllung der notwendigen Bedürfnisse des Hundes sorgen.

Und plötzlich muss der Hund ohne uns klar kommen. Wir gehen, lassen ihn alleine in der Wohnung. Auch wenn ich meinem Hund sagen würde "In zwei Stunden bin ich wieder da!" - er versteht das natürlich nicht.

Nachdem der wichtige Mensch, der Bindungspartner also weg ist, hat der Hund keine Ahnung, wie er sich alleine wohl fühlen kann. Der Sicherheitsfaktor Mensch, der Bindungspartner ist verschwunden. Der Hund weiß nicht ob und wann der Mensch wieder kommt. Das macht Stress. Und Stress tut weh. 

Hunde die Trennungsstress haben leiden tatsächlich auch körperlich.

Was ist Trennungsstress nicht?

Ganz wichtig, wirklich ganz wichtig: Hunde, die Trennungsstress haben und dadurch vielleicht die Wohnung umdekorieren tun das nicht um zu protestieren oder uns zu ärgern.

Sie suchen ein Ventil um mit ihrem Stress fertig zu werden und haben noch keinen adäquaten Weg gelernt.

Warum mir das wichtig ist?
Wann immer Begriffe wie "Protest", "Kontrolle" oder "Respekt" in Verbindung mit Hundeerziehung fallen löst das häufig Ärger über den Vierbeiner aus.

Damit verbauen wir uns und unserem Hund eine Entspannung der Situation. Denn meistens kommen dann "Empfehlungen" auf den Tisch wie:

  • "Du musst ihn ignorieren und darfst nicht reinkommen solange er bellt!"
  • "Du musst ihm seinen Rang klar machen!"
  • "Er kontrolliert dich und das darfst du nicht zulassen!"
  • "Du musst ihn mit der Nase in seine Hinterlassenschaft tunken!"

Wann immer du so etwas hörst oder liest: Überhöre es! 

Solche Empfehlungen sind lange veraltet und haben im fairen Umgang mit Hunden nichts zu suchen. Der einzige Lerneffekt den ein Hund davon hat, ist, dass sein Mensch unberechenbar und zeitweilig gruselig ist. Das sorgt also nur für mehr Stress. Und den können wir nun gar nicht brauchen.
 
Du weißt jetzt, dass Trennungsstress wirklich Stress für deinen Hund ist und er sich das nicht raussucht. 

Du musst dir also keine Sorgen machen, dass dein Vierbeiner dich nicht "ernst" nimmt oder dich bösartig kontrollieren will.
Im Gegenteil, wenn dein Hund Trennungsstress hat bist du ihm so wichtig, dass er nicht weiß, wie er sich ohne dich wohlfühlen kann. 

Das Gute daran: Dein Hund kann lernen, sich auch alleine besser zu entspannen.

Was du tun kannst

Geht es um das Training von Trennungsstress ist es im Prinzip ähnlich wie bei fast jedem Training:

Der Hund braucht ein Alternativverhalten. Er muss wissen, was er tun kann, wenn seine Bezugsperson nicht verfügbar ist.

Das Alternativverhalten ist dabei aber nicht ein "Platz und Bleib" bis der Mensch wieder da ist. Würde sich der Hund dabei besser fühlen? Eher nicht. Abgesehen davon ist es auch nicht praktikabel, da nie "kontrolliert" werden kann, ob der Hund dann tatsächlich im Platz bleibt. Ganz zu schweigen von der Abartigkeit, den Hund möglicherweise stundenlang im Platz liegen zu lassen.

Entspannung

Das Gegenteil von Stress ist Entspannung. Durch Training lernt dein Hund sich auch zu entspannen wenn du nicht da bist. 

Dabei hilft eine tolle Sicherheits- oder Entspannungszone.
Das ist ein Bereich in der Wohnung/im Haus, an dem sich dein Hund wohl fühlt. Der Bereich darf ruhig aus mehr als nur einem Körbchen bestehen. Vielleicht liegt dort eine kuschelige Decke neben dem Körbchen, oder es steht eine offene Hundebox in der Zone, in die sich dein Hund gerne freiwillig zurück zieht.
In der Entspannungszone passieren nur angenehme Dinge für deinen Hund. Er findet hier öfter mal tolle Kauteile, vielleicht ein Eierkarton voller Kekse, ein gefüllter Kong oder er bekommt eine Massage von dir während er dort liegt. 

Durch eine Entspannungszone lernt der Hund, dass er sich auch ohne dich gut fühlen kann. Die Entspannungszone wird durch Training zu einem Ort, den dein Hund aufsuchen kann wenn du nicht da bist. 

Hilfreich ist es, wenn die Zone abgetrennt werden kann. So lernt dein Hund, dass er dir nicht immer folgen kann. Er bekommt aber gleichzeitig eine Alternative mit der er sich ebenfalls wohl fühlen kann. Durch kleinschrittiges Training kann dein Hund lernen, dass er auch ohne dich immer länger klar kommt.

Ganz wichtig: Dein Hund darf außerhalb der Trainingssituationen nicht alleine gelassen werden. Wenn er immer wieder die Stresssituation erlebt kann er nichts Neues lernen und du sabotierst dein Training. 
Es lohnt sich, für die Zeit des Trainings eine alternative Betreuung zu organisieren. 

Erwartungssicherheit

Neben Entspannung spielt auch die Erwartungssicherheit eine große Rolle. Mit Erwartungssicherheit ist gemeint, dass der Hund ein eindeutiges Signal lernt, wann seine Bezugsperson nicht zur Verfügung steht. Quasi eine "Ignorierzeit". Allerdings ist ignorieren nur dann sinnvoll, wenn der Hund auch weiß, was er stattdessen tun kann. Deshalb ist die Entspannungszone so wichtig. 

Während des Trainings lernt der Hund durch ein bestimmtes Signal, dass seine Bezugsperson jetzt nicht zur Verfügung steht. Anfangs hält sich die Bezugsperson noch im selben Raum auf, ein neues Signal wird etabliert und der Hund für eine kurze Zeit nicht beachtet. Diese Zeitdauer wird im Verlauf ausgedehnt bei Anwesenheit der Bezugsperson. Kann dein Hund diese Situation entspannt erleben ist der nächste Schritt, dass du als Bezugsperson nach dem Signal den Raum kurz verlässt und dein Hund dir nicht folgen kann. 
Kann dein Hund dabei auch entspannt in seiner Zone bleiben, dehnst du hier zunächst die Zeitdauer aus. Geht das auch über längere Zeit gut kannst du im nächsten Schritt tatsächlich kurz die Wohnung verlassen. 

Das Training an Trennungsstress ist für dich einfacher als es sich hier liest.

Wichtig ist: Du brauchst einen guten Plan und die Möglichkeit vorübergehend sicher zu stellen dass dein Hund nicht alleine sein muss.

Wenn du dabei Unterstützung benötigst kontaktiere mich oder eine_n gewaltfrei arbeitende_n Trainer_in.
Gerne bin ich bei der Suche danach behilflich und kann dir Adresse zu mir persönlich bekannten Trainern schicken.

Alles Gute für dich und deinen Vierbeiner!

Bis bald,

dein Erik 




Welpe bellt

„Hilfe! Mein Welpe bellt alles an!“

  • 22. Oktober 2017

Viele Welpenbesitzer berichten, dass ihr Welpe auf dem Spaziergang "alles anbellt".
Auf Nachfrage, was der Welpe denn anbellt bekomme ich häufig zur Antwort - Der Welpe bellt: 

  • fremde Menschen auf der Straße
  • Autos/Motorräder
  • andere Hunde
  • Rollstühle
  • Postboten
  • und vieles mehr an

Weshalb bellen viele Welpen Dinge an?

Bellen hat häufig etwas mit großer Aufregung zu tun. Große Aufregung entsteht etwa durch Furcht vor (für den Hund) komischen Dingen. Gerade bei Welpen in jungem Alter kann es zu einer Phase kommen, in der viele Dinge potenziell gefährlich sind und zu einer entsprechenden Reaktion - meistens Bellen - führen.

Wenn dein Welpe etwas anbellt will er dich also nicht ärgern sondern er wird in den meisten Fällen etwas bestimmtes ziemlich gruselig finden.

Beobachte mal, in welchen Situationen dein Welpe bellt:
Wenn jemand direkt auf euch zu kommt? Viele Welpen und auch erwachsene Hunde finden es bedrohlich, wenn jemand direkt auf sie zu kommt. Da Welpen häufig ja besonders süß aussehen kann es sein, dass Menschen die Welpen dabei direkt anschauen. Das wirkt in Verbindung mit der direkten Annäherung für viele Welpen und Hunde extrem bedrohlich. Als Folge auf diese Bedrohung beginnen viele Welpen und Hunde zu bellen. 

Eine neue Situation sorgt IMMER für mehr Erregung. Eine neue Situation für deinen Hund kann entweder toll oder aber bedrohlich sein. 

Plötzliche Dinge tauchen auf

Tauchen plötzlich Menschen, Hunde oder Fahrzeuge auf ist es normal, wenn Hunde mit Angst oder Schreckreaktionen reagieren. Hunde reagieren quasi automatisch auf plötzliche Reize, die sich in der Umwelt verändern. Das dient dazu, dass jedes fremde, neue und plötzlich auftretende Ding potentiell gefährlich ist und deshalb erst einmal erhöhte Wachsamkeit auslöst.

Die erste Schreckreaktion kannst du hierbei gar nicht verhindern. Du kannst aber daran arbeiten, wie dein Hund weiter reagiert. 

Was will dein Hund mit dem Bellen erreichen?

Ganz oft ist Bellen ein "Alarmsignal". Der Welpe findet: Da ist etwas komisch. Dazu spielt die erhöhte Aufregung eine Rolle. Viele Hunde reagieren bei Aufregung mit Bellen. 

Bellen kann auch ein Versuch sein, das Gegenüber zu vertreiben. Etwas, was bedrohlich erscheint, zunächst "gemeldet" mit einem verhaltenen "Wuff". Wenn sich das bedrohliche "Etwas" weiter nähert wird sich das Bellen sehr steigern, denn dann versucht der Welpe, das Bedrohliche auf Abstand zu halten und zu vertreiben. Wenn wir mit unserem Welpen dann weiter auf das Bedrohliche zu gehen oder das Bedrohliche tatsächlich weiter auf den Welpen zu kommt, wird das sein Bellen und seine Aufregung sicher steigern. 

Es ist also nicht zielführend, wenn du versuchst, deinen Welpen "selbstbewusst" durch die Situation zu ziehen. Du musst auch nicht versuchen, alleine mit deinem selbstbewussten Auftreten deinem Welpen mehr Sicherheit zu vermitteln. Das funktioniert nicht und das musst du nicht persönlich nehmen. Du kannst noch so selbstbewusst sein, deinem Hund hilft es nicht wenn da etwas kommt was ER gruselig findet.
Schimpfen wird dir auch nicht helfen, denn dein Hund hat vermutlich Angst oder er ist so aufgeregt, dass er sich nicht anders zu helfen weiß.
Was also kannst du tun?

Was kannst du tun, damit dein Hund neue Dinge entspannt erlebt?

Achte genau darauf, wenn dein Hund etwas wahrnimmt und kurz "stockt". Das ist der Moment, in dem du deinen Welpen loben kannst und vielleicht mit einem Keks belohnst.

Wofür, fragst du dich?
Ganz einfach: Damit kannst du den ersten Schreck etwas abmildern und dein Welpe lernt, dass komische Dinge zunächst einmal was Gutes von deiner Seite aus bedeuten. Wenn du bereits ein Markersignal kennst, dann kannst du das genau dort einsetzen, wenn dein Hund etwas erblickt, was er normalerweise anbellt.

Dazu solltest du genau schauen, ob dein Hund vielleicht lieber etwas mehr Abstand haben möchte. 

Mach' langsam, gehe etwas mit deinem Welpen auf die Seite. Belohne ihn für ruhiges Schauen unbedingt. Lass' ihn hinschauen. Etwas, was man gruselig findet, hat man am liebsten im Blick, damit man sehen kann, wo das Gruselige hin geht.

Bringe deinem Welpen bei, was er tun kann wenn etwas Gruseliges auftaucht!

Damit dein Hund weiß, was er tun kann wenn er sich unwohl fühlt kannst du deinem Welpen zuhause in Ruhe ein neues Signal beibringen. 
Das könnte zum Beispiel ein Handtouch sein. Damit kannst du deinen Welpen in vielen Situationen leicht an bestimmte Stellen bugsieren und ihm eine einfache Aufgabe geben.

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Kurz und knapp:

  • star-o
    Erster Blick deines Welpen zum "Auslöser"  ruhig belohnen 
  • star-o
    Slow down und sorge für soviel Abstand, dass dein Welpe ruhig schauen kann
  • star-o
    Belohne deinen Hund erst, wenn er kurz hingeschaut hat
  • star-o
    Bringe deinem Welpen bei, was er statt Bellen tun kann
  • star-o
    Sorge nach aufregenden Situationen für genügend Entspannung zuhause

Nun weißt du, woher das Bellen kommt und was du dagegen tun kannst. 

Wenn du Fragen hast, schreibe mir gerne eine Nachricht an erik@der-dogwalker.de.

Kennst du bereits unsere Facebook-Gruppe AlltagsHunde? Hier besprechen wir alle möglichen Fragen rund um den Alltag mit deinem Hund.

Hundeerziehung – Eine Frage der Sichtweise?

  • 21. Oktober 2017

Neulich kam mir wieder mal der Gedanke, dass wir hier in Deutschland eigentlich in einer ziemlichen Fehlerkultur leben. Schon in der Schule geht es immer nur darum Fehler zu vermeiden.
Die Fehler werden rot umkringelt, unterstrichen und markiert. Das, was gut ist bleibt unkommentiert oder wird im Gesamten mit einem "Gut" quittiert. 
Das Ganze zieht sich dann direkt ins Studium oder ins Berufsleben: Bloß keine Fehler machen. Wie oft bekommen wir von unseren Vorgesetzten oder Mitmenschen ein Lob und wie oft werden wir im Verhältnis auf Fehler aufmerksam gemacht? 

Was fühlt sich besser an? Ich denke, ein Lob - wenn es denn authentisch ist - fühlt sich eindeutig besser an. 

Reagieren oder agieren?

Wie machen wir das denn mit unseren Hunden?
Früher wurde ich erst aktiv, wenn mein Hund etwas in meinen Augen "Doofes" getan hat.
Dann kam ein Feedback, nämlich dass ich das nicht möchte. Mein Hund wusste zwar, dass mir etwas nicht passt. Da Hunde aber nicht so super "generalisieren" können wie wir Menschen, wusste er nicht, worauf sich mein Groll bezog. Lag es daran, dass er gerade einen Schritt nach vorne gemacht hat? Weil er gerade die Krähe angesehen hat? Das konnte er nicht wissen.

Wie kann man das Dilemma also auflösen damit man nicht immer erst aktiv wird wenn der Hund schon (in unseren Augen) einen Fehler gemacht hat sondern wie er lernen kann, was wir eigentlich von ihm wollen - darüber spreche ich im aktuellen Video. Hier kannst du es ansehen:

Der Fokus liegt auf Fehlern

Wir Menschen tun uns unheimlich schwer, Lob zu verteilen solange andere Menschen oder etwa unsere Hunde etwas gut machen. Sobald uns etwas nicht passt, fällt es eher auf und wir schenken diesem Fehler mehr Beachtung, als den wirklich wertvollen Verhaltensweisen. 

Dazu kommt, dass wir gelernt haben: Fehler machen ist doof.
Wir mögen doch bitte immer jede Situation unter Kontrolle haben. Daraus entsteht häufig eine Menge Druck, welcher unsere Beziehung zu unseren Hunden extrem belasten kann. Unter (subjektiv empfundenem) Druck reagieren viele Menschen impulsiver. 

Übrigens ist das bei unseren Hunden ganz genauso. Je gestresster sie sind, desto heftiger werden die Reaktionen unserer Hunde ausfallen.

Honorieren was gut ist

Durch "Korrigieren" -wie es so oft genannt wird- kann man lediglich Verhalten unterdrücken. Danach weiß der Hund aber immer noch nicht, was er zukünftig in ähnlichen Situationen tun soll.
Um ein neues erwünschtes Verhalten zu bekommen muss der Hund lernen können, was er in der jeweiligen Situation tun soll. Er muss die Möglichkeit bekommen, ein gutes Alternativverhalten zu lernen.

Wir können unseren Hunden also Feedback geben, wenn wir etwas toll finden. 

Je öfter ein Hund für Dinge belohnt wird, die er von sich aus "gut" macht, desto häufiger und länger wird er das immer wieder tun. 

Wenn wir also erreichen wollen, dass unser Hund nicht so weit von uns weg läuft ist der erste Schritt zu formulieren, was wir denn haben wollen.
"Mein Hund soll im Umkreis von 10 Metern um mich herum bleiben". Das ist ein greifbar formuliertes Verhaltensziel. Also können wir den Hund häufig belohnen, wenn er sich innerhalb dieses Radius' aufhält. 
Alleine dadurch, dass wir ihn zurückrufen oder sonst wie beeinflussen wenn er diesen Radius verlässt, kann er nicht lernen, was er denn tun soll. 

Statt nur einem "So bitte nicht" braucht jeder Hund die Möglichkeit ein "So geht es" zu lernen. Und das geht nur dadurch, dass sich etwas für den Hund lohnt. 

Perspektivwechsel

Mir fiel es anfangs wirklich schwer. Ganz ehrlich. Es war so ungewohnt für mich auf die Dinge zu achten, die mein Hund von alleine super macht ohne dass ich etwas sagen musste. Und zwischenzeitlich ist es so, dass sich dieser Perspektivwechsel auch auf ganz andere Bereiche meines Lebens ausbreitet wie ein Virus. Mir fällt es leichter, nicht das halbleere sondern das halbvolle Glas zu sehen. 

Den größten Effekt hatte dieser Perspektivwechsel allerdings auf die Beziehung zu meinem Hund. Erst dann merkte ich, wie viel Druck ich überhaupt aufgebaut hatte und wie sehr ich meinen Hund gehemmt hatte in seinem Verhalten. 

Jetzt freue ich mich über einen Hund, der freudig mitarbeitet, Spaß hat, neue Dinge zu lernen und der keine Angst mehr vor mir haben muss.

Ich habe gelernt, wie ich "Fehler" meines Hundes vermeiden kann, damit er nicht weiter das falsche Verhalten übt. Daneben pflastere ich ihm den Weg mit Hinweisen, was ich statt dessen gerne von ihm hätte.
Und das macht mir viel mehr Spaß als ständig ärgerlich auf Fehler zu reagieren oder diese gar zu provozieren.  

Wie geht es dir und deinem Hund? Wie ist eure Geschichte?

Wie kommt es zu Leinenaggression?

  • 15. Oktober 2017

Heißes Thema: Leinenaggression

Warum gehen so viele Begegnungen an der Leine schief?

Grund 1 - Zu schnelle Annäherung
Die meisten Hunde beginnen an der Leine zu ziehen wenn sie auf andere Hunde zulaufen. Sie haben vielleicht gelernt, dass sie dem Hund ohnehin nicht ausweichen können wenn sie an der Leine sind. Deshalb lautet die Strategie "Vollgas nach vorne". Das findet der entgegenkommende Hund bedrohlich und reagiert dann seinerseits mit Fixieren, Drohen und Bellen.

Dann gibt es Hunde, die bereits über viele Meter Abstand zum entgegenkommenden Hund durch Schnüffeln die Annäherung ausbremsen. Wenn der Mensch nun einfach weiter auf den fremden Hund zu läuft bekommt der eigene Hund Probleme.
Vielleicht möchte er den anderen Artgenossen erst mal aus der Entfernung betrachten.
Hunde kommunizieren bereits über weite Distanz miteinander. Wenn diese Kommunikation unterbrochen oder verhindert wird steigt die Wahrscheinlichkeit für eine beginnende Leinenaggression.

Häufig laufen wir Menschen einfach frontal mit unserem Hund in das andere Hund-Mensch-Team hinein. Unter Hunden wirkt die schnelle frontale Annäherung bedrohlich und die Situation kann dadurch bereits sehr angespannt sein.

Beobachte einmal, was dein Hund beim Anblick eines anderen Hundes tut, wenn du ihm genügend Abstand und Zeit lässt:

  • Schnüffelt er am Wegrand? 
  • Schaut er kurz zum fremden Hund und anschließend wieder weg?
  • Schaut er dich an?
  • Möchte er den Weg verlassen und auf die Wiese gehen?

Wenn etwas davon auf deinen Hund zutrifft wenn der Abstand noch groß genug ist, dann ist es eine gute Idee, deinem Hund diesen Spielraum einzuräumen. Er nimmt selbst Geschwindigkeit aus der Annäherung und signalisiert dem anderen Hund, dass er keinen Konflikt haben möchte.


Grund 2 - Bewegungseinschränkung durch die Leine
Viele Hunde fühlen sich durch die Leine eingeschränkt. Wenn ein Hund als Junghund an der Leine zu allen Hunden hingelassen wurde und jetzt geht das nicht mehr ist natürlich Frust vorprogrammiert. Einer Leinenaggression steht damit Tür und Tor offen.

Nehmen wir an, ein Hund hat gelernt, dass er immer jeden Hund begrüßen darf. Nun wird er auf einmal an der Leine daran gehindert. Da kann mächtig Frust aufkommen. Aus Frust wird blitzschnell Aggression. 

Eine Leine verhindert in den meisten Fällen einfach hundliche Kommunikation. Sobald die Leine auf Spannung kommt, verändert sich der Körperschwerpunkt und damit die Körperhaltung des Hundes. Schon ist die Körpersprache eine andere, als es ohne Leine der Fall wäre. Häufig nehmen wir als Hundehalter die Leine kürzer und sorgen damit für mehr Spannung, sobald ein anderer Hund näher kommt.

Übrigens entstehen so die Leinenrambos, die ohne Leine mit vielen Hunden deutlich besser klar kommen.

Grund 3 - Frühere Situationen mit Hunden
Welche Erfahrungen hat dein Hund mit anderen Hunden bereits gesammelt? Gab es unschöne Begegnungen? Reagiert er an der Leine jedes Mal frustriert oder generell aufgeregt wenn er andere Hunde sieht? Dann landet jede neue Begegnung, die ähnlich abläuft auf seinem Erfahrungskonto und die Begegnungen werden jedesmal stressiger für ihn.

Viele Hunde haben früh im Leben die große Aufregung mit Hunden verknüpft. Weißt du, wo?
Auf dem Hundplatz oder der Hundeschule herrscht oft Gefiepe und Gebelle. Vielleicht gibt es Tobe-Runden vor oder nach der Stunde und was passiert? Die Hunde verbinden ganz viel Anspannung und Aufregung mit anderen Hunden. Das führt später dazu, dass dein Hund aufgeregt wird wenn er andere Hunde sieht. 

Oft führt gerade die gut gemeinte Welpenstunde zu Problemen: Wenn diese Gruppe schlecht oder gar nicht geführt wird, es keine Pausen für die Welpen gibt, in denen sie auch tatsächlich entspannen lernen sondern nur "still gehalten werden" sind spätere Probleme vorprogrammiert.

Ganz wichtig ist übrigens auch: Welche Erfahrung haben unsere Hunde mit UNS gemacht wenn es um Hundebegegnungen geht? Gab es mal strenge Worte? Wurde an der Leine geruckt oder anders körperlich auf den Hund eingewirkt? All` das führt dazu, dass Hunde nur noch aufgeregter reagieren. Denn sobald ein Hund auftaucht reagieren wir Menschen auch noch sehr unangenehm.

Es gibt also hier eine Menge "Altlasten" die unsere Hunde so in Hundebegegnungen mitbringen.

Was ist dann aber die Lösung?
Auch hier lautet das Zauberwort: Entspannung! Es gibt tolle Möglichkeiten, wie du deinem Hund helfen kannst bei Hundebegegnungen entspannter zu bleiben. Mit gezieltem Training und Management wirst du schnell Erfolge feiern können.

In der ersten Zeit ist es werdet ihr die größten Fortschritte erreichen wenn:

  • ihr unkontrollierte Situationen in denen ihr nicht ausweichen könnt vermeidet (wenn dein Hund mit Aggression auf andere Artgenossen reagiert)
  • Tempo raus! Schau, was dein Hund macht wenn er langsam und mit genug Abstand zum anderen Hund gucken kann
  • mit genügend Abstand zu anderen Hunden und einem gut sitzenden Alternativverhalten trainiert wird


Genügend Abstand hat dein Hund dann, wenn er zum anderen Hund hin- und wieder weg schauen kann ohne sich stark anzuspannen oder gar mit Bellen oder Knurren zu reagieren. Möglicherweise sind das auch erst einmal 50 Meter.

Leinenspaziergänge mit einem anderen angeleinten Hund und genügend Abstand kann euch im Training sehr weiter helfen. Hier kann dein Hund lernen, dass er auch in Anwesenheit eines anderen Hundes mit dir zusammenarbeiten kann und vorallem sicher ist. Es passiert nichts Unangenehmes, nur weil ein anderer Hund in der Nähe ist.

Wenn dein Hund unbedingt jeden Hund begrüßen möchte und deshalb frustriert ist wenn er es nicht darf, können euch geführte Leinenspaziergänge auch helfen. Wähle da denn Abstand ebenfalls so, dass dein Hund noch "denken" kann und gar nicht erst in den Bereich kommt, an dem er fiepend und bellend in der Leine hängt. 

Hat dein Hund Stress und regt er sich auf, so kann er nichts lernen.

Gerade Training bei Aggressionsproblemen sollte dir und deinem Hund Spaß machen. Denn so entsteht eine tolle Lernatmosphäre - nicht nur für deinen Hund sondern auch für dich.

Jede Verhaltensänderung, die wir bei unseren Hunden erreichen wollen funktioniert nur, wenn wir selbst unser Verhalten und den Rahmen ändern.








 

Hund müde machen

„Du musst ihn richtig müde machen!“

  • 7. Oktober 2017

Hast du das auch schon mal als "Tipp" bekommen, wenn es darum geht warum dein Hund "rumspinnt"? 

Laste ihn mehr aus, beschäftige ihn mehr, geh' länger mit ihm Gassi und mach' ganz viel Unterordnung.

Solche "Tipps" gehören immer noch zum Alltag. Häufig sollen schon Welpen richtig ausgelastet werden damit sie zuhause endlich schlafen. Aber ist das tatsächlich der richtige Weg?

Das Problem mit mehr Auslastung

Wann wird zu mehr Auslastung geraten?
Meistens dann, wenn Hunde unerwünschtes Verhalten jeglicher Art zeigen.

Häufig geht es um Leinenaggression, Jagdverhalten, vermehrtes Bellen oder bei Welpen um die Schnapp-Schildkröten-Attacken.

Müde machen könne man den Hund dann mit noch mehr Bewegung, Ballspiel, langes Laufen am Fahrrad oder häufige Unterordnungsübungen. 

Viele Hunde können sich nicht ausruhen. Ruhe und Schlaf ist aber elementar wichtig um die alltäglichen Erlebnisse zu verarbeiten.

Das Ruhe- und Schlafbedürfnis der meisten Hunde beträgt zwischen 15 und 18 Stunden pro Tag. Welpen schaden auch 1-2 Stunden zusätzlich nicht. 

Stress kann viele Ursachen haben:

Viele Umweltreize, viele Hundebegegnungen (oder wenige richtig doofe), Schmerzen, Frustration, Mehrhundehaltung, Ängste und sogar Unterforderung - was aber eher selten ist - ...die Liste ist lang.

  • Umweltreize wie Autos, andere Tiere, Menschen
  • Angstauslöser wie bestimmte Gegenstände, Gewitter, Knallgeräusche
  • Einsatz von Strafen und unklare Kommunikation
  • Bewegungseinschränkung (etwa durch die Leine)

Nach müde kommt doof

Im Prinzip einfach: Wenn dein Hund "drüber" ist wird er doof. Mit doof meine ich, die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund in unseren Augen unerwünschtes Verhalten zeigt, steigt deutlich.

Hunde, die nicht genug ruhen können reagieren schneller und heftiger auf bestimmte Situationen. Sie können sich schlechter konzentrieren und nicht mehr so gut lernen.

Im Prinzip wie bei uns Menschen. Wenn ich eine Nacht nur 4 statt 7 Stunden geschlafen habe möchte ich am nächsten Tag nicht direkt in ein Meeting mit anschließender 4 stündiger Autofahrt welche mir viel Konzentration abverlangt. 

Viele Hunde haben nicht lernen können, dass Ausruhen eine Option ist. Bewegung ist meistens selbstbelohnend und fühlt sich gerade dann für Hunde gut an, wenn sie Stress haben.

Mehr Bewegung führt aber in aller Regel nicht zu mehr Entspannung sondern eine Summation weiterer Eindrücke, die alle nicht mehr oder nur teilweise verarbeitet werden können.

Und dann steigt schlicht die Aufregung und damit auch die Reaktivität des Hundes.

Allerdings - es kann durchaus eine Option sein, mit gleichmäßiger Bewegung den Stress "abzulaufen". Hier kommt es aber sehr auf den Hund drauf an und auf dessen gesundheitliche Verfassung.

Bei sommerlichen Temperaturen ist es schlicht fahrlässig tagsüber Ausdauersport mit Hunden zu betreiben.

"Aber früher hat auch keiner auf Entspannung geachtet"

Musste man auch nicht. Denn "früher" - also sagen wir vor 10-40 Jahren - wurden an Hunde nicht so eine Menge Anforderungen gestellt wie in unserer aktuellen Zivilisation.

Jetzt sollen sich unsere Hunde benehmen, in einem sehr dicht besiedelten Gebiet friedlich mit Menschen und allen Tieren klar kommen, nicht oder nur wenig bellen, überall mit hin können, Autofahren, an dicht befahrenen Straßen an lockerer Leine laufen, jeden Menschen freundlich begrüßen oder einfach ignorieren, spielende und laute Kinder ignorieren, Nachbars Katze ignorieren und auf grabschende Hände fremder Menschen freundlich reagieren.

Eine Menge Eindrücke und Reize also, denen unsere Hunde je nach Wohnsituation mehr oder weniger intensiv ausgesetzt sind.

Die Anforderungen an Hunde waren vor einigen Jahren noch andere. 
Jetzt - als Alltagsbegleiter - ist Hund-Sein oft ein sehr anstrengender Job. 

Wenn du dir denkst, du müsstest deinen Hund mehr beanspruchen damit er endlich richtig müde wird, dann lohnt sich ein Blick in die andere Richtung.

In den allermeisten Fällen braucht dein Hund dann einfach mehr Entspannung.

Es gibt neben "Schlafen" und "Ruhen" aber noch andere Möglichkeiten, wie du deinen Hund entspannen kannst. 

Möglichkeiten zur Entspannung

Es gibt zum Glück eine ganze Menge wunderbarer Möglichkeiten, mit denen du deinen Hund unterstützen kannst, stressige Situationen besser zu verarbeiten und auch langfristig gut damit klar zu kommen.

Neben genügend Ruhe und Schlafphasen - auch über den Tag verteilt - helfen euch folgend Dinge, Stress bei deinem Hund abzubauen:

  • einfache Suchspiele ohne Bleib- oder Warteübungen
  • "Hund" sein dürfen - Schnüffeln und Erkunden in sicherem Gelände und ohne ständige Unterbrechung durch den Menschen
  • Verzicht auf unangenehme Einwirkung im Umgang mit dem Hund
  • angle-double-right
    Dinge zerreißen oder zerfleddern dürfen
  • angle-double-right
    Massagen
  • angle-double-right
    Streckübungen

Du merkst sicher schon, es geht viel darum, dass die Hunde einmal ihre Bedürfnisse ausleben können ohne ständig unterbrochen oder daran gehindert zu werden. Denn gerade diese häufigen Unterbrechungen und Abbruch von Verhaltensweisen, die unsere Hunde gerade tun wollten oder bereits begonnen haben ist sehr frustrierend. Und Frust fühlt sich nicht gut an. 

Deshalb achte ich bei allen schönen Dingen darauf, dass mein Hund keine Fehler machen kann. Ich gestalte die Umgebung so, dass nichts Doofes passieren kann und mein Hund keine Gehorsamsübungen zeigen muss. Denn die erfordern wieder Impulskontrolle und erhöhen die Anspannung. Und das wollen wir ja eigentlich nicht.

Mache dir also einmal Gedanken darüber, wo du deinem Hund eine Art Abenteuerspielplatz haben kann und er sich nach Lust und Laune beschäften kann. 
Oder du bereitest ihm zuhause eine kleine Kiste mit lauter Dingen, die er zerfetzen, fressen, ausräumen, aufstöbern und zerkauen kann ohne dass du ihn dabei unterbrechen musst.

Das ist richtige aktive Entspannung und mindestens so wertvoll wie Ausruhen. 

Jetzt viel Spaß beim Überlegen und beim Beobachten deines Hundes bei seiner "aktiven Erholung".

In 12 Wochen zum Entspannungsprofi für deinen Hund

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Wie dir Tricks im Training mit deinem Hund helfen

  • 20. September 2017

Das Wort "Training" verbinden vielen Hundehalter_innen mit ernsthafter Arbeit und fleißigen Wiederholungen. Dabei ist erst Training, welches Spaß macht und sich gut anfühlt auch wirklich erfolgreich. Nicht nur für den Hund sondern gerade auch für dich als Hundehalter_in.  

Wenn du einen Hund hast, der in bestimmten Situationen mit Unsicherheiten reagiert kann ein gut trainierter Trick im Alltag helfen. 

Der Trick mit dem Trick

Beherrscht dein Hund einen Trick den er sehr gerne macht? Vielleicht Pfote geben, einen Diener machen, deine Hand mit der Nase anstupsen?

Du hast deinen Hund wahrscheinlich schon ganz oft dafür gelobt und belohnt, wenn er diesen Trick gezeigt hat und ihr hattet viel Spaß beim Training.
Der Trick ist also mit vielen angenehmen Emotionen für deinen Hund verbunden.

Super!

bullhorn

Tricks, die du häufig und gut belohnst und die dein Hund gerne macht kannst du auch in schwierigen Situationen einsetzen!

Der Trick wirkt dann als Stimmungsverbesserer und als Alternative, die viele Hunde gerne annehmen.

Wenn du bisher nur in der Wohnung trainiert hast suche dir den Trick raus der deinem Hund am meisten Spaß macht. Teste, ob dein Hund den Trick draußen in ruhiger Umgebung auch beherrscht.
Wenn dein Hund draußen noch nicht weiß was du von ihm möchtest hilf' ihm und mache einige einfache Wiederholungen so, wie du den Trick zu Beginn auch trainiert hast.
Dein Hund wird dann sicher schnell verstehen um was es geht. 

Nutze den Trick auf eurer Draußenzeit immer mal wieder und belohne ihn sehr gut. So hast du ein tolles Werkzeug, mit dem Du deinen Hund in gute Stimmung versetzen kannst. 

Mein Lieblingstrick und wie ich ihn einsetze

Ich bin bekennender Hand-Touch-Freak.
Auf das Wort "Touch" kommt mein Hund zu mir und stupst mit der Nase an meine hingehaltene Hand.

Kennst du das?
Du bist mit deinem Hund gerade auf dem Gehweg unterwegs und plötzlich kommt frontal auf euch zu um die nächste Ecke. Natürlich läuft dein Hund genau auf der "falschen" Seite.  Jetzt wäre es nützlich, wenn dein Hund "Fuß" gehen kann. Kann er aber nicht weil ihr es nie richtig trainiert habt.
Wäre es da nicht super nützlich wenn du mit einem einzigen kleinen Trick deinen Hund genau dort hin bringen könntest wo du ihn gerade haben möchtest?

Dafür nutze ich den Hand-Touch. 
Mein Hund hat gelernt, dass er nach dem Signal "Touch" meine ausgestreckte Hand sucht, sich dort hin bewegt und meine Hand mit der Nase zu berühren.

Den Hand-Touch nutze ich:

  • star-o
    um meinen Hund an eine bestimmte Stelle zu bugsieren (wenn Radfahrer kommen oder so)
  • star-o
    wenn ich meinen Hund kurz bei mir haben möchte ohne den Rückruf zu nutzen
  • star-o
    um den Blickkontakt zu einem anderen Hund oder Wild zu unterbrechen
  • star-o
    und vieles mehr

Ein gut trainierter Trick kann euch in vielen Situationen helfen. Frage den Trick ab, BEVOR dein Hund ein unerwünschtes Verhalten zeigt. 

Frage einen Trick ab, wenn dein Hund leichte Angst hat oder beunruhigt ist, wenn er aufgeregt ist und du ihn wieder ins "denkende Gehirn" holen möchtest.

Jetzt bist du dran:

Welchen Trick kann dein Hund besonders gut?
Wie kannst du ihn im Alltag einsetzen?