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Rückruf Hund

3 Gründe, warum dein Rückruf nicht funktioniert

  • 24. September 2019

Wie oft stand ich früher da, habe gerufen und es passierte....nichts. 

Meine Hündin vergnügte sich immer noch in einiger Entfernung und reagierte genau gar nicht auf meinen Rückruf. 

Kennst du solche Situationen auch?

Leider ging es mir echt oft so und ich habe echt an mir gezweifelt, gerade weil es immer eine tolle Belohnung nach dem Rückruf gab. 

Was also war damals mein Fehler?

1

Es gibt DIE Superbelohnung

Mir war der Rückruf so wichtig, dass ich für Makeba immer eine tolle Belohnung dabei haben wollte. Ich habe also die Leberwursttube zur Superbelohnung erkoren, die es nach jedem Rückruf gab. 

Tolle Sache oder? Ich belohne meinen Hund für den Rückruf, und das sogar mit was richtig Gutem. Dachte ich zumindest. 

Warum hat Makeba dann trotzdem oft nicht auf den Rückruf reagiert, obwohl es doch immer die Leberwurst gab?

Eben WEIL es immer die Leberwurst gab. 

Makeba fand früher Leckerchen und Futter draußen nicht wirklich attraktiv. Wenn sie also gerade sowieso lieber jagen gehen wollte, dann steht Fressen nicht auf ihrem Wunschzettel. Sondern eben Jagen. 

Heute weiß ich, dass das zwei völlig verschiedene Bedürfnisse sind. Und bei Makeba gibt es eine Menge Situationen, in denen sie etwas anderes lieber tut als Fressen. 

Was kannst du tun?

Statt dich auf die eine Superbelohnung zu verlassen, erfahre mehr über die Bedürfnisse deines Hundes und du bekommst den Schlüssel für die Belohnungen, die dein Hund auch wirklich als Verstärker wahrnimmt. 

Und diese Belohnungen setzt du dann ein. 

Das Tolle dabei: Damit gewinnst du nicht nur im Rückruf, sondern generell bei allen Dingen, die du deinem Hund beibringen willst. 

2

Aufhören zu belohnen

Du hast einige Monate wirklich Mühe in das Rückruftraining gesteckt. In der Hundeschule warst du mit deinem Hund das Streberteam und der Rückruf hat auch zwischen all den anderen Hunden super funktioniert. 

Dann kommt der Alltag, man übt nicht mehr so viel, es hat ja geklappt. Du lässt auch mal die Leckerchen zuhause und dann, schleichend, bemerkst du, dass dein Hund immer schlechter auf den Rückruf reagiert. 

Was ist passiert?

Du hast deinen Hund eine Zeit lang gerufen, er kam auch, doch anstatt toller Belohnungen gab es ein "Feiner Bub!", zwei Klapse auf den Kopf und weiter die Leine kam dran. 

"Aber ich kann doch nicht immer belohnen! Er muss es doch auch mal können!"

Eine Frage: Wie lange arbeitest du schon in deinem Beruf? Sicher ein paar Jahre. Und ich bin sicher, du machst deinen Job super. Warum gehst du dann nicht umsonst arbeiten? Du kannst es ja jetzt. 

Es hat etwas mit Motivation zu tun. Warum sollte ein Hund zu uns kommen wenn er doch gerade viel lieber etwas anderes tun wollte. 

Besonders beim üblichen Rückruftraining ist das ein Problem. Mit üblichem Rückruftraining meine ich: "Rufen - Hund kommt - Belohnung"

 Deshalb übe ich den Rückruf so, dass man viel flexibler ist und eine vergessene Belohnung nicht gleich ein Beinbruch ist. 

3

Du kontrollierst deinen Hund ständig

Wenn es dir geht wie mir früher, dann hattest du vielleicht auch eine Hundetrainerin, die dir gesagt hat, du dürftest deinem Hund nicht so viel Freiraum lassen. Er dürfe besonders nicht so viel schnüffeln sondern du musst ihn immer wieder unterbrechen so dass er nicht zu sehr in "seine Welt" abtaucht. 

Also unterbrichst du sein Schnüffeln, sprichst ihn oft an und forderst häufig seine Aufmerksamkeit. 

Und trotzdem wird der Rückruf nicht besser sondern sogar schlechter!

Wann immer dein Hund die Gelegenheit bekommt wird er abtauchen und es ausgiebig nutzen, dass du ihn gerade nicht nerven kannst. 

Denn nichts anderes tun wir, wenn wir uns ständig ins Bewusstsein unserer Hunde schieben wollen und sie bei Dingen unterbrechen, die für sie wichtig sind. 

Stell dir vor, du liest ein gutes Buch und ständig tippt dir jemand auf die Schulter oder räuspert sich im Hintergrund weil er etwas von dir will. 

Also ich wäre ziemlich schnell ziemlich genervt. 😉 

Was kannst du also tun?

Lass deinem Hund also Zeit in seiner Welt so dass er tun kann was ein Hund eben tut: Zeitung lesen und ausgiebig die Welt erkunden. Das muss in sicherem Rahmen drin sein.

Also weniger ansprechen und unterbrechen wenn es die Umwelt zulässt ohne dass es gefährlich wird. Eine lange Schleppleine am Geschirr ist dabei eine große Hilfe.

Parallel machst du eine Ansprache des Hundes immer zu etwas  Angenehmem für ihn, so dass er lernt, jetzt hört der Spaß nicht etwa auf sondern er geht direkt weiter.

Wenn dir der rote Faden fehlt...

Weil so viele verschiedene Empfehlungen und Tipps und Meinungen herrschen habe ich früher immer eine Menge durcheinander probiert - nicht nur was den Rückruf betraf. 
Es hat zuverlässig immer dazu geführt, dass ich völlig verwirrt und frustriert war und meine Hündin sich lieber schnell verkrümelte wenn sie merkte, ich möchte mit ihr etwas trainieren.

So hatte ich lange Zeit die Lust am Training mit meinem Hund verloren. 

Bis ich dann etwas entdeckt habe, dass ich mit einer tollen Trainerin zusammen umsetzen konnte. Davor hatte ich mir Jahre lang verschiedene Rückrufphilosophien angesehen, ausprobiert und bin immer irgendwann hängen geblieben weil es für mich und meine Hündin nicht umsetzbar war. 

Deswegen bin ich jetzt so froh, ein Rückruftraining entwickelt zu haben, das für jeden Hund und jeden Menschen umsetzbar ist und vorallem Spaß macht. 

Willst du endlich auch den Rückruf mit einer tollen Anleitung und Unterstützung so aufbauen, dass auch Wild bald keine Herausforderung mehr ist? 

hund bellt

Deine Strategie für entspanntes Alleinebleiben (2)

  • 20. August 2019

Im ersten Teil hast du vielleicht eine für dich andere Sichtweise auf das Thema "Alleinebleiben" und auch einen neuen Ansatz kennengelernt. 

Nachdem du nun weißt, was eine Sicherheitszone ("Urlaubsinsel") für deinen Hund ist und weshalb sie deinem Hund helfen kann geht es jetzt weiter mit den nächsten Schritten:

Dein "Bitte nicht stören!"-Schild

Ja, du hast richtig gelesen. Du brauchst ein "Bitte nicht stören!" Schild welches dein Hund versteht.

​Es wird der wichtige Zwischenschritt, der so extrem helfen kann.

Warum brauchst du das?
Damit dein Hund verstehen kann, dass du jetzt nicht für ihn zur Verfügung stehst - auch wenn du anfänglich im gleichen Raum bist.

Wenn dein Hund noch nicht mal dann klar kommt, wenn du da bist aber er keinen Kontakt zu dir haben kann, wie soll er dann klar kommen, wenn du überhaupt nicht da bist

Deshalb darf dein Hund lernen, dass er es super gut alleine schafft wenn er mal nicht deine Aufmerksamkeit oder Nähe haben kann.

Dazu dient ein optisches oder akustisches Signal, das über die gewünschte Zeit dauernd abspielbar bzw. für deinen Hund wahrnehmbar ist. 
Das kann eine bestimmte Lampe oder ein Schal um die Türklinge sein. 
Hauptsache, dein Hund kennt das Signal aus keinem anderen Kontext.

Diese Ignorierzeiten beginnen erst, wenn dein Hund seine Zone super gut findet und er von sich aus gerne dort drin liegt. 
Zum Start der Ignorierzeit bist du auch im selben Raum, gehst aber nicht auf Kontaktversuche deines Hundes ein und beschäftigst dich ganz offensichtlich mit etwas anderem.

Diese Ignorierzeit dehnst du dann so weit aus wie du deinen Hund später alleine lassen möchtest. 

Wenn er das schafft, dann erst beginnst du, den Raum zu verlassen und andere Trigger wie Schuhe anziehen usw. einzubauen in das Training. 

Bewegungseinschränkung lernen

Eine Hürde gibt es beim Alleinebleiben immer für deinen Hund:
Die Wohnungstüre. 

Dort ist Ende. Da spielen sich häufig Dramen ab, dein Hund kann dir nicht folgen, dort bist du verschwunden und dort kommst du hoffentlich irgendwann wieder. 

Die Wohnungstüre oder Haustüre bedeutet für deinen Hund auch eines: Bewegungseinschränkung. 
Und das frustriert ganz schön. 

Deshalb nutze ich gerne eine Gitterabsperrung um die Sicherheitszone, die die Hunde als total angenehm und sicher wahrnehmen. 

Voraussetzung ist auch hier: Dein Hund fühlt sich in seiner Zone wohl.
Erst dann beginnst du, für ein paar Minuten das Gitter zu schließen während dein Hund gerade mit etwas Tollem in der Zone beschäftigt ist.
Am besten öffnest du die Zone gleich wieder bevor er fertig ist mit seiner Beschäftigung. 

So kannst du deinen Hund in kleinen Schritten dran gewöhnen, dass er dir nicht frei durch die Wohnung folgen kann. 

Dieser Schritt hilft deinem Hund, Einschränkungen als verkraftbar wahrzunehmen und ist ein wichtiger Zwischenschritt bevor die Wohnungstüre die große Hürde ist.

Klappt dieser Schritt gut und dein Hund kann entspannt bleiben, dann kommt nach und nach die eigentliche Trennung:

Du verlässt das Haus oder die Wohnung.

Größter Fehler hier:
Die Zeitdauer wird immer nur gesteigert.

Das kann schnell dazu führen, dass dein Hund überfordert ist und der Stress steigt. 

Halte die Zeiten variabel. Mal bist du nur ganz kurz weg, mal ein paar Minuten länger, dann wieder etwas kürzer. 

Training an Trennungsstress kann ein Geduldspiel werden. Gerade wenn dein Hund bereits Schwierigkeiten mit dem Alleinebleiben hat ist es für Mensch und Hund eine Herausforderung. 

Möglicherweise musst du einiges im Alltag umorganisieren, Betreuung ermöglichen, dein Privatleben umgestalten...die Belastung kann wirklich hoch sein wenn dein Hund nicht alleine bleiben kann.

Unterstützung von außen kann dir helfen, das Training mit Struktur umzusetzen. 

So geht es weiter:

Wenn dein Hund noch keine Erfahrungen mit dem Alleinebleiben gemacht hat und du von Anfang an alles richtig machen möchtest ist ein Leitfaden toll.

Eine rote Schnur und jemand an der Hand, der dir alle deine Fragen beantwortet und passend zu eurer Situation die nächsten Schritte mit dir bespricht.

Wenn du meine Unterstützung möchtest damit auch dein Hund lernt, entspannt 1-2 Stunden alleine zu bleiben, dann bewirb dich auf einen der Coaching-Plätze:

Wie dein Hund lernt, 1-2 Stunden entspannt zuhause zu bleiben

Du willst von Anfang an alles richtig machen und deinem Hund endlich beibringen, entspannt alleine zu bleiben?

Oder hast du schon vieles probiert und bereits Tipps bekommen wie:

  • "immer wieder raus zur Türe und erst reinkommen wenn dein Hund ruhig ist"
  • ihm keine Aufmerksamkeit mehr schenken
  • ihn nicht mehr auf dem Sofa schlafen zu lassen

...damit er endlich lernt alleine zu bleiben - aber nichts geholfen hat.
Dann lass uns sprechen.

In Kürze ist das Online-Gruppencoaching wieder geöffnet und du kannst dich auf einen der Plätze bewerben.

Deine Bewerbung ist unverbindlich und wir sprechen dann, ob die Gruppe etwas für dich und deinen Hund ist und ob ihr in die Coaching-Gruppe passt.

Deine Strategie für entspanntes Alleinebleiben

  • 25. Juni 2019

Trennungsstress ist eines der häufigsten und belastendsten Probleme im Zusammenleben von Hund und Mensch, welche in den letzten Jahren zunehmen.

Wie unglaublich belastend es ist, wenn dein Hund bereits nach kurzer Zeit weint, an den Wänden kratzt und du ganz genau weißt, wie sehr er leidet kenne ich aus eigener Erfahrung.

Ich bin sehr froh, dass ich meinem Hund helfen konnte, entspannt alleine zu bleiben wenn es mal notwendig ist. Aber dazu später mehr. 

Erfolgreiche und vor allem langfristig nachhaltige Lösungen sind oft kaum oder nur schwer erreichbar.

Wie immer wenn es um Probleme mit dem Hund geht gibt es im Internet Tonnen von Tipps, Trainingsansätzen und Hinweisen, was man mit dem Hund zu tun und zu lassen hat, wenn er nicht gut alleine bleiben kann.

Da will ich diesen Text natürlich nicht ausnehmen, denn ich möchte dir im Prinzip auch "nur" eine weitere Anregung geben und einen Blickwinkel auf das Thema öffnen.

Wenn Hunde nicht alleinebleiben können erlebe ich es leider oft, dass auch von anderen Trainer_innen die Hundebesitzer als die Ursache abgestempelt werden. 

Wie dein Hund lernt, 1-2 Stunden entspannt zuhause zu bleiben

Wenn du schon vieles probiert hast, bereits Tipps bekommen hast wie: 

  • "immer wieder raus zur Türe und erst reinkommen wenn dein Hund ruhig ist"
  • ihm keine Aufmerksamkeit mehr schenken
  • ihn nicht mehr auf dem Sofa schlafen zu lassen

...damit er endlich lernt alleine zu bleiben - aber nichts geholfen hat. Dann lass uns sprechen. 
In Kürze ist das 8-Wochen-Gruppencoaching wieder geöffnet und du kannst dich auf einen der Plätze bewerben. 

Deine Bewerbung ist unverbindlich und wir sprechen dann, ob die Gruppe etwas für dich und deinen Hund ist und ob ihr in die Coaching-Gruppe passt.

Das hilft nur keinem: Weder dem Hund noch dem Besitzer.

Deshalb betrachte ich gerne Fakten und Erklärungen, die NICHT aus dem Reich der Mythen stammen sondern ihre Grundlage in der aktuellen Forschung und Verhaltensbiologie finden.

Woran du Trennungsstress erkennst

Nicht alles, was auf den ersten Blick nach Trennungsstress aussieht ist auch tatsächlich Trennungsstress. Deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf die Symptome.

Symptome, die dich sofort an Trennungsstress denken lassen

  • Heulen und Winseln wenn du weg bist
  • rastloses Hin- und Herlaufen
  • Bellen 
  • kann nicht fressen und/oder trinken wenn du nicht da bist
  • Hund übergibt sich
  • macht das große Geschäft in der Wohnung
  • Pinkeln (Achtung - zunächst medizinische Ursachen abklären)
  • Dinge zerkauen
  • an Türen oder Fenstern kratzen/kauen
  • auf dem Boden vor der Türe scharren
  • an/durch geschlossenen Fenstern hochspringen

All diese Symptome können für sich genommen jedoch auch andere Ursachen haben:

  • Geräuschangst (mischt sich häufig mit Trennungsstress und verstärkt sich gegenseitig)
  • Krankheiten des Magen-Darmtraktes oder des Blasen-/Harntraktes
  • Langeweile (Kauen kann sowohl Erkundung und Beschäftigung sein als auch versuchter Stressabbau)
  • Erkundungsverhalten von Gegenständen, die "verboten" sind wenn die Bezugsperson zuhause ist
  • Barrierefrust (kann der Bezugsperson nicht folgen)

Hier ist es wichtig, vor der "Verordnung" eines Trainingsprogramms genau hinzuschauen und dann die richtigen Schlüsse zu ziehen. Beobachtung und Videoaufnahmen sind dabei ein wertvolles Hilfsmittel. 

Strategie gegen Trennungsstress

Trennungsstress ist die Kehrseite der von uns Menschen so oft gewünschten engen Bindung unserer Hunde an uns. Viele Hunde können dann nicht klar kommen, wenn wir als Mensch nicht mehr zur Verfügung stehen. 

Was wir also tun wollen ist, den Hunden eine Strategie beizubringen, wie sie sich auch gut fühlen können wenn wir nicht da sind. 

Deshalb hier erfährst du in den nächsten zwei Blogbeiträgen  die Schritte, die sich meiner Erfahrung nach bewährt haben:

Die heimatliche Urlaubsinsel

Was tut man gegen Stress? Man sorgt für mehr Entspannung. Die heimatliche Urlaubsinsel ist die Basis für ein erfolgreiches Trainings an Trennungsstress. 

Wofür ist sie gut?
Dein Hund bekommt eine Strategie, was er schönes tun kann wenn er sich nicht gut fühlt oder wenn du als sein Bindungsmensch nicht da bist. 

Übrigens finde ich, jeder Hund - egal ob Trennungsstress oder nicht - braucht eine Sicherheitszone aka Urlaubsinsel zuhause. Lebenslang. Das ist eine der besten Trainingsinvestitionen und simpel obendrein. 

Was ist die Sicherzeitszone/Urlaubsinsel?
Ein Bereich in der Wohnung, der bestenfalls abgrenzbar im Wohnbereich ist ohne direkten Zugang zur Wohnungstüre oder zu bodentiefen Fenstern.

In diesem Bereich hat der Hund 2-3 verschiedene Liegemöglichkeiten und er verbindet mit diesem Ort NUR angenehme Dinge. Das heißt, alle Kauteile, Spielzeuge und andere schöne Dinge findet er dort, bekommt er dort, finden dort statt oder starten aus dieser Zone heraus.
Wenn der Hund in der Zone ist wird er NICHT herausgerufen um etwas Unangenehmes mit ihm zu machen

Beispiele hierfür was dort tabu ist: Krallenschneiden - es sei denn er liebt es / Zecken ziehen / Zähne putzen / Ohren kontrollieren / Futter wegnehmen /Zwangskuscheln / Besuch belästigt ihn / Fremde Hunde oder Kinder krabbeln darin herum usw.

Diese Zone wird für deinen Hund zu einem Bereich, in dem er sich absolut wohl und sicher fühlt. Das ist eine Art der Ortskonditionierung. 

Diese Zone wird für deinen Hund zu einer Strategie was er tun kann, wenn er sich nicht gut fühlt. Zum Beispiel wenn er alleine gelassen wird. 

Deshalb ist eine gut aufgebaute Sicherheitszone gold wert. 

Sie ist übrigens auch Basis bei Geräuschangst und wichtig, wenn es mit Besuchern im Haus Probleme gibt. 

Im nächsten Blogbeitrag erfährst du, welche weiteren Schritte deinem Hund helfen können, langfristig entspannt alleine bleiben zu können.

Wie dein Hund lernt, 1-2 Stunden entspannt zuhause zu bleiben

Wenn du schon vieles probiert hast, bereits Tipps bekommen hast wie: 

  • "immer wieder raus zur Türe und erst reinkommen wenn dein Hund ruhig ist"
  • ihm keine Aufmerksamkeit mehr schenken
  • ihn nicht mehr auf dem Sofa schlafen zu lassen

...damit er endlich lernt alleine zu bleiben - aber nichts geholfen hat. Dann lass uns sprechen. 
In Kürze ist das 8-Wochen-Gruppencoaching wieder geöffnet und du kannst dich auf einen der Plätze bewerben. 

Deine Bewerbung ist unverbindlich und wir sprechen dann, ob die Gruppe etwas für dich und deinen Hund ist und ob ihr in die Coaching-Gruppe passt.

3 Mythen rund um ängstliche Hunde

  • 1. Oktober 2018

Je mehr ich nach Hilfe für die Ängste meiner Hündin gesucht habe, desto verunsicherter wurde ich.

Wenn du auch schon "gegoogelt" hast wie du deinem Hund helfen kannst und was du tun kannst wenn er Angst hat kennst du bestimmt einiges davon.

Viele dieser "Tipps" habe ich gelesen und in meinem Bauch rumorte es gewaltig. Irgendwo in mir rührte sich Widerstand gegen viele "Expertenempfehlungen" und Rezepte gegen Ängste beim Hund. 

Zum Glück habe ich recht schnell auf mein Bauchgefühl gehört und diese Tipps schnell wieder sein lassen. 

Die drei größten Mythen möchte ich mit dir teilen und dir mit deinem Hund einen Kompass an die Hand zu geben. 

Mythos 1: "Angst ignorieren"

Häufig wird dazu geraten, einen Hund der Angst hat einfach zu ignorieren. Denn andernfalls würde man die Angst bestätigen.

Faktencheck:

Dieser Ratschlag hilft keinem Hund, mit beängstigenden Situationen besser klar zu kommen. Im Gegenteil.

Hunde haben ebenso Säugetiergehirne wie wir Menschen. Sie haben ähnliche Emotionen. 
Einen Hund, der Angst hat zu ignorieren und in seiner Angst alleine zu lassen ist in meinen Augen "asozial". 
Hunde haben das Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz. Ich als Bindungsperson des Hundes darf ihm also auch gerne helfen. Denn wer soll es sonst tun?!

Kleine Gedankenbrücke - und nein, das ist nicht vermenschlicht weil...Säugetiergehirn:
Wenn ich Höhenangst habe, zitternd auf einem Aussichtsturm kauere und meine Freundin verlässt die Plattform ohne mich - habe ich dann beim nächsten Höhenerlebnis weniger Angst?
Oder habe ich etwa mehr Angst, weil sie bei mir bleibt und mich ermutigt? 

Damit kommen wir auch gleich zum zweiten Mythos. 

Fazit:

Bitte bleibe bei deinem Hund wenn er Angst hat, helfe ihm und biete ihm verschiedene Dinge an die ihm helfen könnten.

Mythos 2: "Trösten verstärkt die Angst"

Ganz oft wird zu "Angst ignorieren" geraten weil man sonst ja auch "die Angst verstärken" könnte. 

Besonders "Trösten" und nette Zuwendung würde den Hund in seiner Angst bestätigen und dazu führen, dass er nur noch mehr Angst hätte oder aber die Angst zumindest nicht weniger wird. 

Faktencheck:

Angst ist eine Emotion. Natürlich kann man Emotionen beeinflussen. Wir können sie verstärken oder abschwächen, verändern. Aber kann ich durch freundliche Zuwendung dafür sorgen, dass ein Hund noch mehr Angst hat? 
Nein. Es sei denn, ich bedränge ihn oder tue etwas für ihn Unangenehmes. 

Verstärken kann ich durch Lob oder nette Zuwendung, Belohnungen nur bewusst gezeigtes Verhalten eines Hundes. "Angst haben" sucht sich ein Hund nicht bewusst raus. Es ist eine Emotion, die zwar zu ängstlichem Verhalten führt, aber dieses Verhalten kann ich nicht verstärken solange es der Hund nicht bewusst zeigt. 

Fazit:
Bitte hilf` deinem Hund auf eine Art und Weise, wie er es angenehm empfindet. Tröste ihn wenn er Trost annehmen kann, mach` schöne Dinge mit ihm wenn er es annehmen kann und biete ihm Schutz wenn er Schutz möchte.

So bist du der verlässliche Bindungspartner für deinen Hund. 

Mythos 3: "Er lernt schon, dass ja nichts passiert"

Häufiger Tipp: Den Hund einfach immer wieder in Situationen bringen, die ihm Angst machen. Er wird ja schon lernen, dass ihm nichts passiert. 

Faktencheck:

Hunde können in Situationen in denen sie richtig Angst haben nichts mehr lernen.  Das ist übrigens bei uns Menschen auch so. Unter Stress ist das Gehirn und der Körper im Ausnahmezustand. Für neue Lerninhalte ist da kein Platz mehr. 

Wird ein Hund immer wieder in Situationen gebracht, die er alleine nicht bewältigen kann wird er entweder in der erlernten Hilflosigkeit landen ("Egal was ich tue, ich kann meine Situation sowieso nicht verändern") oder sich eine neue Strategie zurecht legen wie Aggressionsverhalten oder Flucht. 
Häufig entwickeln Hunde, die am Flüchten gehindert werden ohne eine andere Alternative gelernt zu haben Aggression. 

Alles in allem also kein erstrebenswerter Zustand. 

Fazit:

Hilf` deinem Hund und biete im Schutz. Bringe ihn nicht in Situationen, denen er noch nicht gewachsen ist. Es gibt eine Menge Möglichkeiten wie du deinem Hund helfen kannst seine Ängste zu überwinden. 

Du möchtest erfahren, wie du deinem Hund helfen kannst, seine Ängste zu bewältigen?

Sei gespannt auf den nächsten Blogbeitrag und folge mir unbedingt auf Facebook:


Knallangst: Wenn „Schönfüttern“ nicht mehr hilft

  • 28. August 2018

Eigentlich ist das Thema Silvester noch einige Monate entfernt. 
Viele Hundemenschen haben bereits lange Zeit den Urlaub gebaucht. Und zwar in einem knallfreien Domizil abseits der Zivilisation über Silvester.

Es ist extrem belastend, wenn der eigene Hund sich bei Knallgeräuschen oder Gewitter hinter die Schränke schiebt, sich im Bad verkriecht, zittern, hechelt und speichelt, dabei tonnenweise Haare verliert und nach dem Knallereignis vor Erschöpfung einen halben Tag verschläft. 

Ich habe von vielen Hundemenschen erfahren, die alle möglichen Tipps ausprobiert haben:

  • gute Laune wenn es knallt
  • die Angst ignorieren
  • Leckerchenparty wenn es knallt
  • Font Awesome Flag
    den Hund ganz festhalten
  • Font Awesome Flag
    und vieles mehr...

Geholfen hat jedoch nichts so wirklich. 

Es gibt aber Möglichkeiten, dem Hund trotzdem zu helfen. Wie das Training aussehen kann erfährst du weiter unten. 

Warum nichts mehr hilft

Angst ist eine wichtige und mächtige Emotion:

Angst sorgt dafür, dass unser Überleben gesichert ist und wir keine unnötigen Risiken eingehen, die unsere Existenz bedrohen.

Angst ist also existenziell und vor allem: Angeboren.  

Deshalb können Hunde, die Angst haben weder Fressen noch Spielen oder sich mit anderen Dingen beschäftigen. Die Angst sorgt dafür, dass der Körper zu Höchstleistungen bereit ist um entweder zu fliehen oder anzugreifen. 

Angeborene Angstauslöser sind:

  • neue Dinge (Unbekanntes könnte gefährlich sein!)
  • schnelle Bewegungen auf den Hund zu
  • laute Geräusche (Knall, Gewitter, Feuerwerk usw.)
  • Schmerzen
  • ungewöhnlich intensive Reize (lauter, heller, näher als bekannt usw.)

Wenn wir uns um den Bereich der Geräuschangst kümmern gibt es eine Besonderheit:

Bei Geräuschen wie Gewitter oder Feuerwerk ist eine Flucht nicht möglich, auch ein Angriff nicht, denn der Angstauslöser kann nicht geortet werden. 

Diese Erfahrung führt schnell dazu, dass die Angst zunimmt. Der Hund hat keine Verhaltensstrategie, die ihm Sicherheit verschafft. 

rocket

Keine Sorge, du kannst Angst nicht "belohnen". In diesem Blogbeitrag erfährst du, was dahinter steckt:

Angst zieht Kreise

Zudem versucht das Hundehirn nach Ankündigungen für diese Angstauslöser zu suchen.

Es lernt schnell: "Bei Gewitter sind die Wolken dunkel, es geht Wind." So passiert es schnell, dass der Hund bereits Angst hat, wenn am Himmel dunkle Wolken auftauchen oder es sehr windig ist.

So "zieht Angst Kreise" und die Liste der Angstauslöser wächst schneller als uns lieb ist. 

Was kannst du also tun, um deinem Hund zu helfen?

Training bei Geräuschangst

Das Auftreten der Geräusche können wir schlecht vorhersehen oder gar planen. Sei es eine zuschlagende Türe, etwas, das herunterfällt, ein Gewitter oder ein Feuerwerk einer Veranstaltung - diese Dinge sind für uns nicht planbar.

Das macht das Training etwas besonders. Denn nur mit "Füttern" nach dem angstmachenden Geräusch ist es hier nicht getan. 

Mit diesen Schritten kann den Hunden geholfen werden:

Basis

  • Gesundheit checken (besonders plötzliche Geräuschempfindlichkeit hat oft gesundheitliche Ursachen)
  • Sicherheitsbereich trainieren (Rückzugsmöglichkeit mit entspannenden Dingen verknüpfen)
  • Entspannungstraining
  • freundlicher Umgang ohne Bedrohung für den Hund
  • Spieltraining
  • Training eines Verhaltens, welches bei Geräuschen ausgelöst wird z.B.:"Lege dich in deinem Sicherheitsbereich hin"

Intensiv-Training

  • allgemeine Geräusche mit neuer "Verhaltensstrategie" des Hundes verbinden
  • Wichtig: eingesetzte Geräusche haben zunächst nichts mit dem Angstauslöser zu tun
  • langsame Annäherung der Geräusch-Art an angstauslösende Geräusche
  • Gegenkonditionierung bei plötzlich auftretenden Geräuschen
  • Unterstützung durch Entspannungsauslöser (Adaptil, Entspannungsduft, Thundershirt, TT-Körperbänder)

Wenn es plötzlich knallt

Auch während eines strukturierten Trainings wird es immer wieder zu kleinen Rückschritten kommen weil die Angstauslöser nie vollständig kontrolliert werden können. 

Während des Trainings ist es deshalb gut, immer etwas ganz besonders Leckeres dabei zu haben und mit dem Hund einen bestimmten Trick oder ein Spiel gut geübt zu haben, der ihm sehr viel Spaß macht.

Knallt es, folgt sofort das Angebot einer außergewöhnlichen Leckerei und/oder der tolle Trick wird abgefragt. 

Sollte sich der Hund noch nicht darauf einlassen können kann ein Stück gemeinsames "Flüchten" (natürlich gesichert an Geschirr und Leine) helfen. Nach einigen Metern bietet man dem Hund erneut die Leckerei an oder fragt den Trick ab. 

Diese Maßnahme wird allerdings nur ergänzend helfen. Sie wird nicht ausreichen, um die schon bestehende Geräuschangst des Hundes erfolgreich zu bekämpfen. 

Diese Form von Training zahlt sich extrem aus. Es lohnt sich, hier strukturiert dran zu gehen und über einen längeren Zeitraum gezielt die Bausteine des erfolgreichen Trainings umzusetzen. 

Gerade jetzt ist eine perfekte Zeit, um deinen Hund auf Silvester vorzubereiten. Du hast genügend Zeit, das nötige Management zu starten, einen Plan zu machen und diesen dann Schritt für Schritt umzusetzen.

Willst du jetzt starten und endlich die richtigen Dinge umsetzen damit dein Hund dieses Silvester ruhiger erlebt und auch mit anderen Geräuschen endlich kein Problem mehr hat?

Hier erfährst du, wie die
Silvester-Masterclass abläuft.

Wenn du wissen willst, ob du mit deinem Hund für die Silvester-Masterclass geeignet seid, sende mir eine kurze eMail an erik@der-dogwalker.de.

Mein Hund hat Angst: Trösten erlaubt?

  • 24. Juli 2018

Hast du einen Hund, der in der ein oder anderen Situation Angst hat, dann hast du dir diese Frage sicher auch schon einmal gestellt: "Darf ich meinen ängstlichen Hund trösten?"

Um diese Frage drehen sich viele Meinungen, Empfehlungen und gut gemeinte Ratschläge. Vermutlich kennst du sie schon alle. 

Ob beim Tierarzt, nach einem lauten Knall oder wenn etwas auf krachend auf den Boden gefallen ist und dein Hund erschreckt sich und kommt zu dir gesaust.

"Darf ich trösten oder belohne ich damit die Angst?"

Hast du dich das auch schon mal gefragt? Gut! Ja, ich finde es richtig gut wenn du dich mit Fragen rund um deinen Hund beschäftigst. 

Wer fragt, bekommt auch Antworten. Natürlich ist mein Blogartikel nur einer von Tausenden, die du finden wirst, wenn du diese Frage beantwortet haben möchtest. Ganz ehrlich: Das ging mir genau so. 

Eine Menge Meinungen und Annahmen habe ich gefunden.

Wenn es dir so geht wie mir, dann hinterfragst du. Dann beginnst du, dich zu fragen, ob diese Annahmen denn tatsächliche Wahrheiten sind oder eben nur Annahmen.

Gepaart mit deinem Bauchgefühl, welches innerlich unbehaglich quer liegt wenn du Sätze wie "Du darfst seine Angst nicht bestätigen und musst ihn völlig ignorieren wenn er Angst hat!" oder "Das muss er endlich alleine lernen, schließlich passiert ihm ja nichts wirklich!" liest. 

Dann, finde ich, hast du ein gutes Bauchgefühl.

Gefühl ist ein gutes Stichwort. Was ist Angst? Angst ist eine Emotion - umgangssprachlich, ein Gefühl. Wir empfinden Angst, unsere Hunde empfinden Angst. Ebenso wie alle Säugetiere. Das ist zum Glück bereits länger bekannt.

"Angst haben" ist ein Gefühl, ein emotionaler Zustand. Vor allem ist Angst erst einmal eine normale und sinnvolle Reaktion auf eine Bedrohung. Denn Angst alarmiert und sorgt dafür, dass das Individuum überlebt. Und zwar durch mehr Abstand zum Angstauslöser und der potentiellen Bedrohung. Klingt also ganz sinnvoll, nicht?

Ok, zurück zur Angst und der Fragen nach dem Trösten.

Hast du Höhenangst? Oder Angst vor Spinnen? Versetze dich jetzt in eine Situation, vor der du Angst hast. Egal, worum es sich dabei handelt. 

Wie fühlt es sich an, wenn du dich in dieser Situation befindest? Bist du wie gelähmt? Fühlst du dich hilflos? Willst du nur, dass es zu Ende ist und du wieder in Sicherheit bist?

Egal um welche Situation es geht. Es belastet. 

Wie fühlt es sich an, wenn dich dein Partner/deine Partnerin in dieser Situation daran hindern würde, weg zu gehen? 
Wie ist es, wenn er/sie dich festhält und zwingt, da zu bleiben und es "auszuhalten"?
Hast du anschließend weniger Angst, weil ja nichts passiert ist?
Ich glaube, bei mir würde Aggression ausgelöst werden und ich würde um mich schlagen um weg zu kommen. 

"Aber das ist doch Vermenschlichung"

Hunde wie Menschen haben Säugetiergehirne, die auf Bedrohung gleich reagieren.
Unter Stress rutschen wir in Verhaltensweisen wie Flucht, Angriff, Einfrieren/Erstarren oder Überspungshandlungen (Fiddle about).

Es hat also nichts damit zu tun, den Hund zu vermenschlichen sondern vielmehr hilft es, zu verstehen, dass auch Hunde diese Emotionen haben.

Dadurch wurde mir klar, dass es nichts bringt, den Hund in ängstigende Situationen zu bringen und ihn das "aushalten" zu lassen obwohl er dem gar nicht gewachsen ist.

Es mag Hunde geben, die dann äußerlich ruhig erscheinen, sich kaum oder gar nicht mehr bewegen. Es sieht so aus, als hätte der Hund gelernt, damit umzugehen. Oftmals befinden sich diese Hunde jedoch in einer Starre und können so gut wie garnicht mehr reagieren. Das hat mit Bewältigung nicht viel zu tun. 

Emotionen kann man nicht bestrafen oder belohnen

...aber man kann sie verändern. 

Zurück zur Sorge, man könne mit Trösten die Angst des Hundes "belohnen".

Wir können Verhalten von Hunden belohnen oder bestrafen. Jedem Verhalten liegt eine bestimmte Emotion zugrunde. Ein aufgeregter Hund zeigt anderes Verhalten als ein entspannter Hund.

Verändere die Emotion und du dann kannst du das Verhalten verändern.

Wenn der Hund Angst hat und von dir geht etwas für den Hund Angenehmes aus, kann das deinem Hund helfen, weniger Angst zu haben.

Hat ein Hund Angst und man wirkt unangenehm auf ihn ein, hält ihn fest oder wird laut kann das seine Angst verstärken. Wie das?
Die Situation macht ihm bereits Angst, jetzt wird auch noch die Bezugsperson richtig unangenehm. Die Situation verschlechtert sich, mehr Angst macht sich breit. 

Was du beim Trösten beachten solltest

Du kannst deinen Hund also super unterstützen. Durch "Social Support". Sei' da wenn er sich ängstigt. Unterstütze ihn, biete ihm angenehme Dinge an ohne sie ihm aufzudrängen.

Sei nicht beleidigt wenn er das Futter jetzt aber nicht nehmen kann. Unter Stress ist Fressen nicht sinnvoll. 

Biete ihm Nähe an, wenn er das mag. Vermeide es aber bitte, deinen Hund festzuhalten wenn er es nicht möchte. Sonst wird die Situation für ihn noch unangenehmer.

In Angstsituationen kannst du deinem Hund helfen mit:

  • konditionierter Entspannung
  • einem einfachen, häufig gut belohnten Lieblingstrick
  • ruhiges, freundliches Zureden
  • Angebot von Körperkontakt (optimal trainiert mit Ankündigung)
  • gut trainiertes Spielen
  • koordiniertes Flüchten (an der Leine)
  • Drinnen: Sicherheitszone, gerne höhlenartig 

Angst macht krank

Treten immer wieder Ängste auf, die heftig ausfallen und das Leben deines Hundes (und vermutlich auch deines) beeinträchtigen, ist Unterstützung wichtig. 

Auch die Emotion Angst kann verändert werden und mit systematischem Training kannst du deinem Hund helfen, bestimmte Angstauslöser in Zukunft gelassener zu erleben. Du kannst ihm Strategien beibringen, wie er damit umgehen kann. 

Weniger Angst zu haben erhöht die Lebensqualität enorm. Es lohnt sich also definitiv, daran zu arbeiten.

Natürlich kann man nicht alles immer zu 100% verändern. Man kann nicht jede Situation vermeiden, in der ein Hund Angst hat. Leben passiert. 

Aber es gibt Möglichkeiten, die Hunde dennoch zu unterstützen. 

Ich bin sehr froh über diese Möglichkeiten. Und richtig froh bin ich darüber, dass sie auch mit meinem Bauchgefühl im Einklang sind. 

Mein eigener Hund hatte früher schon Angst vor dem Geräusch einer zugehenden Türe. Das hat sich ruck zuck ausgeweitet und sie zeigte schnell Meideverhalten wenn sich eine Türe nur leicht bewegte, etwa durch einen Luftzug. 

Ich konnte ihr hier zum Glück mit einer Mischung aus Desensibilisierung und Gegenkonditionierung helfen. Heute sind derlei Geräusche kein Thema mehr.

Die gute Nachricht: Mit Feuerwerk ist das ebenfalls möglich. Auch bei Gewittern kann man es dem Hund deutlich angenehmer machen und er kann lernen, was er tun kann um sich dabei weniger schlecht zu fühlen.

Hat dein Hund Probleme mit Gewitter und/oder Feuerwerk?

Schreibe mir gerne eine Nachricht an erik@der-dogwalker.de und berichte mir, was du bisher unternommen hast, um an der Geräuschangst deines Hundes zu trainieren.

Endlich entspanntes Silvester...

Kannst du dir nicht vorstellen? Dein Hund hat panische Angst bei Knallerei und vielleicht sogar Gewitter?

Dieses Jahr nicht mehr!

Im September 2018 startet die erste Masterclass gegen die Geräuschangst.

Mit einer Hand voll motivierter Teilnehmer_innen sagen wir der Angst Adé und sorgen für entspannte Hunde wenn es knallt.

Trage dich hier ein und du wirst unverbindlich per eMail von mir informiert wie der Kurs abläuft, wie du teilnehmen kannst und wenn es los geht:

Deine Daten sind sicher! Du wirst lediglich über die Silvester-Masterclass informiert und erhältst NICHT den Newsletter. 

Stress beim Hund

Woran du Stress beim Hund erkennst

  • 18. Februar 2018

​Ein heikles Thema und lange nicht so klar wie man meinen möchte.

Hunde, die gestresst sind zeigen eine breite Palette unterschiedlicher Stresszeichen. Häufig erkennt man diese Zeichen nicht als Stress. 

Es gibt Hunde die sich auffällig unauffällig benehmen, sich völlig zurückziehen und sich kaum noch "verhalten" wenn sie gestresst sind.

Anhand welcher Zeichen du ganz einfach erkennen kannst, ob dein Hund gestresst ist oder nicht erfährst du in diesem Beitrag. 

Zuerst sprechen wir darüber, was Stress eigentlich ist. 

Stress = böse?

Nein, ganz und gar nicht. Stress ist überlebenswichtig.

Stress und die damit verbundene Hormonreaktion im Körper ist ein wichtiger Anpassungsprozess.

"Stress ist die Reaktion eines Organismus auf die Anforderung, sich zu verändern oder anzupassen."
(J. O'Heare: Die Neuropsychologie des Hundes, S. 6)*

Jeder "Reiz", also alles, was ein Hund tatsächlich wahrnimmt,  alles was neu ist, alles was plötzlich auftritt, alles was nicht einem bekannten Muster entspricht verursacht erst einmal Stress.

Man kann deshalb sagen, dass quasi alle Dinge stressend sind.

Aber ist das dann schon schädlich?

Nein!

Stress wird erst dann schädlich, wenn er nicht verarbeitet werden kann.

Fehlen dem Hund Bewältigungsstrategien für neue oder bedrohliche Situationen wirkt sich Stress negativ auf das gesamte Wohlbefinden des Hundes aus.

In diesem Fall ist Stress schädlich.

Stress begünstigt Angst- und Aggressionsverhalten.

Das ist auch im alltäglichen Umgang mit unseren Hunden eine wichtige Erkenntnis.

Wenn ein Hund viele Stressauslöser hat, häufig Angst oder sogar Panik erlebt braucht er Unterstützung, besser mit diesen Stressauslösern klar zu kommen. Gerade Angst senkt die Lebensqualität eines Hundes enorm.

Lernt der Hund keine Bewältigungsstrategie besteht die Gefahr, dass sich der Stress auf die Gesundheit negativ auswirkt und sich weitere Verhaltensweisen zeigen, die nicht gerade alltagskompatibel sind.

Oft summiert sich Stress bei Hunden über den Tag.

Wenn dann auf dem Abendspaziergang die Gelassenheit fehlt und der Hund extremer auf verschiedene Reize (Wild, andere Hunde, Menschen, Fahrzeuge) reagiert als er es frisch ausgeruht am Morgen tut ist das kein Wunder.  

Stresszeichen erkennen

Hier einige Merkmale in Ausdruck und Verhalten, die wir bei gestressten Hunden leicht beobachten können:

  • Bellen
  • Winseln oder Jaulen
  • "Hyperaktivität"
  • ist schlecht ansprechbar 
  • Lethargie
  • regt sich extrem auf
  • bewegt sich sehr hektisch
  • Übersprungsreaktionen 
  • schnelles flaches Hecheln
  • Schweißpfoten
  • Gähnen
  • reißt die Augen auf 
  • kneift die Augen zusammen
  • viel Weiß in den Augen sichtbar
  • zieht die Rute eng an die Beine oder unter den Bauch (Angst oder Konzentration)
  • zeigt ein "Stressgesicht"
  • kann kein Futter annehmen
  • häufiges Urin- oder Kotabsetzen
  • Durchfall
  • häufiges Strecken
  • aufgestellte Rückenhaare (Hinweis auf Erregung - kann sowohl angenehm als auch unangenehm sein) --> Piloerektion (clicke für mehr Infos)
  • Schütteln (häufig nach stressigen Hundebegegnungen)
  • extreme Körperpflege
  • sehr hohes Schlafbedürfnis
  • alle Zeichen von Angst und Panik
  • bei Rüden ausgeschachteter Penis
  • hohe Muskelanspannung (steifer Gang, durchgedrückte Gelenke)
  • Speicheln (ohne das Futter in Aussicht ist)
  • und vieles mehr

Du erkennst Stress bei deinem Hund oft an seiner Körpersprache. 

Hier siehst du eine wunderbare Übersicht der häufigsten Ausdrucksweisen unserer Hunde: 

Hundesprache

Bild-Quelle: https://www.doggiedrawings.net/freeposters

Ein Bildbeispiel für einen Hund, der ein Stressgesicht zeigt: 

Hier liste ich dir alle Stresszeichen des Hundes aus dem oberen Bild auf (Pfeile von links nach rechts):

  • Druck gegen das Halsband (weg vom Kind)
  • Kopf weg gedreht vom Kind
  • Falten und Muskelgrate im Maulwinkel + stark zurück gezogene Lefzen
  • Ohren ganz nach hinten geklappt +  Falten auf der Stirn
  • viel Weiß in den Augen sichtbar
  • Zunge spatelförmig angespannt

Die Ursachen für die Stressreaktion können von Hund zu Hund völlig verschieden sein. Wir können nie alle Ursachen erkennen, aber mit ein bisschen Übung wissen wir, was unseren Hund anstrengt.

Im oberen Bild sind mögliche Stressauslöser:

  • Umarmung durch das Kind
  • Bewegungseinschränkung durch die Leine am Halsband
  • Nähe von anderen Hunden (im Originalbild sichtbar)
  • Hitze
  • viele Menschen
  • vermutlich Lärm

Stress macht sich auch im Verhalten bemerkbar.

Hunde werden unter Stress reizbarer, reagieren schneller, heftiger oder länger. 

Was du tun kannst wenn dein Hund gestresst ist

Gestresste Hunde können nicht gut lernen und nur schwer bereits Gelerntes in diesen Situationen abrufen. 

Erkennst du, dass dein Hund gestresst ist schätze ein, wie sehr ihn das beeinträchtigt.

Hat er nur wenig Stress, kommt er damit recht gut klar, solche Situationen kommen immer wieder vor, beeinträchtigen deinen Hund aber nie sonderlich lange besteht nicht direkt Handlungsbedarf.

Hat dein Hund aber Mühe mit den Situationen klar zu kommen, reagiert er öfter mit "unerwünschtem" Verhalten, ist er danach noch eine Weile aufgeregt und übererregt oder erschöpft besteht Handlungsbedarf.

Fülle aktiv das Wohlfühlkonto deines Hundes auf!

  • Sorge für ausreichend Erholungs- und Entspannungsphasen
  • Trainiere Entspannung an Auslösern, die seinen Hund sehr belasten und die du nicht verhindern kannst
  • Manage Stressauslöser und vermeide sie zum Wohle deines Hundes hin und wieder
  • was du nicht managen kannst, aber häufig vorkommt trainierst du mit deinem Hund
  • trainiere Entspannungsmöglichkeiten
  • trainiere mit deinem Hund schrittweise auch in aufregenden Situationen ansprechbar zu sein
hund bellt

Dein Hund bellt wenn es klingelt?

  • 12. Februar 2018

Die Klingel ist für deinen Hund der Startschuss für ohrenbetäubenden Lärm und Gebrüll in Verbindung mit schlitternd zur Türe rasen?

Du lädst kaum noch Besuch zu dir ein, weil dein Hund jedesmal völlig aus dem Häuschen ist?

Hast du schon darüber nachgedacht, die Klingel abzustellen?

Dann ist eines ganz klar:

Dein Hund hat mit der Klingel riesig viel Aufregung verknüpft.

Warum die Klingel Aufregung auslöst

Die Klingel ist ein deutlicher Kontrast zu den sonstigen Alltagsgeräuschen. Sie kommt nicht so häufig vor. 

Auf solche "Kontraste" reagieren unsere Hunde naturgemäß sowieso stärker.

Etwas, das plötzlich in der Umwelt auftritt sorgt immer dafür dass der Hund seine Aufmerksamkeit dort hin lenkt um zu erkunden welche Bedeutung der "Reiz" für ihn hat.

Nach dem Klingeln ist aus Sicht des Hundes Vieles möglich:

  • fremde Menschen an der Haustüre
  • fremde Menschen in der Wohnung
  • bekannte Menschen an der Haustüre
  • bekannte Menschen kommen in die Wohnung
  • sein Besitzer läuft plötzlich schnell zur Türe

Hunde haben also erst mal keine Ahnung was passiert - sie wissen nur, DAS etwas passiert. 

Unsicherheit stresst. Und Stress sorgt für Aufregung.

Wenn dein Hund nun bellt und ebenfalls zur Türe läuft wirst du auf irgendeine Art und Weise auf ihn reagieren. 

Vielleicht schiebst du ihn von der Türe weg, möchtest ihn auf seinen Platz schicken und willst aber den Besuch so schnell wie möglich herein lassen. 

Da ist Hektik, noch mehr Stress und Ärger vorprogrammiert.

Die Ursache fürs Bellen beim Klingeln

Die eine Ursache gibt es nicht. Fast immer ist es eine bunte Mischung aus:

  • Stress
  • Aufregung
  • Unsicherheit
  • erlerntes Verhalten

Übrigens ist Bellen evolutionär ein sinnvolles Warn-Instrument um die Gruppenmitglieder vor einer möglichen Gefahr zu warnen. Das typische "Anschlagen" ist also erst einmal völlig normal. 

Unter Hunden gibt es natürlich Vertreter, die sensibler auf Eindringlinge reagieren als andere Hunde. 

Für das Training ist es jedoch völlig unwichtig, welches Etikett ein Hund bekommt.

Ob er jetzt "territorial", "dominant", "unsicher" oder "aufsässig" sei bringt uns beim Training nicht weiter. 

Einfacher und fairer dem Hund gegenüber ist es, wenn man sich das Verhalten genau anschaut und sich überlegt, welche Emotion und welches Bedürfnis des Hundes dahinter steckt. Denn dann kann man sich überlegen welches Verhalten man zukünftig lieber beim Hund sehen möchte und wie man dort hin gelangt. 

Wie kehrt wieder Ruhe ein?

Hier erfährst du einen kleinen Einblick in einige Bausteine des Trainings bei Klingel-Chaos. Natürlich ist das kein Rezept und wie immer nicht in jeder Situation anwendbar.

Zwei Dinge sind wichtig:

Management und Training

Management um zu verhindern, dass dein Hund weiter das Verhalten ausführen kann welches du nicht haben möchtest

und

natürlich Training, damit er lernen kann was er stattdessen tun soll wenn es klingelt. 

Frage dich, wo dein Hund schon "auslöst":

Ist es die Klingel oder wird er erst aktiv wenn du zur Türe läufst?

Bellt er bereits sobald er eure Gartentüre aufgehen hört?

Was passiert, wenn die Post eingeworfen wird?

Je nach dem beginnst du mit dem Training dort, wo dein Hund als erstes reagiert.

Welche Trainingsmöglichkeiten?

Alles, was Stress, Frust, Angst und Aufregung senkt ist für das Training herzlich willkommen. 

So nicht: Discs, Wasser, Zischen, Strafen


Dein Hund ist offenbar sehr aufgeregt. Stell dir vor, dein Hund wird mit Wasser besprüht nach dem es geklingelt hat. 
Er erschrickt sich furchtbar dabei. 

Denkst du, er wird das nächste mal entspannter sein wenn es klingelt? Sicher nicht. Denn nach dem letzten Klingeln ist was sehr Unangenehmes passiert. Er erwartet also etwas Doofes und das treibt die Aufregung weiter in die Höhe.

Außerdem wird er NICHT verknüpfen können, dass das Wasser jetzt wegen seinem Bellen kam. 

Jede Form von Strafe erhöht den Stress. Und Stress setzt oft einen Kreislauf in Gang, den wir gar nicht wollen:
Mehr Aufregung bei Besuch, vielleicht andere Verhaltensweisen (bisher wurde der Besuch nur angebellt, jetzt wird geknurrt und fixiert).


Mit dem Versuch, diese Verhaltensweisen "zu unterbinden" durch die Anwendung aversiver Mittel wird man langfristig nicht weit kommen und vor allem keinen entspannten Hund bekommen. 

Gegenkonditionierung der Klingel

Hat dein Hund die Klingel als Startsignal fürs Durchdrehen bist du in diesem Abschnitt richtig.

Wir sorgen dafür, dass die Klingel für deinen Hund eine andere Bedeutung bekommt. 

Hilfreich ist für den Start, wenn du den Klingelton per Handy aufnimmst und damit erst einmal loslegst. 

Für Härtefälle sollte die echte Klingel vorübergehend außer Betrieb genommen werden. 

  • Klingel = Mega-Ober-Geniales Kauteil auf dem Hundeplatz

In Zukunft bekommt dein Hund bei jedem Klingeln etwas Tolles auf seinem Platz.
Egal ob er erst einmal zur Türe stürmt oder einen Sprungwettbewerb veranstaltet.

Die Botschaft für ihn lautet nach jedem Klingeln:

Klingel = es wartet etwas super Tolles auf deinem Platz

Natürlich sollte sein Platz nicht direkt im Flur oder neben dem Eingang sein. 😉

Was erreichst du damit?

Damit erreichst du, dass dein Hund das Klingelgeräusch als Signal für "auf seinen Platz gehen" lernt. 

Ganz nebenbei verbindet er mit der Klingel angenehme Gefühle, weil auf die Klingel jetzt immer etwas ganz Tolles folgt. 

Natürlich musst du ihm erst einmal zeigen, dass er dort etwas Tolles bekommt. Ganz oft ist die Aufregung auch erst mal viel zu hoch um Fressen zu können.

Wichtig ist, hier am Ball zu bleiben! Biete deinem Hund konsequent nach jedem Klingeln etwas an dieser einen Stelle an. 

Ein einziges Leckerchen wird euch da übrigens kaum helfen. Die meisten Hunde haben das Leckerchen bereits geschluckt bevor ich "nimms dir" gesagt habe. Und dann wird der Hund sicher gleich wieder zur Türe laufen. 

Wollen wir nicht. 

Also muss eine Art Dauerlutscher her, der den Hund eine ganze Weile beschäftigt:

Fremde sind doof!

Hat dein Hund Mühe wenn fremde Menschen im Haus sind reicht natürlich ein Gegenkonditionieren der Klingel nicht.

Denn nach dem Klingeln kommen ja die (für deinen Hund komische) Menschen herein. 

Hat dein Hund Angst oder reagiert er mit Aggression ist besonderes Management und intensives Training gefragt.

Am besten unter der Anleitung eines kompetenten Trainers.

Ziel ist hier übrigens nicht, das Verhalten des Hundes einfach zu verbieten (reine Symptombekämpfung) sondern so zu trainieren, dass der Hund mit Besuch gut klar kommt ohne dass er gehemmt oder bestraft wird. 

Knurren ist Kommunikation. ​(Mehr dazu im Beitrag "Hilfe mein Hund knurrt!")

Ein Hund der knurrt sagt deutlich, dass er zum Beispiel mehr Abstand haben möchte oder die schnellen Bewegungen des Besuchs gruselig findet.  

Reagiert dein Hund mit Aggression auf Besucher geht Sicherheit vor:

Entweder strikte räumliche Trennung von Hund und Besuch oder ein Maulkorb wird nett auftrainiert und der Hund im Training gesichert.

Ziel von Besuchertraining sollte hier sein, dass der Hund lernt, sich in Anwesenheit fremder Menschen zu entspannen. 

Dabei hilft eine tolle Entspannungszone für deinen Hund, die auch gleichzeitig seine Sicherheitszone ist. 

Mit Training kann man erreichen, dass der Hund auch nach und nach entspannt in seiner Sicherheitszone sein kann auch wenn Besuch da ist. 

Natürlich kommt das auf den einzelnen Hund an. Manche Hunde kommen mit einem Sicherheitszimmer in den kein Besuch kommt besser zurecht. 

Entspannung

Dein Hund sollte eine Zone in der Wohnung haben, in der er sich super gut entspannen kann und in der er sich sicher fühlt.

Du kannst mit deinem Hund trainieren, dass er in diese Zone geht wenn Besuch kommt oder es klingelt. 

Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Das braucht Zeit. Gerade wenn viel Aufregung mit der Klingel-Situation verbunden ist und dein Hund vielleicht schon Monate oder Jahre riesige Aufregung mit der Klingel verknüpft hat löst sich diese Aufregung nicht über Nacht.

Hat dein Hund gelernt, dass er sich in seiner Zone entspannen kann, steigerst du langsam aber sicher doch die Ablenkung.

Erst bewegst du dich durch die Wohnung während dein Hund in seiner Zone ist, dann vielleicht dein Partner oder Kinder.

Kann dein Hund dabei immer noch entspannt liegen bleiben kommen irgendwann Besucher dazu. 

Zum Start bittest du den Besuch ohne zu klingeln herein. Super wäre es, wenn dein Hund den Besuch kennt und mag. 

Du bringst deinen Hund in seine Entspannungszone und gibst ihm dort etwas Tolles zur Beschäftigung. 

Wenn dein Hund zur Ruhe gekommen ist, beginnt der Besuch sich durchs Zimmer zu bewegen, ihr setzt euch an einen anderen Tisch usw. Die Bewegung und die Ablenkung sollte aber immer nur so gesteigert werden, dass dein Hund entspannt liegen bleiben kann.

Mit Management und geplantem Training zu Erfolg

Training scheitert häufig dann, wenn man im Alltag einiges umstellen muss um zum Erfolg zu kommen. 

Bei der Klingel-Thematik kommt noch eines hinzu:

Sozialer Kontakt von uns Menschen. Damit wir unseren Hund unterstützen können müssen wir unseren Besuch vielleicht eine Weile an der Türe warten lassen um den Hund "zu managen". 

Dazu bekommt der Besuch strikte Anweisungen, wie er sich dem Hund gegenüber zu verhalten hat.

Möglicherweise wurde die Klingel abgestellt und jeder der herein möchte muss erst mal übers Handy anrufen.

Das sind für viele Menschen einige Hürden. 

Ich bin mir sicher, für jeden Hund lohnt sich Training wenn er dann am Ende entspannter und gelassener bleiben kann. 

Es ist wie so häufig die Frage, was wir Menschen bereit sind zu tun. Leider gibt es die Pille für den Sofort-Erfolg nicht. 

Sei bitte immer skeptisch, wenn dir erzählt wird das Problem sein nach einer Trainingsstunde für alle Zeit behoben.

Dabei wird es häufig um aversive Methoden gehen, die vielleicht hübsch verpackt sind aber deinem Hund in keiner Weise helfen besser mit der Situation klar zu kommen.

Den Hund zu hemmen und einzuschüchtern mag oberflächlich betrachtet oft "funktionieren", aber nicht zum Wohl des Hundes.

Abgesehen davon:
Wenn mal keiner da ist um den Hund zu hemmen wird er es wieder genauso machen wie er es nicht machen sollte.

Einfach weil er nicht gelernt hat, was er stattdessen tun soll.
Er hat durch Hemmung nur erfahren, das es besser ist gar nichts zu tun. Damit kann er der Bedrohung durch den Menschen entgehen. 

Was dein Welpe wirklich lernen sollte

Welpen – Was sie lernen sollten

  • 23. Januar 2018

Training mit Welpen und deren stolzen Besitzern ist richtig toll. Meistens treffe ich auf wissbegierige Welpeneltern die von Anfang an alles richtig machen wollen.

Kommt dir das bekannt vor? Vielleicht hast du gerade auch einen Welpen oder Junghund bei dir und du möchtest unbedingt alles richtig machen - und zwar von Anfang an.

Da bin ich keine Ausnahme. Auch mir erging es mit meinem Welpen damals so. "Bloß auf alles achten, darf mein Welpe das jetzt?" oder "Oh nein, wie reagiere ich denn, wenn er DAS macht?".

Ich geb`s zu, ich war teilweise ganz schön überfragt und überfordert. Mein Anspruch an mich selbst alles richtig machen zu wollen hat mich sehr schnell an meine Grenzen gebracht. 

Ständig fühlte ich mich deshalb gestresst und im Umgang mit dem kleinen Welpen gehemmt. Nie wusste ich, ist das jetzt richtig? Was muss ich tun?

Und vor allem, was muss mein Welpe alles lernen, damit er nichts verpasst?

"Aber die Sozialisierung..."

Die Empfehlung, dem Welpen innerhalb eines kurzen Zeitraums so vielen Reizen auszusetzen wie möglich beruht häufig auf dem Gedanken "Viel hilft viel". 

Je mehr der Welpe in der Phase zwischen der 3. und etwa 16. Lebenswoche kennen lernt, desto besser würde er später mit allem klar kommen.

Aber:
Gerade weil Welpen in dieser Zeit sehr schnell und nachhaltig lernen macht es Sinn, bewusst für kontrollierte und positive Lernerfahrungen zu sorgen.

Dazu gehört, dass dein Welpe in seinem Tempo erkunden darf. 

Gib` ihm die Möglichkeit auch einmal zu sagen "Nein, das möchte ich bitte nicht näher kennen lernen!". Unterstütze ihn, belohne ihn für seine Neugier aber locke ihn nicht zu "gruseligen" Gegenständen. 

Wenn du ihn lockst bringst du ihn in einen Konflikt. Eigentlich will er lieber weg aber da bist ja du oder ein Leckerchen. Das stresst den Kleinen zusätzlich.

Besser ist es, wenn du ihn für jeden Blick zum Gruselobjekt lobst und ihn so ermunterst, selbst zu erkunden.

Überforderung und "da muss er jetzt durch"-Gedanken können - müssen aber nicht -  dir im weiteren Hundeleben ansonsten die ein oder andere problematische Verhaltensweise einbringen.

Was also braucht DEIN Welpe? 

Heute weiß ich: Jeder Jeck is' anders. Und jeder Hund erst recht. Es gibt also kein Rezept und keinen starren Zeitplan, in dem es ausnahmslos ALLES abzuarbeiten gilt.

Auch nach der 16. Woche kann dein Welpe Neues kennenlernen. Dann vielleicht nicht mehr so schnell und so unbefangen.

Wichtig ist: Was braucht dein Welpe, um im Alltag bei dir und in deiner Umgebung gut, angstfrei und mit Freude zu leben?

Wenn du also auf dem platten Land lebst und dein Welpe voraussichtlich nie mit dem Zug fahren muss macht es wenig Sinn, ihn zum nächsten Großstadtbahnhof zu schleppen. Dort wird er einer ganzen Menge Menschenbeinen, Unrat, Koffer, Lärm und Treppen ausgesetzt, vielleicht tritt ihn jemand oder er bekommt mächtig Angst vor den großen Zügen. Da hat keiner etwas gewonnen, nicht? 

Vielleicht trefft ihr unterwegs regelmäßig auf Kühe oder andere Weidetiere, Traktoren und große, laute Maschinen?

Dann lege Wert darauf, dass dein Welpe diese Dinge möglichst positiv und angstfrei kennen lernen darf.

Wieviel mit dem Welpen trainieren? 

Neben Lernmöglichkeiten benötigt ausnahmslos jeder Welpe eines, nämlich die Möglichkeit Gelerntes in Ruhe verarbeiten zu können. 

Möchtest du bestimmte Dinge intensiv üben eignet sich eine kurze Übungsdauer von wenigen Minuten.

Welpen Training

Trainiere lieber qualitativ sauber und kurz mehrmals am Tag anstatt 15 Minuten am Stück.

Dein Welpe unterscheidet nicht zwischen bewusstem Training und Alltag. Für ihn sind alle neuen Eindrücke gleichermaßen "neu" und beanspruchen ihn deshalb.

Pausen, Entspannung und eine Mütze Schlaf ist deshalb auch für deinen Welpen Gold wert. 

Wenn du also bemerkst, dass dein Welpe gerade schon seine wilden 3 Stunden hat erübrigt sich die Frage, ob du jetzt mit ihm noch eine Stadt-Trainings-Runde machst.

Sorge nach neuen Eindrücken für Entspannung.
Gib` deinem Welpen etwas zu Kauen, gönn` ihm eine kleine Massage oder einen Kong, mit dem er sich in den wohlverdienten Schlaf nuckeln kann. 

Übrigens: Hunde sind polyzyklische Schläfer. Das heißt, es ist normal dass sie einige Stunden aktiv sind und anschließend wieder einige Stunden ruhen und schlafen.

Welpen schlafen

Genügend Ruhe und Schlaf hilft deinem Welpen Gelerntes zu verarbeiten und gestärkt in neue Ab​enteuer zu starten.

Eine Sprache mit deinem Welpen sprechen

Ganz klar, wir sind Menschen und Hunde sind Hunde. Wir kommunizieren völlig verschieden und haben ganz grundverschiedene Höflichkeitsregeln. Da kommt es schnell zu Missverständnissen.

Damit dein Welpe versteht, was du ihm sagen möchtest müsst ihr natürlich eine gemeinsame Sprache sprechen.
Stell` dir vor, du bist in deinem fremden Land und beherrschst die Sprache nicht.
Ständig wirst du von den Menschen angesprochen, von manchen nett, von anderen ärgerlich. Und du hast keine Ahnung was los ist. Das verunsichert und frustriert.

Die einfachste und beste Möglichkeit um deinem Hund klar zu sagen was du wirklich toll findest und was er bitte öfter tun soll ist das -Markersignal. (Link: Was ist ein Markersignal?)

Bild-Quelle: www.amazon.de

Alternativ zum Markerwort kannst du auch einen Clicker verwenden. Es gibt eine Menge verschiedener Fabrikate auf dem Markt.
Der Vorteil eines Clickers ist der markante Ton. Er hebt sich deutlich von unserer Stimme ab und wird vom Hund deshalb besser wahrgenommen. Nachteil: Man hat immer eine Hand zur Verwendung des Clickers "besetzt".

Das Markersignal ist ein Wort oder ein Geräusch, das immer eine Belohnung ankündigt.  

Nach dem Markersignal hast du dann 1-3 Sekunden Zeit, deinen Hund zu belohnen.

Das macht nicht nur Spaß sondern schafft auch Vertrauen, reduziert Stress und lässt deinen Welpen gerne mit dir zusammenarbeiten.

Das Markersignal kannst du für jede neue Übung einsetzen und damit sehr schnell Fortschritte erzielen.

Gold wert: Ruhezone für deinen Welpen

Welpen sind gut darin so lange zu Toben bis sie irgendwann umfallen. Oder "doof" werden. 

Je mehr neue Eindrücke ein Welpe und Junghund bekommt, desto mehr Zeit benötigt er, um diese Eindrücke auch verarbeiten zu können.

Welpen sind mit etwa 17-22 Stunden Ruhe und Schlaf pro Tag gut versorgt. Bei erwachsenen Hunden sind 15-18 Stunden Ruhe und Schlaf eine gute Richtschnur. Es gibt immer Abweichungen, die mit mehr oder weniger ohne Probleme klar kommen. 

Hat dein Welpe insgesamt deutlich weniger Ruhe- und Schlafzeiten kann ihm die Entspannungszone helfen.

Gerade weil Welpen und Junghunde schnell an Neues zu gewöhnen sind kannst du gleich von Beginn an eine tolle Ruhezonen etablieren. 

Von alleine wird dein Welpe nämlich kaum auf die Idee kommen sich auszuruhen.

Richte deinem Welpen deshalb von Anfang an eine kuschelige Ruhezone ein. Hier findet er alle tollen Kausachen, einen Kong, etwas zum Auspacken oder Zerrupfen und auch Kuscheln und Kontaktliegen gibt es in dieser tollen Zone für ihn.

Wenn er von Beginn an lernt - nach jeder Tobe-Runde gibt es in der Zone etwas Schönes - hast du bereits ein wichtiges Ritual eingeführt.
So wird dein Welpe öfter von sich aus diesen Bereich aufsuchen wenn er sich entspannen möchte. 

Verbinde diese Zone also mit schönen und entspannenden Dingen für deinen Welpen. 

Und ganz wichtig: Wenn er dort liegt hat er dort auch seine Ruhe!
Deine Aufgabe ist es, anderen Mitbewohnern oder Besuchern, besonders Kindern klar zu machen, dass dein Hund nicht gestört wird wenn er sich dort aufhält.
Das ist seine Sicherheitszone.  Hier kann er in Ruhe völlig entspannen.

Übrigens hilft dir diese Zone auch wenn es darum geht, Alleinebleiben zu trainieren. 

Welpe anfassen und festhalten

welpe tierarzt

Festgehalten werden kann echt unangenehm sein! Mit ein wenig Übung wird der Tierarztbesuch zum Kinderspiel!

Sicher fragst du dich, was das denn soll? Der Welpe soll lernen, sich anfassen zu lassen?

Ja. Das ist Gold wert. Spätestens wenn es um so Dinge wie Fellpflege, Zahnpflege, Krallenschneiden und Tierarzt geht bist du dankbar, wenn dein Hund gelernt hat, sich nicht nur von dir sondern auch von Fremden (Tierarzt) anfassen zu lassen und auch körperliche Einschränkungen wie das Festhalten einzelner Körperteile gut ertragen kann. 

Das kannst du mit deinem Welpen ganz einfach spielerisch üben. 
Am besten und schnellsten lernt er es, wenn du ankündigst was du tust:

Du möchtest seine Pfote untersuchen? Dann benenne das (zum Beispiel mit "Pfote gucken") und berühre dann seine Pfote, belohne ihn dabei mit einem Leckerchen und nimm deine Hand wieder weg. 

Festhalten kannst du genau so üben:
Ankündigen  -  Hände seitlich an deinen Welpen - Loben und belohnen - Hände wieder weg.

Wichtig ist es, dass du kleinschrittig beginnst: Übe das nur so, dass dein Welpe keine Angst zeigt und auch nicht zappelig ist. Wenn er nur eine Millisekunde still halten kann - Super! Darauf baust du weiter auf. 

Klappt das bei dir super, kannst du auch Freunde und Bekannte bitten, mit euch das Anfassen zu üben. Die meisten sind da sofort dabei. 😉

"Komm zurück!"

Ok, DAS ist wirklich wichtig.
Jeder Hund sollte einen brauchbaren Rückruf beherrschen.

Das ermöglich Sicherheit, etwas mehr Bewegungsfreiheit für den Hund und ist Teil eines rücksichtsvollen Miteinanders mit anderen Menschen und Lebewesen.

Allzu häufig werden Hunde gedankenlos abgeleint ohne dass der Mensch auch nur den Hauch einer Chance hat, seinen Hund abzurufen wenn es nötig wäre. 

Mein Favorit für den Rückruf ist der doppelte Rückruf. Wie du den mit deinem Welpen trainieren kannst erfährst du wenn du dem Link in der Box folgst:

Das ist alles?

Nein, natürlich nicht. Es ist ein Anfang. Und ein Anstoß, dass du für dich und deinen Welpen genau das raussuchst, was ihr für ein tolles Hundeleben braucht. 

​Eines aber ist sicher: Wenn dein Welpe gelernt hat zu entspannen und neue Dinge gut bewältigen zu können wirst du viel weniger "unerwünschte" Verhaltensweisen an ihm beobachten können. Und ganz nebenbei lernt er neue Signale und gutes Benehmen viel leichter, als wenn er ständig auf 180 läuft. 

Wenn für dich also ein super sicheres Sitz notwendig ist (und ja, ich finde das auch super wichtig!) dann steht das bei euch weiter oben auf der Prioritätenliste.

Wenn dein Welpe unbedingt mit anderen Hunden klar kommen sollte, dann legst du den Fokus in der sensiblen Phase auf die positive Belegung von Hunden und auf freundliche und kontrollierte Hundekontakte.

Der Alltag wird dafür sorgen, dass euch die Trainingsgelegenheiten nicht ausgehen. 

Vielleicht springt dein Welpe furchtbar gerne Leute an. Oder er sollte lernen, nicht zu jedem anderen Hund zu stürmen. 

Alles wird sich ergeben. Und alles zu seiner Zeit.

Genieße die Welpenzeit. Sie ist einmalig. Und sie vergeht so schnell. 

Du musst nicht alles in die ersten 16 Wochen pressen. Du wirst Fehler machen. Du darfst Fehler machen!

Ich habe viele Fehler gemacht. Heute weiß ich es besser. Und mache immer noch Fehler. 😉

Und will dir den Druck damit ein wenig nehmen. Trotz meiner Fehler habe ich den tollsten Hund, den ich mir nur wünschen könnte.

Ich bin sicher, bei dir wird es genau so!

Thrive Leads Shortcode could not be rendered, please check it in Thrive Leads Section!


Gassi gehen

Mit nur 3 Signalen locker durch den Alltag

  • 16. Januar 2018

Was muss ein Hund heute in unserer Gesellschaft so alles können?

"Anständig sein, nicht auffallen, alles und jeden lieben oder zumindest ignorieren, nicht bellen, nicht markieren..."

Gefühlt: praktisch alles. Und das zu jederzeit.

Wenn ich jetzt schreibe, dass ich diese Entwicklung ganz furchtbar finde ist das für dich hoffentlich keine Überraschung. 

Allerdings heißt das nicht, dass mein Hund tun und lassen darf was er will. Ganz und gar nicht. Aber ich bin mir bewusst was ich da von meinem Hund eigentlich verlange und wie sehr das häufig gegen seine Bedürfnisse geht. 

Damit ich es meinem Hund so einfach wie möglich machen kann habe ich mal versucht, mit 3 Signalen durch den Alltag zu kommen. Statt also ständig an allem und jedem zu trainieren, habe ich den Fokus auf diese 3 Dinge gelegt und weißt du was? 

Sie reichen vollkommen aus, um gelassen durch den Alltag zu kommen:

Die Umorientierung

Was ist das?

Ein Signal, woraufhin sich mein Hund von dem wegdreht was er gerade tut und in meine Richtung schaut. So kann ich ihm neue Signale geben, wenn er noch etwas tun soll. 

Mit der Umorientierung sichere ich mir die Aufmerksamkeit meines Hundes und kann ihn von fast jeder Ablenkung (ich bin ehrlich, 100% kriegen wir nie hin) mental zu mir holen.

Deshalb ist die Umorientierung auch so wichtig. Damit mein Hund auf meine Signale reagieren kann muss er mich erst mal wahrnehmen. Und genau das schaffe ich mit einer bombenfesten Umorientierung.

Wie du das Umorientierungssignal trainieren kannst erfährst du im Video:

Das Markersignal

Wenn du jetzt denkst "Hä? Das ist doch aber kein Kommando!" - korrekt. 

Aber mit dem Markersignal - oder auch Clicker kann ich meinen Hund souverän durch den Alltag führen.

Das Markersignal sorgt in fast jeder Situation für eine Stimmungsverbesserung meines Hundes und erhöht seine Bereitschaft, mit mir zusammen zu arbeiten.

Ich kann es einsetzen 

  • wenn er gerade Angst hat
  • um ihm freundliches Verhalten gegenüber Mensch und Hund beizubringen
  • wenn er etwas Tolles macht, das ich gern öfter hätte
  • wenn er keinen Blödsinn macht 😉
  • um meinen Hund an lockerer Leine zu führen
  • und vieles mehr

Das Markersignal ist für meinen Hund zur Ankündigung für etwas Tolles. Vergleichbar mit einem Gehaltscheck bei uns Menschen. Und hey, wer freut sich darüber nicht? 

Mit dem Markersignal bringe ich meinem Hund freundliches Verhalten gegenüber anderen Hunden und Menschen bei, ich bringe ihm bei, an der Türe zu warten und nicht gleich hinaus zu stürmen. 

Der Handtouch

Der Handtouch ist für mich das absolute Multifunktions-Tool.
Dabei berührt mein Hund mit der Nase meine Hand auf das Signal "Touch". 

Wir haben das so gut trainiert, dass mein Hund auch über weite Distanz zu mir gelaufen kommt um mit der Nase meine Hand zu berühren. 
Damit habe ich gleichzeitig auch noch einen Rückruf, ohne zu rufen. 😉 Durch die Hintertüre quasi. 

Den Handtouch verwende ich auch gerne, wenn mein Hund beispielsweise gerade etwas oder jemanden anstarrt und es für ihn schwer wird, sich komplett um zu drehen. 

Dann ist der Handtouch das Notsignal, dass mir die Türe ins Hundegehirn wieder öffnet. Je schwieriger die Situation für meinen Hund, desto leichter mache ich es ihm. 

Beim Handtouch halte ich also meine Hand näher an den Hundekopf, so dass mein Hund nur noch die Nase "schwenken" muss, um meine Hand zu berühren. 

Konnte er das tun, folgt das Markersignal und spätestens dann ist mein Hund wieder in meine Welt eingetaucht und kann klar denken. 

Das ist alles?

Ja. Das ist alles. Klar kann mein Hund sitzen.
Platz, Pfote geben und vieles mehr kann er dazu.

Im Alltag benutze ich aber tatsächlich die Umorientierung, das Markersignal und den Handtouch am häufigsten. ​


Fokussiere dich auf deine wichtigsten  Signale

Mir ging es oft so, dass ich vor lauter Dingen, die ich gerne trainieren will/soll/muss alles so ein bisschen aber nichts richtig gut trainiert hatte. 

Seit ich mich auf die drei wichtigsten Signale besinne kann ich diese gezielt verbessern und einsetzen. Das macht sich im Alltag deutlich bemerkbar. Besonders der Handtouch und die Umorientierung sitzen extrem gut, seit ich den Fokus darauf gelegt habe.

Das Markersignal ist ja ohnehin immer unser Begleiter und hat unser gemeinsames Training extrem verbessert. 

Wenn es dir auch so geht und ihr viele Signale so ein bisschen könnt, aber richtig bombig nichts, dann wird es Zeit für euren Fokus. Was hilft euch im Alltag am meisten?

Was sind deine 3 wichtigsten Signale? Ab in die Kommentare!