Hunde belohnen

Hunde belohnen: Arbeit mit positiver Verstärkung

  • 7. Januar 2016

In meiner Hundegruppe arbeite ich mit Belohnungen für erwünschtes Verhalten. Positive Verstärkung von Verhalten führt dazu, dass das belohnte Verhalten häufiger, länger, schneller oder intensiver gezeigt wird.
Ob ich ein Verhalten wirkungsvoll verstärkt habe, bemerke ich erst wenn das Verhalten zukünftig z.b. öfter oder schneller gezeigt wird.

Oft wird eine Belohnung ausschließlich mit Leckerchen gleichgesetzt. In vielen Situationen finden Hunde Leckerchen ja tatsächlich toll, das trifft jedoch nicht immer zu.

Warum verwende ich überhaupt Belohnungen?

Ganz einfach: Um erwünschtes Verhalten in der Hundegruppe zu fördern. Das macht es für die Hunde und mich noch besser, die Hunde können entspannter miteinander umgehen, die Stimmung ist besser. Das ist mir sehr wichtig. Ihr Hund soll sich schließlich bei mir wohl fühlen.

Erwünschtes Verhalten kann z.B. sein, friedlich neben einem anderen Hund an derselben Stelle zu schnüffeln, nach Kontaktaufnahme mit einem Hund entweder ein kleines Spiel aufzunehmen oder wieder seiner Wege zu gehen, jedes deeskalierende Verhalten gegenüber anderen Hunden. Oder auch ganz banal: Zurückkommen wenn ich rufe, auf den Namen reagieren, sich hinsetzen – all das sind erwünschte Verhaltensweisen.

Um also eine gut funktionierende Hundegruppe zu haben, fördere ich diese Verhaltensweisen dadurch, dass ich den Hunden die Information gebe, was ich gut finde. Das geschieht mit einem Markersignal, welches jeder Hund sehr schnell lernt. Das Markersignal verspricht immer eine Belohnung.

Was kann alles Belohnung sein?

  • Leckerchen in verschiedenen Formen (gerollt, geworfen, versteckt, der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt)
  • Verschiedene Leckerchen: von Trofu bis z.B. kleingeschnittene Fleischwurst
  • Verbales Lob (je nach Situation ruhig oder auch mal freudig und aufgedreht)
  • Schnüffeln dürfen
  • Buddeln dürfen
  • Auf einen Baum springen
  • Ballspielen
  • Rennen
  • Einen Trick zeigen dürfen

…und vieles mehr.

Was der Hund in der jeweiligen Situation als Belohnung empfindet entscheidet er.
Wenn ein Hund gerade einen Hasen jagen wollte und auf den Rückruf seine Jagd beendet und zu uns zurückgekehrt ist, wird er wahrscheinlich einfaches Trockenfutter als nicht sehr belohnend empfinden. Er wollte ja gerade Jagen, also wäre eine Belohnung aus dem Bereich der Jagdhandlung eher bedürfnisgerecht: z.B. ein geworfenes Spielzeug mit anschließendem Zerren usw.

Natürlich sind die Möglichkeiten mit mehreren Hunden eingeschränkt gegenüber der Arbeit mit nur einem Hund. Das heißt jedoch nicht, dass immer nur mit Leckerchen belohnt wird. Spiele in der Hundegruppe sind möglich. Hier lernen die Hunde z.B. auszuhalten, wenn ein anderer Hund einen Ball jagen darf.

So versuche ich mich auf jeden Hund einzustellen und finde heraus, was er gerne mag. Das setze ich dann als Belohnung ein, um auch den Grundgehorsam (Rückruf, Bleib und Sitz) weiter zu festigen.

Belohnungen sind ein sehr interessantes Thema. Wer sich hier tiefer in die Materie einlesen will findet auf der Seite von Easy Dogs in einem Gastbeitrag von Nadine Bihn einen guten Einstieg.

Wenn Sie Fragen zu meiner Arbeit haben, zögern Sie nicht mich anzusprechen.