3 Mythen rund um ängstliche Hunde

  • 1. Oktober 2018

Je mehr ich nach Hilfe für die Ängste meiner Hündin gesucht habe, desto verunsicherter wurde ich.

Wenn du auch schon "gegoogelt" hast wie du deinem Hund helfen kannst und was du tun kannst wenn er Angst hat kennst du bestimmt einiges davon.

Viele dieser "Tipps" habe ich gelesen und in meinem Bauch rumorte es gewaltig. Irgendwo in mir rührte sich Widerstand gegen viele "Expertenempfehlungen" und Rezepte gegen Ängste beim Hund. 

Zum Glück habe ich recht schnell auf mein Bauchgefühl gehört und diese Tipps schnell wieder sein lassen. 

Die drei größten Mythen möchte ich mit dir teilen und dir mit deinem Hund einen Kompass an die Hand zu geben. 

Mythos 1: "Angst ignorieren"

Häufig wird dazu geraten, einen Hund der Angst hat einfach zu ignorieren. Denn andernfalls würde man die Angst bestätigen.

Faktencheck:

Dieser Ratschlag hilft keinem Hund, mit beängstigenden Situationen besser klar zu kommen. Im Gegenteil.

Hunde haben ebenso Säugetiergehirne wie wir Menschen. Sie haben ähnliche Emotionen. 
Einen Hund, der Angst hat zu ignorieren und in seiner Angst alleine zu lassen ist in meinen Augen "asozial". 
Hunde haben das Bedürfnis nach Sicherheit und Schutz. Ich als Bindungsperson des Hundes darf ihm also auch gerne helfen. Denn wer soll es sonst tun?!

Kleine Gedankenbrücke - und nein, das ist nicht vermenschlicht weil...Säugetiergehirn:
Wenn ich Höhenangst habe, zitternd auf einem Aussichtsturm kauere und meine Freundin verlässt die Plattform ohne mich - habe ich dann beim nächsten Höhenerlebnis weniger Angst?
Oder habe ich etwa mehr Angst, weil sie bei mir bleibt und mich ermutigt? 

Damit kommen wir auch gleich zum zweiten Mythos. 

Fazit:

Bitte bleibe bei deinem Hund wenn er Angst hat, helfe ihm und biete ihm verschiedene Dinge an die ihm helfen könnten.

Mythos 2: "Trösten verstärkt die Angst"

Ganz oft wird zu "Angst ignorieren" geraten weil man sonst ja auch "die Angst verstärken" könnte. 

Besonders "Trösten" und nette Zuwendung würde den Hund in seiner Angst bestätigen und dazu führen, dass er nur noch mehr Angst hätte oder aber die Angst zumindest nicht weniger wird. 

Faktencheck:

Angst ist eine Emotion. Natürlich kann man Emotionen beeinflussen. Wir können sie verstärken oder abschwächen, verändern. Aber kann ich durch freundliche Zuwendung dafür sorgen, dass ein Hund noch mehr Angst hat? 
Nein. Es sei denn, ich bedränge ihn oder tue etwas für ihn Unangenehmes. 

Verstärken kann ich durch Lob oder nette Zuwendung, Belohnungen nur bewusst gezeigtes Verhalten eines Hundes. "Angst haben" sucht sich ein Hund nicht bewusst raus. Es ist eine Emotion, die zwar zu ängstlichem Verhalten führt, aber dieses Verhalten kann ich nicht verstärken solange es der Hund nicht bewusst zeigt. 

Fazit:
Bitte hilf` deinem Hund auf eine Art und Weise, wie er es angenehm empfindet. Tröste ihn wenn er Trost annehmen kann, mach` schöne Dinge mit ihm wenn er es annehmen kann und biete ihm Schutz wenn er Schutz möchte.

So bist du der verlässliche Bindungspartner für deinen Hund. 

Mythos 3: "Er lernt schon, dass ja nichts passiert"

Häufiger Tipp: Den Hund einfach immer wieder in Situationen bringen, die ihm Angst machen. Er wird ja schon lernen, dass ihm nichts passiert. 

Faktencheck:

Hunde können in Situationen in denen sie richtig Angst haben nichts mehr lernen.  Das ist übrigens bei uns Menschen auch so. Unter Stress ist das Gehirn und der Körper im Ausnahmezustand. Für neue Lerninhalte ist da kein Platz mehr. 

Wird ein Hund immer wieder in Situationen gebracht, die er alleine nicht bewältigen kann wird er entweder in der erlernten Hilflosigkeit landen ("Egal was ich tue, ich kann meine Situation sowieso nicht verändern") oder sich eine neue Strategie zurecht legen wie Aggressionsverhalten oder Flucht. 
Häufig entwickeln Hunde, die am Flüchten gehindert werden ohne eine andere Alternative gelernt zu haben Aggression. 

Alles in allem also kein erstrebenswerter Zustand. 

Fazit:

Hilf` deinem Hund und biete im Schutz. Bringe ihn nicht in Situationen, denen er noch nicht gewachsen ist. Es gibt eine Menge Möglichkeiten wie du deinem Hund helfen kannst seine Ängste zu überwinden. 

Du möchtest erfahren, wie du deinem Hund helfen kannst, seine Ängste zu bewältigen?

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