Rückruf Hund

3 Gründe, warum dein Rückruf nicht funktioniert

  • 24. September 2019

Wie oft stand ich früher da, habe gerufen und es passierte....nichts. 

Meine Hündin vergnügte sich immer noch in einiger Entfernung und reagierte genau gar nicht auf meinen Rückruf. 

Kennst du solche Situationen auch?

Leider ging es mir echt oft so und ich habe echt an mir gezweifelt, gerade weil es immer eine tolle Belohnung nach dem Rückruf gab. 

Was also war damals mein Fehler?

1

Es gibt DIE Superbelohnung

Mir war der Rückruf so wichtig, dass ich für Makeba immer eine tolle Belohnung dabei haben wollte. Ich habe also die Leberwursttube zur Superbelohnung erkoren, die es nach jedem Rückruf gab. 

Tolle Sache oder? Ich belohne meinen Hund für den Rückruf, und das sogar mit was richtig Gutem. Dachte ich zumindest. 

Warum hat Makeba dann trotzdem oft nicht auf den Rückruf reagiert, obwohl es doch immer die Leberwurst gab?

Eben WEIL es immer die Leberwurst gab. 

Makeba fand früher Leckerchen und Futter draußen nicht wirklich attraktiv. Wenn sie also gerade sowieso lieber jagen gehen wollte, dann steht Fressen nicht auf ihrem Wunschzettel. Sondern eben Jagen. 

Heute weiß ich, dass das zwei völlig verschiedene Bedürfnisse sind. Und bei Makeba gibt es eine Menge Situationen, in denen sie etwas anderes lieber tut als Fressen. 

Was kannst du tun?

Statt dich auf die eine Superbelohnung zu verlassen, erfahre mehr über die Bedürfnisse deines Hundes und du bekommst den Schlüssel für die Belohnungen, die dein Hund auch wirklich als Verstärker wahrnimmt. 

Und diese Belohnungen setzt du dann ein. 

Das Tolle dabei: Damit gewinnst du nicht nur im Rückruf, sondern generell bei allen Dingen, die du deinem Hund beibringen willst. 

2

Aufhören zu belohnen

Du hast einige Monate wirklich Mühe in das Rückruftraining gesteckt. In der Hundeschule warst du mit deinem Hund das Streberteam und der Rückruf hat auch zwischen all den anderen Hunden super funktioniert. 

Dann kommt der Alltag, man übt nicht mehr so viel, es hat ja geklappt. Du lässt auch mal die Leckerchen zuhause und dann, schleichend, bemerkst du, dass dein Hund immer schlechter auf den Rückruf reagiert. 

Was ist passiert?

Du hast deinen Hund eine Zeit lang gerufen, er kam auch, doch anstatt toller Belohnungen gab es ein "Feiner Bub!", zwei Klapse auf den Kopf und weiter die Leine kam dran. 

"Aber ich kann doch nicht immer belohnen! Er muss es doch auch mal können!"

Eine Frage: Wie lange arbeitest du schon in deinem Beruf? Sicher ein paar Jahre. Und ich bin sicher, du machst deinen Job super. Warum gehst du dann nicht umsonst arbeiten? Du kannst es ja jetzt. 

Es hat etwas mit Motivation zu tun. Warum sollte ein Hund zu uns kommen wenn er doch gerade viel lieber etwas anderes tun wollte. 

Besonders beim üblichen Rückruftraining ist das ein Problem. Mit üblichem Rückruftraining meine ich: "Rufen - Hund kommt - Belohnung"

 Deshalb übe ich den Rückruf so, dass man viel flexibler ist und eine vergessene Belohnung nicht gleich ein Beinbruch ist. 

3

Du kontrollierst deinen Hund ständig

Wenn es dir geht wie mir früher, dann hattest du vielleicht auch eine Hundetrainerin, die dir gesagt hat, du dürftest deinem Hund nicht so viel Freiraum lassen. Er dürfe besonders nicht so viel schnüffeln sondern du musst ihn immer wieder unterbrechen so dass er nicht zu sehr in "seine Welt" abtaucht. 

Also unterbrichst du sein Schnüffeln, sprichst ihn oft an und forderst häufig seine Aufmerksamkeit. 

Und trotzdem wird der Rückruf nicht besser sondern sogar schlechter!

Wann immer dein Hund die Gelegenheit bekommt wird er abtauchen und es ausgiebig nutzen, dass du ihn gerade nicht nerven kannst. 

Denn nichts anderes tun wir, wenn wir uns ständig ins Bewusstsein unserer Hunde schieben wollen und sie bei Dingen unterbrechen, die für sie wichtig sind. 

Stell dir vor, du liest ein gutes Buch und ständig tippt dir jemand auf die Schulter oder räuspert sich im Hintergrund weil er etwas von dir will. 

Also ich wäre ziemlich schnell ziemlich genervt. 😉 

Was kannst du also tun?

Lass deinem Hund also Zeit in seiner Welt so dass er tun kann was ein Hund eben tut: Zeitung lesen und ausgiebig die Welt erkunden. Das muss in sicherem Rahmen drin sein.

Also weniger ansprechen und unterbrechen wenn es die Umwelt zulässt ohne dass es gefährlich wird. Eine lange Schleppleine am Geschirr ist dabei eine große Hilfe.

Parallel machst du eine Ansprache des Hundes immer zu etwas  Angenehmem für ihn, so dass er lernt, jetzt hört der Spaß nicht etwa auf sondern er geht direkt weiter.

Wenn dir der rote Faden fehlt...

Weil so viele verschiedene Empfehlungen und Tipps und Meinungen herrschen habe ich früher immer eine Menge durcheinander probiert - nicht nur was den Rückruf betraf. 
Es hat zuverlässig immer dazu geführt, dass ich völlig verwirrt und frustriert war und meine Hündin sich lieber schnell verkrümelte wenn sie merkte, ich möchte mit ihr etwas trainieren.

So hatte ich lange Zeit die Lust am Training mit meinem Hund verloren. 

Bis ich dann etwas entdeckt habe, dass ich mit einer tollen Trainerin zusammen umsetzen konnte. Davor hatte ich mir Jahre lang verschiedene Rückrufphilosophien angesehen, ausprobiert und bin immer irgendwann hängen geblieben weil es für mich und meine Hündin nicht umsetzbar war. 

Deswegen bin ich jetzt so froh, ein Rückruftraining entwickelt zu haben, das für jeden Hund und jeden Menschen umsetzbar ist und vorallem Spaß macht. 

Willst du endlich auch den Rückruf mit einer tollen Anleitung und Unterstützung so aufbauen, dass auch Wild bald keine Herausforderung mehr ist?