Leinenführigkeit – Hilfe mein Hund zieht an der Leine!

 

Kennst du das?

  • Du bekommst bereits schlechte Laune wenn du dran denkst, mit deinem Hund die Straße entlang bis zur Grünfläche an der Leine laufen zu müssen?
  • Deine Schultern schmerzen weil dein Hund eine enorme Zugkraft entwickelt?
  • Leinenführigkeit ist für deinen Hund ein Fremdwort?
  • Rennt er blitzartig in die Leine und zieht hin wo er will?

Das ist ein häufiges Problem und ist für die meisten Hunde auch schlicht Abitur, wenn nicht sogar mit einem Doktor-Titel vergleichbar.

 

[feature_box style=“19″ title=“Sichere%20dir%20deine%20Tipps%20f%C3%BCr%20bessere%20Leinenf%C3%BChrigkeit%20gratis!“ alignment=“center“]

Nachdem du deine Adresse hier eingetragen hast kann ich dir sofort deine kostenlosen Tipps für eine bessere Leinenführigkeit zuschicken.

Ich versende keinen Spam – versprochen. Du kannst dich jederzeit problemlos aus dem Verteiler austragen.

[/feature_box]

Der Oppositionsreflex

Die meisten Hunde bekommen einen Duft in die Nase und wollen dort unbedingt hin und den betreffenden Fleck näher untersuchen. Dabei sind sie schneller als sie sich versehen können am Ende der Leine angelangt und dort ziehen sie aufgrund des sogenannten Oppositionsreflexes erst einmal weiter.
Was der Oppositionsreflex ist kannst du selbst einmal testen. Bitte jemanden, dich im Stehen an der Schulter zu berühren und dabei Druck gegen dich aufzubauen. Was tust du? Richtig, du drückst dagegen um nicht um zufallen.

Dein Hund tut das selbe wenn Zug auf den Hals/den Brustkorb kommt: Er hält dagegen. Das ist ein Reflex.

Dann kommt es zu einer Mischung aus Oppositionsreflex und operanter Konditionierung – Lernen durch Erfolg: Wenn dein Hund an der Leine zieht und dabei nur wenige Schritte weiter in die Richtung gelangt, in die er möchte, dann wurde das Ziehen an der Leine verstärkt und er zeigt das Verhalten (Ziehen an der Leine) öfter.

Warum Leinenrucken nicht hilft:

Ab und zu treffe ich Menschen, die ihren Hund mittels Leinenruck zu ordentlichem Leinenlaufen bewegen wollen. Meistens frage ich „Wie lange rucken Sie denn schon an der Leine?“. Nach einiger Überlegung geht das Leinenrucken bereits eine ganze Weile und der Hund kann aber immer noch nicht an lockerer Leine laufen, schließlich müsste ja sonst nicht mehr geruckt werden.

Leinenrucke bringen keine bessere Leinenführigkeit sondern schaden deinem Hund!

Möglicherweise läuft der Hund dann kurz nach dem Ruck wenige Schritte an lockerer Leine, weil er kurzzeitig gehemmt wurde. Dann aber wird sich das alte Verhalten – Ziehen an der Leine – recht schnell wieder einstellen.

Laufen an lockerer Leine erfordert viel Impulskontrolle

Durch Strafen, Rucken, Blocken und andere aversive Methoden wird die Aufregung deines Hundes eher ansteigen. Er empfindet die Situation noch stressender als sie ohnehin schon ist.

Leinenführigkeit
Entspannt an lockerer Leine

Leider sind unsere Hunde nicht in der Lage, ihr eigenes Ziehen mit dem Luftmangel zu verknüpfen und daraus den Rückschluss zu ziehen, dass sie selbst für die Luftnot verantwortlich sind.

Wenn mein Hund aufgeregt oder angespannt ist, verschlechtert sich die Konzentration auf die lockere Leine meistens sehr. Es würde dann sehr viel Impulskontrolle erfordern, an lockerer Leine zu gehen. Wenn ich das weiß, sorge ich entweder für Entspannung oder schraube meine Anforderung an meinen Hund herunter weil ich weiß, dass er es gerade nicht leisten kann, an lockerer Leine zu laufen.

Auslöser und lockerer Leine

Sieht dein Hund andere Hunde, Menschen, Tiere oder sonstige so genannte Auslöser, dann kann die bisher gut funktionierende Leinenführigkeit oftmals dahin sein. Auch das liegt an der steigenden Erregung beim Anblick bestimmter Auslöser.

Bis also bei der Begegnung mit anderen Hunden oder anderen Auslösern eine lockere Leine erwartet werden kann, benötigen die meisten Hunde viel gutes Training mit Fokus auf mehr Entspannung in Verbindung mit dem jeweiligen Auslöser.

Hier kann durch passendes Training eine Verbesserung erzielt werden.

Wer sich selbst in das Thema einlesen möchte, dem lege ich die Bücher von Sabrina Reichel Leinenrambo: Positiv trainieren- entspannt spazieren*
 und von Katrien Lismont (Hund trifft Hund: Entspannte Hundebegegnungen an der Leine*
 – Amazon-Links – ans Herz.

Leinenführigkeit ist also – wie fast alles im Training – extrem kontextbezogen. Jede Situation kann für deinen Hund eine ganz neue Herausforderung sein, auch wenn es für uns Menschen vielleicht nicht so wirkt.

Impulskontrolle ist ein wichtiges Gut. Sie wird im Laufe des Tages immer weniger und lädt sich – vereinfacht gesagt – über Nacht wieder auf.
Nach einem ereignisreichen Tag Leinenführigkeit zu trainieren kann also unter Umständen frustrierend für alle Beteiligten sein.

Deshalb finde ich es wichtig und fair dem Hund gegenüber, zu wissen, was wir da eigentlich verlangen. Schließlich ist an lockerer Leine laufen für Hunde alles aber keine „natürliche“ Verhaltensweise.