Hunde in der Dunkelheit

Schon wieder befinden wir uns mitten in der dunklen Jahreszeit. Seit der Umstellung auf Winterzeit bleibt abends nicht mehr viel Gelegenheit um bei Tageslicht mit dem Hund raus zu gehen.

Vielleicht gehörst du auch zu den Hundehalter_innen, die in der Dämmerung oder in der Nacht mit ihrem Hund vor die Türe müssen. 

Seid ihr hier bereits "alte Hasen" und dein Hund kennt die Dunkelheit? Prima. 

Möglicherweise fallen dir aber auch veränderte Verhaltensweisen bei deinem Hund auf. 

Silvester mit Hund

Dir ist schon Angst und Bange vor dem nahenden Silvester weil dein Hund Panik vor Knallgeräuschen hat?

Was du jetzt noch tun kannst und wie du deinen Hund spielend auf Silvester im nächsten Jahr vorbereitest erfährst du im Silvester Notfall-Plan.

Sichere dir jetzt noch schnell die Unterstützung für deinen Hund:

Dunkelheit = anderer Hund?

Möglicherweise hatte dein Hund bisher nie Probleme mit Joggern und plötzlich wird der Jogger auf der Abend-Runde verbellt, die Rückenhaare deines Hundes stellen sich auf und du erkennst deinen Hund fast nicht wieder?

Einige Hunde reagieren in der Dämmerung oder im Dunkeln extremer auf kontrastreiche Objekte und Bewegungen. 

Hast du dich schon mal gefragt, wie dein Hund immer die Mäuse findet? Er erstarrt plötzlich am Wegesrand und fixiert eine bestimmte Stelle wobei du noch nicht mal das Wackeln eines Grashalms wahrgenommen hast.

Das liegt daran, dass Hunde bereits kleinste Bewegungen viel besser wahrnehmen als wir Menschen. Dazu verfügen Hunde über ein ca. 240 Grad Sichtfeld (zum Vergleich: unser menschliches Sichtfeld beträgt nur etwa 180 - 200 Grad.  Sie können also in einem größeren Bereich Bewegungen wahrnehmen als wir.


Warum Rehe erstarren

Wenn Rehe mögliche Gefahren wahrnehmen bleiben sie sofort bewegungslos stehen. Das steigert ihre Überlebenschancen, denn Beutegreifer wie Hunde können sie so bewegungslos kaum wahrnehmen.
Sofern das Reh nicht in unmittelbarer Nähe zum Hund steht ist diese Strategie erfolgsversprechend, denn Hunde sind verhältnismäßig kurzsichtig. 
Sobald sich das Reh aber bewegt beginnt unter Umständen die Verfolgungsjagd. Denn trotz des schlechten "Scharfsehens" nehmen Hunde kleinste Bewegungen auch auf größere Entfernung sehr gut wahr. 

Das Auge unserer Hunde

Das hundliche Auge ist darauf spezialisiert, kleinste Bewegungen wahrzunehmen. Über diese Fähigkeit verfügen sie ebenfalls in der Dämmerung.

Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass Hundeaugen leicht reflektieren, ähnlich wie Katzenaugen wenn sie angeleuchtet werden. Das "Feature", welches im Auge des Hundes für besseres Dämmerungssehen sorgt ist das tapetum lucidum (ich übersetze mal laienhaft mit "leuchtende Tapete"). Das hilft Hunden, Kontraste (hell/dunkel und bewegt/unbewegt) auch bei spärlichem Licht deutlich wahrzunehmen.


Im Farbsehen sind die Augen unserer Hunde nicht so gut. Sie nehmen Gelb- und Blautöne sehr gut wahr, grün und rot jedoch werden als grau/braun wahrgenommen. 

Hunde sind nahezu rot-grünblind.

Dinge in Blau und Gelb kann dein Hund viel besser wahrnehmen als rote oder grüne Gegenstände. Vielleicht wird das nächste Spielzeug blau? 

Ein roter Ball auf einer grünen Wiese ist deshalb eher eine Herausforderung für die Nase des Hundes - mit seinem Sehsinn wird er hier nicht weit kommen.

Was bedeutet das für die abendliche Gassitour?

Die Wahrnehmung deines Hundes verändert sich im Dunkeln. Bewegungen werden "krasser" wahrgenommen. Dabei kann die "Alarmbereitschaft" deines Hundes ansteigen und er findet bewegte Dinge erst einmal potenziell gefährlich. 
Auch wenn Jogger/Mülltonnen und anderes im Hellen für deinen Hund völlig uninteressant sind, kann er bei Dunkelheit hier Unsicherheiten entwickeln. 
Das liegt hauptsächlich an der veränderten Wahrnehmung bei Nacht. 


Das kannst du tun um auch im Dunkeln entspannt mit deinem Hund unterwegs zu sein:

  • Beobachte deinen Hund gut  sobald er etwas wahrnimmt - frühzeitig ruhig loben und anschließend ggf. für mehr Abstand zum "gruseligen Etwas" sorgen
  • lasse deinen Hund bei Dunkelheit immer angeleint und gut gesichert
  • Hast du bereits ein Markersignal aufgebaut? Dann arbeite mit Click für Blick beim ersten Wahrnehmen eines potentiell gruseligen Reizes und belohne auch mit mehr Abstand 
  • lightbulb-o
    Sorge für zusätzliche Beleuchtung: Trage eine Stirnlampe
  • lightbulb-o
    Statte deinen Hund mit gut sichtbaren Utensilien aus (z.B. Leuchthalsband)

Ist dein Hund im Dunkeln anhaltend gestresst und reagiert er immer heftiger?

Dann ist erst einmal Management gefragt. Verlege die Hauptgassistrecke wenn möglich ins Helle oder in beleuchtete Gebiete. Teste, ob dein Hund entspannter laufen kann wenn du z.B. eine Stirnlampe trägst.

Hast du einen Garten oder gibt es einen kleinen Grünstreifen in der Nähe eures Zuhauses? Prima, dann suche bei Dunkelheit diesen Grünstreifen nur für das nötigste Geschäft deines Hundes auf und gehe mit ihm anschließend wieder in die sichere Wohnung. 

Eine entspannte Winterzeit wünsche ich dir und deinem Hund.

Dein Erik

Dir hat der Artikel gut gefallen?
Bleib' auf dem Laufenden und verpasse keine Neuigkeit rund um Erziehung und Alltag mit Hund!

Erhalte kostenlose Tipps und Wissen regelmäßig per eMail direkt in dein Postfach:

Ich mag auch keinen Spam. Deine Daten sind bei mir sicher. Du kannst dich jederzeit aus der Newsletter-Liste austragen.