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Was dein Welpe wirklich lernen sollte

Welpen – Was sie lernen sollten

  • 23. Januar 2018

Training mit Welpen und deren stolzen Besitzern ist richtig toll. Meistens treffe ich auf wissbegierige Welpeneltern die von Anfang an alles richtig machen wollen.

Kommt dir das bekannt vor? Vielleicht hast du gerade auch einen Welpen oder Junghund bei dir und du möchtest unbedingt alles richtig machen - und zwar von Anfang an.

Da bin ich keine Ausnahme. Auch mir erging es mit meinem Welpen damals so. "Bloß auf alles achten, darf mein Welpe das jetzt?" oder "Oh nein, wie reagiere ich denn, wenn er DAS macht?".

Ich geb`s zu, ich war teilweise ganz schön überfragt und überfordert. Mein Anspruch an mich selbst alles richtig machen zu wollen hat mich sehr schnell an meine Grenzen gebracht. 

Ständig fühlte ich mich deshalb gestresst und im Umgang mit dem kleinen Welpen gehemmt. Nie wusste ich, ist das jetzt richtig? Was muss ich tun?

Und vor allem, was muss mein Welpe alles lernen, damit er nichts verpasst?

"Aber die Sozialisierung..."

Die Empfehlung, dem Welpen innerhalb eines kurzen Zeitraums so vielen Reizen auszusetzen wie möglich beruht häufig auf dem Gedanken "Viel hilft viel". 

Je mehr der Welpe in der Phase zwischen der 3. und etwa 16. Lebenswoche kennen lernt, desto besser würde er später mit allem klar kommen.

Aber:
Gerade weil Welpen in dieser Zeit sehr schnell und nachhaltig lernen macht es Sinn, bewusst für kontrollierte und positive Lernerfahrungen zu sorgen.

Dazu gehört, dass dein Welpe in seinem Tempo erkunden darf. 

Gib` ihm die Möglichkeit auch einmal zu sagen "Nein, das möchte ich bitte nicht näher kennen lernen!". Unterstütze ihn, belohne ihn für seine Neugier aber locke ihn nicht zu "gruseligen" Gegenständen. 

Wenn du ihn lockst bringst du ihn in einen Konflikt. Eigentlich will er lieber weg aber da bist ja du oder ein Leckerchen. Das stresst den Kleinen zusätzlich.

Besser ist es, wenn du ihn für jeden Blick zum Gruselobjekt lobst und ihn so ermunterst, selbst zu erkunden.

Überforderung und "da muss er jetzt durch"-Gedanken können - müssen aber nicht -  dir im weiteren Hundeleben ansonsten die ein oder andere problematische Verhaltensweise einbringen.

Was also braucht DEIN Welpe? 

Heute weiß ich: Jeder Jeck is' anders. Und jeder Hund erst recht. Es gibt also kein Rezept und keinen starren Zeitplan, in dem es ausnahmslos ALLES abzuarbeiten gilt.

Auch nach der 16. Woche kann dein Welpe Neues kennenlernen. Dann vielleicht nicht mehr so schnell und so unbefangen.

Wichtig ist: Was braucht dein Welpe, um im Alltag bei dir und in deiner Umgebung gut, angstfrei und mit Freude zu leben?

Wenn du also auf dem platten Land lebst und dein Welpe voraussichtlich nie mit dem Zug fahren muss macht es wenig Sinn, ihn zum nächsten Großstadtbahnhof zu schleppen. Dort wird er einer ganzen Menge Menschenbeinen, Unrat, Koffer, Lärm und Treppen ausgesetzt, vielleicht tritt ihn jemand oder er bekommt mächtig Angst vor den großen Zügen. Da hat keiner etwas gewonnen, nicht? 

Vielleicht trefft ihr unterwegs regelmäßig auf Kühe oder andere Weidetiere, Traktoren und große, laute Maschinen?

Dann lege Wert darauf, dass dein Welpe diese Dinge möglichst positiv und angstfrei kennen lernen darf.

Wieviel mit dem Welpen trainieren? 

Neben Lernmöglichkeiten benötigt ausnahmslos jeder Welpe eines, nämlich die Möglichkeit Gelerntes in Ruhe verarbeiten zu können. 

Möchtest du bestimmte Dinge intensiv üben eignet sich eine kurze Übungsdauer von wenigen Minuten.

Welpen Training

Trainiere lieber qualitativ sauber und kurz mehrmals am Tag anstatt 15 Minuten am Stück.

Dein Welpe unterscheidet nicht zwischen bewusstem Training und Alltag. Für ihn sind alle neuen Eindrücke gleichermaßen "neu" und beanspruchen ihn deshalb.

Pausen, Entspannung und eine Mütze Schlaf ist deshalb auch für deinen Welpen Gold wert. 

Wenn du also bemerkst, dass dein Welpe gerade schon seine wilden 3 Stunden hat erübrigt sich die Frage, ob du jetzt mit ihm noch eine Stadt-Trainings-Runde machst.

Sorge nach neuen Eindrücken für Entspannung.
Gib` deinem Welpen etwas zu Kauen, gönn` ihm eine kleine Massage oder einen Kong, mit dem er sich in den wohlverdienten Schlaf nuckeln kann. 

Übrigens: Hunde sind polyzyklische Schläfer. Das heißt, es ist normal dass sie einige Stunden aktiv sind und anschließend wieder einige Stunden ruhen und schlafen.

Welpen schlafen

Genügend Ruhe und Schlaf hilft deinem Welpen Gelerntes zu verarbeiten und gestärkt in neue Ab​enteuer zu starten.

Eine Sprache mit deinem Welpen sprechen

Ganz klar, wir sind Menschen und Hunde sind Hunde. Wir kommunizieren völlig verschieden und haben ganz grundverschiedene Höflichkeitsregeln. Da kommt es schnell zu Missverständnissen.

Damit dein Welpe versteht, was du ihm sagen möchtest müsst ihr natürlich eine gemeinsame Sprache sprechen.
Stell` dir vor, du bist in deinem fremden Land und beherrschst die Sprache nicht.
Ständig wirst du von den Menschen angesprochen, von manchen nett, von anderen ärgerlich. Und du hast keine Ahnung was los ist. Das verunsichert und frustriert.

Die einfachste und beste Möglichkeit um deinem Hund klar zu sagen was du wirklich toll findest und was er bitte öfter tun soll ist das -Markersignal. (Link: Was ist ein Markersignal?)

Bild-Quelle: www.amazon.de

Alternativ zum Markerwort kannst du auch einen Clicker verwenden. Es gibt eine Menge verschiedener Fabrikate auf dem Markt.
Der Vorteil eines Clickers ist der markante Ton. Er hebt sich deutlich von unserer Stimme ab und wird vom Hund deshalb besser wahrgenommen. Nachteil: Man hat immer eine Hand zur Verwendung des Clickers "besetzt".

Das Markersignal ist ein Wort oder ein Geräusch, das immer eine Belohnung ankündigt.  

Nach dem Markersignal hast du dann 1-3 Sekunden Zeit, deinen Hund zu belohnen.

Das macht nicht nur Spaß sondern schafft auch Vertrauen, reduziert Stress und lässt deinen Welpen gerne mit dir zusammenarbeiten.

Das Markersignal kannst du für jede neue Übung einsetzen und damit sehr schnell Fortschritte erzielen.

Gold wert: Ruhezone für deinen Welpen

Welpen sind gut darin so lange zu Toben bis sie irgendwann umfallen. Oder "doof" werden. 

Je mehr neue Eindrücke ein Welpe und Junghund bekommt, desto mehr Zeit benötigt er, um diese Eindrücke auch verarbeiten zu können.

Welpen sind mit etwa 17-22 Stunden Ruhe und Schlaf pro Tag gut versorgt. Bei erwachsenen Hunden sind 15-18 Stunden Ruhe und Schlaf eine gute Richtschnur. Es gibt immer Abweichungen, die mit mehr oder weniger ohne Probleme klar kommen. 

Hat dein Welpe insgesamt deutlich weniger Ruhe- und Schlafzeiten kann ihm die Entspannungszone helfen.

Gerade weil Welpen und Junghunde schnell an Neues zu gewöhnen sind kannst du gleich von Beginn an eine tolle Ruhezonen etablieren. 

Von alleine wird dein Welpe nämlich kaum auf die Idee kommen sich auszuruhen.

Richte deinem Welpen deshalb von Anfang an eine kuschelige Ruhezone ein. Hier findet er alle tollen Kausachen, einen Kong, etwas zum Auspacken oder Zerrupfen und auch Kuscheln und Kontaktliegen gibt es in dieser tollen Zone für ihn.

Wenn er von Beginn an lernt - nach jeder Tobe-Runde gibt es in der Zone etwas Schönes - hast du bereits ein wichtiges Ritual eingeführt.
So wird dein Welpe öfter von sich aus diesen Bereich aufsuchen wenn er sich entspannen möchte. 

Verbinde diese Zone also mit schönen und entspannenden Dingen für deinen Welpen. 

Und ganz wichtig: Wenn er dort liegt hat er dort auch seine Ruhe!
Deine Aufgabe ist es, anderen Mitbewohnern oder Besuchern, besonders Kindern klar zu machen, dass dein Hund nicht gestört wird wenn er sich dort aufhält.
Das ist seine Sicherheitszone.  Hier kann er in Ruhe völlig entspannen.

Übrigens hilft dir diese Zone auch wenn es darum geht, Alleinebleiben zu trainieren. 

Welpe anfassen und festhalten

welpe tierarzt

Festgehalten werden kann echt unangenehm sein! Mit ein wenig Übung wird der Tierarztbesuch zum Kinderspiel!

Sicher fragst du dich, was das denn soll? Der Welpe soll lernen, sich anfassen zu lassen?

Ja. Das ist Gold wert. Spätestens wenn es um so Dinge wie Fellpflege, Zahnpflege, Krallenschneiden und Tierarzt geht bist du dankbar, wenn dein Hund gelernt hat, sich nicht nur von dir sondern auch von Fremden (Tierarzt) anfassen zu lassen und auch körperliche Einschränkungen wie das Festhalten einzelner Körperteile gut ertragen kann. 

Das kannst du mit deinem Welpen ganz einfach spielerisch üben. 
Am besten und schnellsten lernt er es, wenn du ankündigst was du tust:

Du möchtest seine Pfote untersuchen? Dann benenne das (zum Beispiel mit "Pfote gucken") und berühre dann seine Pfote, belohne ihn dabei mit einem Leckerchen und nimm deine Hand wieder weg. 

Festhalten kannst du genau so üben:
Ankündigen  -  Hände seitlich an deinen Welpen - Loben und belohnen - Hände wieder weg.

Wichtig ist es, dass du kleinschrittig beginnst: Übe das nur so, dass dein Welpe keine Angst zeigt und auch nicht zappelig ist. Wenn er nur eine Millisekunde still halten kann - Super! Darauf baust du weiter auf. 

Klappt das bei dir super, kannst du auch Freunde und Bekannte bitten, mit euch das Anfassen zu üben. Die meisten sind da sofort dabei. 😉

"Komm zurück!"

Ok, DAS ist wirklich wichtig.
Jeder Hund sollte einen brauchbaren Rückruf beherrschen.

Das ermöglich Sicherheit, etwas mehr Bewegungsfreiheit für den Hund und ist Teil eines rücksichtsvollen Miteinanders mit anderen Menschen und Lebewesen.

Allzu häufig werden Hunde gedankenlos abgeleint ohne dass der Mensch auch nur den Hauch einer Chance hat, seinen Hund abzurufen wenn es nötig wäre. 

Mein Favorit für den Rückruf ist der doppelte Rückruf. Wie du den mit deinem Welpen trainieren kannst erfährst du wenn du dem Link in der Box folgst:

Das ist alles?

Nein, natürlich nicht. Es ist ein Anfang. Und ein Anstoß, dass du für dich und deinen Welpen genau das raussuchst, was ihr für ein tolles Hundeleben braucht. 

​Eines aber ist sicher: Wenn dein Welpe gelernt hat zu entspannen und neue Dinge gut bewältigen zu können wirst du viel weniger "unerwünschte" Verhaltensweisen an ihm beobachten können. Und ganz nebenbei lernt er neue Signale und gutes Benehmen viel leichter, als wenn er ständig auf 180 läuft. 

Wenn für dich also ein super sicheres Sitz notwendig ist (und ja, ich finde das auch super wichtig!) dann steht das bei euch weiter oben auf der Prioritätenliste.

Wenn dein Welpe unbedingt mit anderen Hunden klar kommen sollte, dann legst du den Fokus in der sensiblen Phase auf die positive Belegung von Hunden und auf freundliche und kontrollierte Hundekontakte.

Der Alltag wird dafür sorgen, dass euch die Trainingsgelegenheiten nicht ausgehen. 

Vielleicht springt dein Welpe furchtbar gerne Leute an. Oder er sollte lernen, nicht zu jedem anderen Hund zu stürmen. 

Alles wird sich ergeben. Und alles zu seiner Zeit.

Genieße die Welpenzeit. Sie ist einmalig. Und sie vergeht so schnell. 

Du musst nicht alles in die ersten 16 Wochen pressen. Du wirst Fehler machen. Du darfst Fehler machen!

Ich habe viele Fehler gemacht. Heute weiß ich es besser. Und mache immer noch Fehler. 😉

Und will dir den Druck damit ein wenig nehmen. Trotz meiner Fehler habe ich den tollsten Hund, den ich mir nur wünschen könnte.

Ich bin sicher, bei dir wird es genau so!

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Aufmerksamer Hund

Wie dein Hund dir mehr Aufmerksamkeit schenkt

  • 3. Dezember 2017

Vor ein paar Jahren - meine Hündin war damals etwa 10 Monate jung - waren Spaziergänge mit ihr echt frustrierend.

Warum das so war? 

Manchmal dachte ich, meine Hündin kann doch auch alleine gehen. Sie registriert ohnehin nicht ob ich da bin oder nicht. Und am anderen Ende der Leine störe ich nur wenn ich die Leine festhalte.
So wirklich viel Interaktion fand nicht statt. Zwar konnte ich sie ansprechen und mit etwas Glück hat sie auch darauf reagiert. Von sich aus hat sie mir jedoch so gut wie nie Aufmerksamkeit geschenkt. 

Ich hatte mich mit jemandem zum Gassigehen getroffen. Als wir bereits eine Weile unterwegs waren erklärte meine Gassibegleitung: "Mensch, dein Hund ist ja überhaupt nicht aufmerksam und macht was er will. Du musst dich mal viel interessanter machen!"
Ha. 

Dass meine Hündin gerne mal in die Hundewelt abtaucht und "ihr Ding" macht fand ich nicht schlimm (im Gegenteil).

Mich wurmte es aber doch etwas, dass ein anderer Hundehalter mich darauf stieß, mein Hund sei mir gegenüber nicht aufmerksam und ich müsse mich interessanter machen damit sich das verbesserte.

Vor meinem inneren Auge lief ein Film ab in dem ich die Rolle eines Clowns spielte und mich hüpfend und bällewerfend über die Wege bewegte, damit mein Hund ständig aufmerksam ist. 

Muss ich für meinen Hund den Clown spielen?

Darauf hatte ich nun so gar keine Lust. Ich wollte weder mit Quietsche-Stimme auf meinen Hund einflöten noch wollte ich einen Hund der mich ständig anhimmelt und mir nicht von der Seite weicht. 

Aber ein bisschen öfter könnte sie schon mal nach mir gucken. Dachte ich so bei mir. 

Wie schaffe ich es, dass mein Hund von sich aus öfter mal registriert, dass ich ja auch noch da bin?

Der Tenor in den meisten Hundegruppen in sozialen Netzwerken lautet tatsächlich: "Du musst spannender sein als die Umwelt."

Puh. Das ist eine ganz schön große Aufgabe. Denn schließlich wartet in der Umwelt ja soviel auf unsere Hunde: Interessante Schnüffelstellen, Artgenossen, verschiedene Untergründe, Mäuse, Vögel, Wild(spuren), andere Menschen, Fressbares und so weiter.

Und das sollte ich als Mensch alles überbieten? 

Die paar wenigen Versuche, die ich unternahm um Makeba z.B. bei Hundebegegnungen auf mich aufmerksam zu machen und dafür zu sorgen, dass sie auch weiter nach mir schaute während der andere Hund vorbei ging waren gnadenlos zum Scheitern verurteilt.

Naja, wenn sie mich ohne große Ablenkung schon nicht anguckt, wie sollte das dann bei so großer Ablenkung funktionieren? 

Wie wird mein Hund aufmerksamer?

Mir war irgendwie klar, dass ich nicht um alles auf der Welt spannender als die Umwelt sein konnte. Von diesem riesigen Anspruch verabschiedete ich mich ziemlich schnell.

Aber wie kann ich es dann schaffen, dass ich doch mehr Aufmerksamkeit bekomme als bisher?

Das Gute ist: Niemand muss für seinen Hund spannender sein als die Umwelt. Du auch nicht. Aber:

Aufmerksamkeit m​uss sich lohnen!

Ich begann zunächst unterwegs darauf zu achten, ob Makeba mich tatsächlich NIE von sich aus anschaut oder ob es mir bisher vielleicht einfach nicht aufgefallen ist.

Gut. Die erste Zählung war sehr ernüchternd. Auf einer 30 minütigen Tour genoss ich ganze zwei mal ihre Aufmerksamkeit in Form "sie schaut ganz kurz in meine Richtung". 

Freiwillige Aufmerksamkeit belohnen

Die allererste Änderung bestand darin, dass ich die wenigen Male ihrer freiwilligen Aufmerksamkeit - und wenn sie nur zufällig in meine Richtung geguckt hat - irgendwie belohnt habe. 

Anfangs mit einem verbalen Lob, wenn sie in meiner Nähe war auch mal mit einem Keks. 

Das brachte mir innerhalb eines Spaziergangs schon mal eine 500% Steigerung der freiwilligen Aufmerksamkeit ein. Makeba guckte ganze 10 mal zu mir um ohne dass ich sie dazu aufforderte.

Da das Training ohne zusätzlichen Zeitaufwand möglich war, beschloss ich, das weiter auszubauen um zu sehen wie sich ihre Aufmerksamkeit weiter veränderte.

Makeba fand Futter damals zwar ganz ok, vom Hocker reißen konnte ich sie mit einem Stück Trockenfutter aber nicht gerade. 

Ich überlegte mir also, womit ich sie wirklich belohnen könnte wenn mir ihre Aufmerksamkeit wichtig war.

Bedürfnisorientierte Belohnung

​Die Futterbelohnungen variierte ich. Sowohl in Qualität des Futters (feuchtes Futter findet Makeba viel besser als Trockenfutter) als auch darin, wie ich sie damit belohnte testete ich Verschiedenes:

  • geworfene Belohnung wenn sie gerade Rennen wollte
  • verpackte Belohnung (Frühstückspapier)
  • kleine Futterstücke verstreut (Suchen, Stöbern)
  • Belohnung versteckt zur Suche

Je mehr ich mit meiner Belohnung Makebas aktuelle Stimmung aufgreifen konnte, desto begeisterter war sie.

Und wenn mein Hund kein Futter mag?

Futter ist nur eine Belohnungsart. Futter hat den Vorteil, dass man es schnell und in verschiedenen Varianten parat hat. Dazu sind die Belohnungsmöglichkeiten fast unendlich. 

Belohnung ist alles, was dein Hund gut findet. Je eher du das Bedürfnis deines Hundes triffst, desto belohnender wird er es empfinden. 

Er will gerade eigentlich Jagen gehen? Belohne ihn fürs "Nichtjagen" mit einem Jagdersatzspiel. 

Dein Hund macht gerne Tricks? Setze einen besonders tollen Trick als Belohnung ein.

Wenn sie "flitzig" ist und gerade viel herum rennt: Sie guckte kurz in meine Richtung, markierte ich diesen kurzen Blick mit dem Markersignal und belohnte sie mit einer gerollten oder geworfenen Belohnung.

Sie durfte also hinter einem guten Futterstück her rennen und es am Ende fressen - zwei Belohnungen auf einen Schlag.  

Dazu musste ich mich weder zum Affen machen noch herum quietschen. Deshalb verfolge ich diesen Ansatz heute noch. Nicht nur mit meinem eigenen Hund sondern auch im Dogwalking.

Gerade neue Hunde lernen sehr schnell, dass es sich lohnt, immer mal wieder in meine Richtung zu schauen.

So trainiere ich die freiwillige Aufmerksamkeit mit Hunden im Dogwalking:

Du musst nicht spannender als die Umwelt sein. Wenn dein Hund oft die Erfahrung macht dass du ihm genau das zu bieten hast, was er gerade ohnehin möchte wirst du automatisch immer wertvoller für deinen Hund.

Damit machst du es ihm sehr einfach, dich öfter mal im Auge zu behalten. Es könnte ja wieder ein tolles Spiel mit dir möglich sein oder bei dir findet ein Suchspiel für deinen Hund statt.

Mach` dir also nicht den Stress, unbedingt spannender als die Umwelt zu sein. Das ist nicht nötig. Und zum Clown machen musst du dich schon gar nicht. 
Es sei denn dein Hund und du finden es lustig. 😉

Du kennst jemanden, der auch mit der Aufmerksamkeit seines Hundes "zu tun" hat? 

Dann teile diesen Beitrag in deinem Netzwerk und zeige der Person wie sie einen aufmerksameren Hund bekommen kann.

Dein Hund ist schnell hektisch und aufgeregt? 

Bereits über 200 Hundehalter_innen haben jetzt deutlich entspanntere Vierbeiner.

Videos der AlltagsHunde

  • 19. Mai 2017

Video: Clicker&Marker - Was ist das?

Hier kommst du zum passenden Blogbeitrag: 

Was ist ein Markersignal? – Kurz erklärt:
Die Arbeit mit dem Markersignal ist ein wichtiges Werkzeug im Umgang mit meinem Hund und natürlich auch in der Hundegruppe.[...]

Einblicke in unser Training bekommst du hier per Video.
Du findest uns unter dem Kanal AlltagsHunde bei YouTube.

Welches Thema interessiert dich? Lass es mich wissen und schicke mir eine Nachricht an erik@der-dogwalker.de.

 

Leinenführigkeit – Hilfe mein Hund zieht an der Leine!

  • 22. April 2017

Das leidige Thema Leinenführigkeit:

Kennst du das?

  • Du bekommst bereits schlechte Laune wenn du dran denkst, mit deinem Hund die Straße entlang bis zur Grünfläche an der Leine laufen zu müssen?
  • Deine Schultern schmerzen weil dein Hund eine enorme Zugkraft entwickelt?
  • Lockere Leine ist für deinen Hund ein Fremdwort?
  • Dein Hund wirft sich blitzartig in die Leine und zieht dich wohin er will?

Leinenführigkeit will gelernt sein

Leineziehen hat dein Hund genauso gelernt wie er das Laufen an lockerer Leine lernen würde:
Er hat(te) immer wieder Erfolg damit und ist vorwärts gekommen wenn er gezogen hat. 

Für die meisten Hunde ist Laufen an der Leine schlicht Abitur.

Das würde man von einem 10 Jährigen ja nicht unbedingt verlangen, oder? 

Ein junger Hund mit - sagen wir 10 Monaten - tut sich also echt schwer damit. Und das ist auch erst mal kein Beinbruch. Solange du weißt, wie du ihm beibringst dass lockere Leine echt super ist! 

Druck erzeugt Gegendruck

Die meisten Hunde bekommen einen Duft in die Nase und wollen dort unbedingt hin und den betreffenden Fleck näher untersuchen.

Dabei sind sie schneller als sie sich versehen können am Ende der Leine angelangt und dort ziehen sie aufgrund des sogenannten Oppositionsreflexes erst einmal weiter.

 Was der Oppositionsreflex ist kannst du selbst einmal testen:

Bitte jemanden, dich im Stehen an der Schulter zu berühren und dabei Druck gegen dich aufzubauen. Was tust du? Richtig, du drückst dagegen um nicht um zu fallen.

Dein Hund tut das Selbe sobald Zug auf den Hals/den Brustkorb kommt: Er hält dagegen. Das ist ein Reflex.

Dann kommt es zu einer Mischung aus Oppositionsreflex und operanter Konditionierung - Lernen durch Erfolg:

Wenn dein Hund an der Leine zieht und dabei nur wenige Schritte weiter in die Richtung gelangt, in die er möchte, dann wurde das Ziehen an der Leine verstärkt und er zeigt das Verhalten (Ziehen an der Leine) öfter.

Teufelskreislauf!

Warum Rucken an der Leine nicht hilft

Ab und zu treffe ich Menschen, die ihren Hund durch Leinenruck zu ordentlichem Leinenlaufen bewegen wollen.

Meistens frage ich "Wie lange rucken Sie denn schon an der Leine?". Nach einiger Überlegung geht das Leinenrucken bereits eine ganze Weile und der Hund kann aber immer noch nicht an lockerer Leine laufen, schließlich müsste ja sonst nicht mehr geruckt werden. 

Typischerweise gibt der Hund nach einem Ruck für einige Schritte nach und landet dann prompt wieder am Leinenende, wird wieder zurück geruckt und das Spiel beginnt von Neuem.

Durch Rucke an der Leine lernt kein Hund an lockerer Leine zu laufen. 

Laufen an lockerer Leine erfordert viel Impulskontrolle

Durch Strafen, Rucken, Blocken und andere aversive Methoden wird die Aufregung des Hundes eher ansteigen.

Dadurch kommt noch mehr Stress in die Situation, Konzentration und Impulskontrolle fällt noch schwerer.

Leider sind unsere Hunde nicht in der Lage, ihr eigenes Ziehen mit dem Luftmangel zu verknüpfen und daraus den Rückschluss zu ziehen, dass sie selbst für die Luftnot verantwortlich sind.

Wenn ich bemerke, dass es meinem Hund sehr schwer fällt sich zu konzentrieren, sorge ich entweder für Entspannung oder schraube meine Anforderung an meinen Hund herunter.

Meine Lieblingsbücher

zu den Themen Leinenführigkeit und Begegnungen mit Artgenossen findest du hier:

Königsdisziplin: Ablenkung und lockere Leine

Sieht dein Hund andere Hunde, Menschen, Tiere oder sonstige so genannte Auslöser, dann kann die bisher gut funktionierende Leinenführigkeit oftmals dahin sein. Auch das liegt an der steigenden Erregung beim Anblick bestimmter Auslöser.

Bis also bei der Begegnung mit anderen Hunden oder anderen Auslösern eine lockere Leine erwartet werden kann, benötigen die meisten Hunde viel gutes Training mit Fokus auf mehr Entspannung. 
Am besten tastest du dich mit deinem Hund langsam an die Auslöser ran und verringerst den Abstand an der Leine erst, wenn ihr es mit mehr Abstand schon richtig gut schafft.

Ein bisschen Struktur im Training hilft dir und deinem Hund:

Am besten, du notierst dir nach deinen Trainingseinheiten wie weit ihr etwa von der Ablenkung entfernt war und wie gut dein Hund noch an lockerer Leine laufen konnte.

Leinenführigkeit ist - wie fast alles im Training - extrem kontextbezogen.

Jede Situation kann für deinen Hund eine ganz neue Herausforderung sein, auch wenn es für uns Menschen vielleicht nicht so wirkt.

Impulskontrolle ist ein wichtiges Gut. Sie wird im Laufe des Tages immer weniger und lädt sich - vereinfacht gesagt - über Nacht wieder auf.

Nach einem ereignisreichen Tag am Abend noch Leinenführigkeit zu trainieren kann also unter Umständen frustrierend für alle Beteiligten sein.

Deshalb finde ich es wichtig und fair dem Hund gegenüber, zu wissen, was wir da eigentlich verlangen.

Schließlich ist an lockerer Leine laufen für Hunde alles aber keine "natürliche" Verhaltensweise.

 

Hunde belohnen

Hunde belohnen: Arbeit mit positiver Verstärkung

  • 7. Januar 2016

In meiner Hundegruppe arbeite ich mit Belohnungen für erwünschtes Verhalten. Positive Verstärkung von Verhalten führt dazu, dass das belohnte Verhalten häufiger, länger, schneller oder intensiver gezeigt wird.
Ob ich ein Verhalten wirkungsvoll verstärkt habe, bemerke ich erst wenn das Verhalten zukünftig z.b. öfter oder schneller gezeigt wird.

Oft wird eine Belohnung ausschließlich mit Leckerchen gleichgesetzt. In vielen Situationen finden Hunde Leckerchen ja tatsächlich toll, das trifft jedoch nicht immer zu.

Warum verwende ich überhaupt Belohnungen?

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Positive Verstärkung

Was ist ein Markersignal? – Kurz erklärt:

  • 4. November 2015

Die Arbeit mit dem Markersignal ist ein wichtiges Werkzeug im Umgang mit meinem Hund und natürlich auch in der Hundegruppe.

Der Clicker kommt gerade auch im Alltags-Training zum Einsatz. Etwa bei der Bearbeitung von

  • Aggressionsverhalten
  • Jagdverhalten
  • Laufen an lockerer Leine
  • Verteidigung von Futter und anderen Ressourcen
  • Anspringen
  • Betteln 
  • Aufbau von Tricks
  • Grunderziehung wie Sitz, Platz, Rückruf 

 

Du siehst: Mit einem Clicker kann man weit mehr bearbeiten als „nur“ Tricks und einfache Erziehung.

Einige Vorteile des Markertrainings sind das punktgenaue Markieren, was für den Hund zu extrem schnellen Lernen führt und die Verknüpfung mit der Bezugsperson als Sozialpartner, der den Hund versteht und tolle Dinge ankündigt.

Aber was ist eigentlich ein Markersignal oder Clicker?

 

Was ist ein Markersignal?

Ein Markersignal ist ein Signal (Wort wie Jep, Top, Click, Tick etc.) das dem Hund sagt:

„Click“ = „Das was du im Moment tust ist super und verdient eine Belohnung!“

Es dient also der punktgenauen Kommunikation und hilft dem Hund, Sicherheit zu gewinnen. Denn er weiß und kann sich darauf verlassen, dass nach dem Markersignal „Click“ für ihn etwas Tolles passiert.

Mit dem Markersignal verstärke ich erwünschtes Verhalten wie ruhiges Warten, das Zurückkommen, deeskalierendes Verhalten und alles, was sonst in der jeweiligen Situation erwünscht ist.

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