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Stress beim Hund

Woran du Stress beim Hund erkennst

  • 18. Februar 2018

Du denkst dir: "Na ich merke doch wenn mein Hund gestresst ist!" 

Meistens merkst du das. Denn oft verhalten sich gestresste Hunde irgendwie auffällig.

Es gibt aber auch Hunde die sich auffällig unauffällig benehmen, sich völlig zurückziehen und sich kaum noch "verhalten" wenn sie gestresst sind.

Einen richtig gestressten Hund erkennen wir meistens sehr leicht. Es gibt aber auch eine menge subtiler Zeichen, die darauf hinweisen, dass ein Hund Stress hat. 

Stress = böse?

Nein, ganz und gar nicht. Stress ist überlebenswichtig.

Stress und die damit verbundene Hormonreaktion im Körper ist ein wichtiger Anpassungsprozess.

"Stress ist die Reaktion eines Organismus auf die Anforderung, sich zu verändern oder anzupassen."
(J. O'Heare: Die Neuropsychologie des Hundes, S. 6)*

Jeder "Reiz", also alles, was ein Hund tatsächlich wahrnimmt,  alles was neu ist, alles was plötzlich auftritt, alles was nicht einem bekannten Muster entspricht verursacht erst einmal Stress.

Man kann deshalb sagen, dass quasi alle Dinge stressend sind.

Aber ist das dann schon schädlich?

Nein!

Stress wird erst dann schädlich, wenn er nicht verarbeitet werden kann.

Fehlen dem Hund Bewältigungsstrategien für neue oder bedrohliche Situationen wirkt sich Stress negativ auf das gesamte Wohlbefinden des Hundes aus.

In dem Fall ist Stress schädlich.

Stress begünstigt Angst- und Aggressionsverhalten.

Das ist auch im alltäglichen Umgang mit unseren Hunden eine wichtige Erkenntnis.

Wenn ein Hund viele Stressauslöser hat, häufig Angst oder sogar Panik erlebt braucht er Unterstützung, besser mit diesen Stressauslösern klar zu kommen. Gerade Angst senkt die Lebensqualität eines Hundes enorm.

Lernt der Hund keine Bewältigungsstrategie besteht die Gefahr, dass sich der Stress auf die Gesundheit negativ auswirkt und sich weitere Verhaltensweisen zeigen, die nicht gerade alltagskompatibel sind.

Oft summiert sich Stress bei Hunden über den Tag.

Wenn dann auf dem Abendspaziergang die Gelassenheit fehlt und der Hund extremer auf verschiedene Reize (Wild, andere Hunde, Menschen, Fahrzeuge) reagiert als er es frisch ausgeruht am Morgen tut ist das kein Wunder.  

Stresszeichen erkennen

Hier einige Merkmale in Ausdruck und Verhalten, die wir bei gestressten Hunden leicht beobachten können:

  • Bellen
  • Winseln oder Jaulen
  • "Hyperaktivität"
  • ist schlecht ansprechbar 
  • Lethargie
  • regt sich extrem auf
  • bewegt sich sehr hektisch
  • Übersprungsreaktionen 
  • schnelles flaches Hecheln
  • Schweißpfoten
  • Gähnen
  • reißt die Augen auf 
  • kneift die Augen zusammen
  • viel Weiß in den Augen sichtbar
  • zieht die Rute eng an die Beine oder unter den Bauch (Angst oder Konzentration)
  • zeigt ein "Stressgesicht"
  • kann kein Futter annehmen
  • häufiges Urin- oder Kotabsetzen
  • Durchfall
  • häufiges Strecken
  • aufgestellte Rückenhaare (Hinweis auf Erregung - kann sowohl angenehm als auch unangenehm sein) --> Piloerektion (clicke für mehr Infos)
  • Schütteln (häufig nach stressigen Hundebegegnungen)
  • extreme Körperpflege
  • sehr hohes Schlafbedürfnis
  • alle Zeichen von Angst und Panik
  • bei Rüden ausgeschachteter Penis
  • hohe Muskelanspannung (steifer Gang, durchgedrückte Gelenke)
  • Speicheln (ohne das Futter in Aussicht ist)
  • und vieles mehr

Du erkennst Stress bei deinem Hund oft an seiner Körpersprache. 

Hier siehst du eine wunderbare Übersicht der häufigsten Ausdrucksweisen unserer Hunde: 

Hundesprache

Bild-Quelle: https://www.doggiedrawings.net/freeposters

Ein Bildbeispiel für einen Hund, der ein Stressgesicht zeigt: 

Bildquelle: www.pixabay.com/de

Stresszeichen des Hundes (Pfeile von links nach rechts)

  • Druck gegen das Halsband (weg vom Kind)
  • Kopf weg gedreht vom Kind
  • Falten und Muskelgrate im Maulwinkel + stark zurück gezogene Lefzen
  • Ohren ganz nach hinten geklappt +  Falten auf der Stirn
  • viel Weiß in den Augen sichtbar
  • Zunge spatelförmig angespannt

Ursachen können von Hund zu Hund völlig verschieden sein. Wir können nie alle Ursachen erkennen, aber mit ein bisschen Übung wissen wir, was unseren Hund anstrengt.

Im oberen Bild sind mögliche Stressauslöser:

  • Umarmung durch das Kind
  • Bewegungseinschränkung durch die Leine am Halsband
  • Nähe von anderen Hunden (im Originalbild sichtbar)
  • Hitze
  • viele Menschen
  • vermutlich Lärm

Stress macht sich auch im Verhalten bemerkbar.

Hunde werden unter Stress reizbarer, reagieren schneller, heftiger oder länger. 

Was du tun kannst wenn dein Hund gestresst ist

Gestresste Hunde können nicht gut lernen und nur schwer bereits Gelerntes in diesen Situationen abrufen. 

Erkennst du, dass dein Hund gestresst ist schätze ein, wie sehr ihn das beeinträchtigt.

Hat er nur wenig Stress, kommt er damit recht gut klar, solche Situationen kommen immer wieder vor, beeinträchtigen deinen Hund aber nie sonderlich lange besteht nicht direkt Handlungsbedarf.

Hat dein Hund aber Mühe mit den Situationen klar zu kommen, reagiert er öfter mit "unerwünschtem" Verhalten, ist er danach noch eine Weile aufgeregt und übererregt oder erschöpft besteht Handlungsbedarf.

Fülle aktiv das Wohlfühlkonto deines Hundes auf!

  • Sorge für ausreichend Erholungs- und Entspannungsphasen
  • Trainiere Entspannung an Auslösern, die seinen Hund sehr belasten und die du nicht verhindern kannst
  • Manage Stressauslöser und vermeide sie zum Wohle deines Hundes hin und wieder
  • was du nicht managen kannst, aber häufig vorkommt trainierst du mit deinem Hund
  • trainiere Entspannungsmöglichkeiten
  • trainiere mit deinem Hund schrittweise auch in aufregenden Situationen ansprechbar zu sein

Wie du für mehr Entspannung sorgen kannst erfährst du in einem der nächsten Blogartikel.

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Gute Hundebücher

Hundebücher – Empfehlungen für jeden Schrank

  • 22. März 2017

Bei der Auswahl an Hundebüchern immer ds richtige zu erwischen ist gar nicht so einfach. Hier stelle ich nach und nach empfehlenswerte Bücher zu verschiedenen Themen rund um den Hund vor.

Alle hier gelisteten Hundebücher stehen für einen freundlichen, respektvollen und fairen Umgang mit dem Hund. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse im Hinblick auf Lernen und Sozialverhalten bei Haushunden werden berücksichtigt und fließen in die Trainingsmethoden ein.

Methoden, die Einschüchterung, Erschrecken, Schmerzreize usw. propagieren findest du in diesen Büchern nicht.

Bisher findest du hier im Regal:

 

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