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Wie du den Rückruf sofort verbesserst

  • 24. März 2018

Oft schläft der Rückruf mit dem Hund ein. Du merkst, dass dein Hund immer langsamer zu dir kommt oder sogar erst mal stehen bleibt und schaut weshalb du denn jetzt gerufen hast. 

Wenn das bei dir und deinem Hund so ist, dann wird es Zeit, deinen Rückruf nochmal aufzufrischen.

Heute verrate ich dir meine drei Lieblingsänderungen die deinen Hund sofort viel lieber zu dir kommen lassen.

1. Belohne Zurückkommen immer

...auch wenn du nicht gerufen hast.

Wenn es dir wichtig ist, dass dein Hund gerne und oft zu dir kommt, ist der einfachste Weg ihn immer zu belohnen wenn er zu dir kommt. Und wenn es nur zufällig ist.

Dabei muss es natürlich nicht immer die MEGA-Belohnung sein. Aber ein freundliches Lob, ein kleines Leckerchen oder ein Spiel dürfen schon mal drin sein.

Übrigens gilt das auch, wenn dein Hund einmal nicht sofort auf deinen Rückruf reagiert hat. Sollte dein Hund mit Verspätung bei dir eintreffen belohne auch das.

Falls du dich jetzt fragst "Aber dann belohne ich ja, dass er nicht gleich kommt!?" - Keine Sorge. Nein. Überlege, wann hast du gerufen? Das ist schon ein paar Sekunden her. Dein Hund konnte aus irgendeinem Grund nicht sofort darauf reagieren. Dann sind sicher schon einige Sekunden vergangen bis er irgendwann zu dir kommt. Wenn du ihn dann belohnst, kann dein Hund das nur noch mit dem "Zu dir zurück kommen" verbinden. Denn das ist schließlich das, was in den Sekunden passiert ist, bevor du ihn belohnt hast. 

Mit etwas, das bereits 10 Sekunden oder noch länger zurück liegt kann dein Hund die Belohnung nicht mehr Verknüpfen.


2. Bring' Abwechslung rein

Mein ganz persönlicher Stolperstein. Irgendwann hatte ich mich so auf zwei Belohnungen für den Rückruf eingeschossen, dass ich gar nicht mehr darauf achtete, ob mein Hund das überhaupt als Belohnung empfindet. 

Wenn du also auch immer die Leberwurst rausrückst sobald dein Hund zu dir zurück gekommen ist oder es dann immer den Ball gibt bist du hier richtig.

Überlege dir mindestens 2 weitere Belohnungsmöglichkeiten für deinen Hund, die du bisher kaum eingesetzt hast. 

Was tut dein Hund gerne? Wofür würden ihm vor Überraschung die Augen aus dem Kopf springen weil er damit überhaupt nicht gerechnet hätte und etwas besonders toll findet?

Dazu reicht es schon, wenn du den besonderen Keks nicht aus der Hand gibst wie sonst, sondern damit ein Werfspiel veranstaltest. 

Ändere die Art wie du belohnst und beobachte, was deinem Hund besonders gut gefällt. 

Keine Sorge, du musst nicht ein Arsenal an Spielzeugen und Futterbelohnungen mitschleppen. Mehr als 2 verschiedene Dinge habe ich nie dabei. 

Aus einfachen Futterbelohnungen kannst du ganz einfach eine viel spannendere Geschichte machen indem du die Belohnung als Lauerspiel einsetzt, eine Verlorensuche daraus machst oder den Keks über den Weg kegelst damit dein Hund hinterher hetzen kann. 

Was auch immer du tust - belohne die nächsten Rückrufe deutlich anders und spannender als bisher! Es lohnt sich. 

Wie ich den perfekten Rückruf trainiere:

Im Coaching und in meiner Dogwalking-Gruppe arbeite ich mit einem ganz besonderen Rückruf. So aufgebaut wird das Zurückkommen zum Reflex und dein Hund denkt gar nicht erst darüber nach. Das macht diesen Rückruf so zuverlässig und erfolgreich in den verschiedensten Situationen.

Hier erfährst du mehr über diesen Rückruf und wie du ihn trainierst:

3. Kenne deinen Hund - wann rufst du?

Ganz wichtig: Damit ihr im Rückruftraining wirklich weiter kommt musst du wissen, wann es deinem Hund leicht fällt auf den Rückruf zu reagieren und wann es ihm richtig schwer fällt. 

Dazu habe ich mir eine Ablenkungsliste notiert. Ich weiß genau, dass Makeba sich echt schwer tut wenn sie bekannte Menschen sieht, die sie gerne begrüßen möchte. 
Oder ein Feldhase gerade vor uns die Beine lang macht und wegrennt. 


Trainiere gezielt langsam von "wenig Ablenkung" bis "ganz starke Ablenkung". 

Stelle es dir vor wie in der Schule. In der ersten Klasse werden einfache Sätze und Buchstaben gelernt, in der 10. Klasse schreibt man selbst komplizierte Aufsätze.
Das lernt man nicht von heute auf morgen.

Rufe deinen Hund also überwiegend dann, wenn du weißt, dass er es in dieser Ablenkungsstufe schon kann. Steigere die Ablenkung langsam und mit bedacht. 

Wenn dein Hund einmal nicht auf deinen Rückruf reagiert hat, mache dir eine geistige Notiz und merke dir, welche Situation das war und weshalb er vermutlich nicht reagieren konnte.

Im Training schenke ich meinem Hund immer wieder einfache Rückrufe. Wenn ich weiß, er kann jetzt bestimmt reagieren rufe ich und belohne ihn gut.

Übrigens: Fällt es deinem Hund einmal besonders schwer auf deinen Ruf zu reagieren und er braucht etwas länger, belohne ihn besonders gut! Warum?
Ganz einfach - wenn es ihm leicht fällt musste er sich ja nicht sehr anstrengen.

Aber wenn es ihm wirklich schwer gefallen ist und er trotz vielen Versuchungen doch zu dir gekommen ist - wenn auch langsamer oder später ist das eine richtig krasse Leistung die du auch richtig stark belohnen darfst.

Viel Spaß beim Optimieren. 

Stress beim Hund

Woran du Stress beim Hund erkennst

  • 18. Februar 2018

Du denkst dir: "Na ich merke doch wenn mein Hund gestresst ist!" 

Meistens merkst du das. Denn oft verhalten sich gestresste Hunde irgendwie auffällig.

Es gibt aber auch Hunde die sich auffällig unauffällig benehmen, sich völlig zurückziehen und sich kaum noch "verhalten" wenn sie gestresst sind.

Einen richtig gestressten Hund erkennen wir meistens sehr leicht. Es gibt aber auch eine menge subtiler Zeichen, die darauf hinweisen, dass ein Hund Stress hat. 

Stress = böse?

Nein, ganz und gar nicht. Stress ist überlebenswichtig.

Stress und die damit verbundene Hormonreaktion im Körper ist ein wichtiger Anpassungsprozess.

"Stress ist die Reaktion eines Organismus auf die Anforderung, sich zu verändern oder anzupassen."
(J. O'Heare: Die Neuropsychologie des Hundes, S. 6)*

Jeder "Reiz", also alles, was ein Hund tatsächlich wahrnimmt,  alles was neu ist, alles was plötzlich auftritt, alles was nicht einem bekannten Muster entspricht verursacht erst einmal Stress.

Man kann deshalb sagen, dass quasi alle Dinge stressend sind.

Aber ist das dann schon schädlich?

Nein!

Stress wird erst dann schädlich, wenn er nicht verarbeitet werden kann.

Fehlen dem Hund Bewältigungsstrategien für neue oder bedrohliche Situationen wirkt sich Stress negativ auf das gesamte Wohlbefinden des Hundes aus.

In dem Fall ist Stress schädlich.

Stress begünstigt Angst- und Aggressionsverhalten.

Das ist auch im alltäglichen Umgang mit unseren Hunden eine wichtige Erkenntnis.

Wenn ein Hund viele Stressauslöser hat, häufig Angst oder sogar Panik erlebt braucht er Unterstützung, besser mit diesen Stressauslösern klar zu kommen. Gerade Angst senkt die Lebensqualität eines Hundes enorm.

Lernt der Hund keine Bewältigungsstrategie besteht die Gefahr, dass sich der Stress auf die Gesundheit negativ auswirkt und sich weitere Verhaltensweisen zeigen, die nicht gerade alltagskompatibel sind.

Oft summiert sich Stress bei Hunden über den Tag.

Wenn dann auf dem Abendspaziergang die Gelassenheit fehlt und der Hund extremer auf verschiedene Reize (Wild, andere Hunde, Menschen, Fahrzeuge) reagiert als er es frisch ausgeruht am Morgen tut ist das kein Wunder.  

Stresszeichen erkennen

Hier einige Merkmale in Ausdruck und Verhalten, die wir bei gestressten Hunden leicht beobachten können:

  • Bellen
  • Winseln oder Jaulen
  • "Hyperaktivität"
  • ist schlecht ansprechbar 
  • Lethargie
  • regt sich extrem auf
  • bewegt sich sehr hektisch
  • Übersprungsreaktionen 
  • schnelles flaches Hecheln
  • Schweißpfoten
  • Gähnen
  • reißt die Augen auf 
  • kneift die Augen zusammen
  • viel Weiß in den Augen sichtbar
  • zieht die Rute eng an die Beine oder unter den Bauch (Angst oder Konzentration)
  • zeigt ein "Stressgesicht"
  • kann kein Futter annehmen
  • häufiges Urin- oder Kotabsetzen
  • Durchfall
  • häufiges Strecken
  • aufgestellte Rückenhaare (Hinweis auf Erregung - kann sowohl angenehm als auch unangenehm sein) --> Piloerektion (clicke für mehr Infos)
  • Schütteln (häufig nach stressigen Hundebegegnungen)
  • extreme Körperpflege
  • sehr hohes Schlafbedürfnis
  • alle Zeichen von Angst und Panik
  • bei Rüden ausgeschachteter Penis
  • hohe Muskelanspannung (steifer Gang, durchgedrückte Gelenke)
  • Speicheln (ohne das Futter in Aussicht ist)
  • und vieles mehr

Du erkennst Stress bei deinem Hund oft an seiner Körpersprache. 

Hier siehst du eine wunderbare Übersicht der häufigsten Ausdrucksweisen unserer Hunde: 

Hundesprache

Bild-Quelle: https://www.doggiedrawings.net/freeposters

Ein Bildbeispiel für einen Hund, der ein Stressgesicht zeigt: 

Bildquelle: www.pixabay.com/de

Stresszeichen des Hundes (Pfeile von links nach rechts)

  • Druck gegen das Halsband (weg vom Kind)
  • Kopf weg gedreht vom Kind
  • Falten und Muskelgrate im Maulwinkel + stark zurück gezogene Lefzen
  • Ohren ganz nach hinten geklappt +  Falten auf der Stirn
  • viel Weiß in den Augen sichtbar
  • Zunge spatelförmig angespannt

Ursachen können von Hund zu Hund völlig verschieden sein. Wir können nie alle Ursachen erkennen, aber mit ein bisschen Übung wissen wir, was unseren Hund anstrengt.

Im oberen Bild sind mögliche Stressauslöser:

  • Umarmung durch das Kind
  • Bewegungseinschränkung durch die Leine am Halsband
  • Nähe von anderen Hunden (im Originalbild sichtbar)
  • Hitze
  • viele Menschen
  • vermutlich Lärm

Stress macht sich auch im Verhalten bemerkbar.

Hunde werden unter Stress reizbarer, reagieren schneller, heftiger oder länger. 

Was du tun kannst wenn dein Hund gestresst ist

Gestresste Hunde können nicht gut lernen und nur schwer bereits Gelerntes in diesen Situationen abrufen. 

Erkennst du, dass dein Hund gestresst ist schätze ein, wie sehr ihn das beeinträchtigt.

Hat er nur wenig Stress, kommt er damit recht gut klar, solche Situationen kommen immer wieder vor, beeinträchtigen deinen Hund aber nie sonderlich lange besteht nicht direkt Handlungsbedarf.

Hat dein Hund aber Mühe mit den Situationen klar zu kommen, reagiert er öfter mit "unerwünschtem" Verhalten, ist er danach noch eine Weile aufgeregt und übererregt oder erschöpft besteht Handlungsbedarf.

Fülle aktiv das Wohlfühlkonto deines Hundes auf!

  • Sorge für ausreichend Erholungs- und Entspannungsphasen
  • Trainiere Entspannung an Auslösern, die seinen Hund sehr belasten und die du nicht verhindern kannst
  • Manage Stressauslöser und vermeide sie zum Wohle deines Hundes hin und wieder
  • was du nicht managen kannst, aber häufig vorkommt trainierst du mit deinem Hund
  • trainiere Entspannungsmöglichkeiten
  • trainiere mit deinem Hund schrittweise auch in aufregenden Situationen ansprechbar zu sein

Wie du für mehr Entspannung sorgen kannst erfährst du in einem der nächsten Blogartikel.

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hund bellt

Dein Hund bellt wenn es klingelt?

  • 12. Februar 2018

Die Klingel ist für deinen Hund der Startschuss für ohrenbetäubenden Lärm und Gebrüll in Verbindung mit schlitternd zur Türe rasen?

Du lädst kaum noch Besuch zu dir ein, weil dein Hund jedesmal völlig aus dem Häuschen ist?

Hast du schon darüber nachgedacht, die Klingel abzustellen?

Dann ist eines ganz klar:

Dein Hund hat mit der Klingel riesig viel Aufregung verknüpft.

Warum die Klingel Aufregung auslöst

Die Klingel ist ein deutlicher Kontrast zu den sonstigen Alltagsgeräuschen. Sie kommt nicht so häufig vor. 

Auf solche "Kontraste" reagieren unsere Hunde naturgemäß sowieso stärker.

Etwas, das plötzlich in der Umwelt auftritt sorgt immer dafür dass der Hund seine Aufmerksamkeit dort hin lenkt um zu erkunden welche Bedeutung der "Reiz" für ihn hat.

Nach dem Klingeln ist aus Sicht des Hundes Vieles möglich:

  • fremde Menschen an der Haustüre
  • fremde Menschen in der Wohnung
  • bekannte Menschen an der Haustüre
  • bekannte Menschen kommen in die Wohnung
  • sein Besitzer läuft plötzlich schnell zur Türe

Hunde haben also erst mal keine Ahnung was passiert - sie wissen nur, DAS etwas passiert. 

Unsicherheit stresst. Und Stress sorgt für Aufregung.

Wenn dein Hund nun bellt und ebenfalls zur Türe läuft wirst du auf irgendeine Art und Weise auf ihn reagieren. 

Vielleicht schiebst du ihn von der Türe weg, möchtest ihn auf seinen Platz schicken und willst aber den Besuch so schnell wie möglich herein lassen. 

Da ist Hektik, noch mehr Stress und Ärger vorprogrammiert.

Die Ursache fürs Bellen beim Klingeln

Die eine Ursache gibt es nicht. Fast immer ist es eine bunte Mischung aus:

  • Stress
  • Aufregung
  • Unsicherheit
  • erlerntes Verhalten

Übrigens ist Bellen evolutionär ein sinnvolles Warn-Instrument um die Gruppenmitglieder vor einer möglichen Gefahr zu warnen. Das typische "Anschlagen" ist also erst einmal völlig normal. 

Unter Hunden gibt es natürlich Vertreter, die sensibler auf Eindringlinge reagieren als andere Hunde. 

Für das Training ist es jedoch völlig unwichtig, welches Etikett ein Hund bekommt.

Ob er jetzt "territorial", "dominant", "unsicher" oder "aufsässig" sei bringt uns beim Training nicht weiter. 

Einfacher und fairer dem Hund gegenüber ist es, wenn man sich das Verhalten genau anschaut und sich überlegt, welche Emotion und welches Bedürfnis des Hundes dahinter steckt. Denn dann kann man sich überlegen welches Verhalten man zukünftig lieber beim Hund sehen möchte und wie man dort hin gelangt. 

Wie kehrt wieder Ruhe ein?

Hier erfährst du einen kleinen Einblick in einige Bausteine des Trainings bei Klingel-Chaos. Natürlich ist das kein Rezept und wie immer nicht in jeder Situation anwendbar.

Zwei Dinge sind wichtig:

Management und Training

Management um zu verhindern, dass dein Hund weiter das Verhalten ausführen kann welches du nicht haben möchtest

und

natürlich Training, damit er lernen kann was er stattdessen tun soll wenn es klingelt. 

Frage dich, wo dein Hund schon "auslöst":

Ist es die Klingel oder wird er erst aktiv wenn du zur Türe läufst?

Bellt er bereits sobald er eure Gartentüre aufgehen hört?

Was passiert, wenn die Post eingeworfen wird?

Je nach dem beginnst du mit dem Training dort, wo dein Hund als erstes reagiert.

Welche Trainingsmöglichkeiten?

Alles, was Stress, Frust, Angst und Aufregung senkt ist für das Training herzlich willkommen. 

So nicht: Discs, Wasser, Zischen, Strafen


Dein Hund ist offenbar sehr aufgeregt. Stell dir vor, dein Hund wird mit Wasser besprüht nach dem es geklingelt hat. 
Er erschrickt sich furchtbar dabei. 

Denkst du, er wird das nächste mal entspannter sein wenn es klingelt? Sicher nicht. Denn nach dem letzten Klingeln ist was sehr Unangenehmes passiert. Er erwartet also etwas Doofes und das treibt die Aufregung weiter in die Höhe.

Außerdem wird er NICHT verknüpfen können, dass das Wasser jetzt wegen seinem Bellen kam. 

Jede Form von Strafe erhöht den Stress. Und Stress setzt oft einen Kreislauf in Gang, den wir gar nicht wollen:
Mehr Aufregung bei Besuch, vielleicht andere Verhaltensweisen (bisher wurde der Besuch nur angebellt, jetzt wird geknurrt und fixiert).


Mit dem Versuch, diese Verhaltensweisen "zu unterbinden" durch die Anwendung aversiver Mittel wird man langfristig nicht weit kommen und vor allem keinen entspannten Hund bekommen. 

Gegenkonditionierung der Klingel

Hat dein Hund die Klingel als Startsignal fürs Durchdrehen bist du in diesem Abschnitt richtig.

Wir sorgen dafür, dass die Klingel für deinen Hund eine andere Bedeutung bekommt. 

Hilfreich ist für den Start, wenn du den Klingelton per Handy aufnimmst und damit erst einmal loslegst. 

Für Härtefälle sollte die echte Klingel vorübergehend außer Betrieb genommen werden. 

  • Klingel = Mega-Ober-Geniales Kauteil auf dem Hundeplatz

In Zukunft bekommt dein Hund bei jedem Klingeln etwas Tolles auf seinem Platz.
Egal ob er erst einmal zur Türe stürmt oder einen Sprungwettbewerb veranstaltet.

Die Botschaft für ihn lautet nach jedem Klingeln:

Klingel = es wartet etwas super Tolles auf deinem Platz

Natürlich sollte sein Platz nicht direkt im Flur oder neben dem Eingang sein. 😉

Was erreichst du damit?

Damit erreichst du, dass dein Hund das Klingelgeräusch als Signal für "auf seinen Platz gehen" lernt. 

Ganz nebenbei verbindet er mit der Klingel angenehme Gefühle, weil auf die Klingel jetzt immer etwas ganz Tolles folgt. 

Natürlich musst du ihm erst einmal zeigen, dass er dort etwas Tolles bekommt. Ganz oft ist die Aufregung auch erst mal viel zu hoch um Fressen zu können.

Wichtig ist, hier am Ball zu bleiben! Biete deinem Hund konsequent nach jedem Klingeln etwas an dieser einen Stelle an. 

Ein einziges Leckerchen wird euch da übrigens kaum helfen. Die meisten Hunde haben das Leckerchen bereits geschluckt bevor ich "nimms dir" gesagt habe. Und dann wird der Hund sicher gleich wieder zur Türe laufen. 

Wollen wir nicht. 

Also muss eine Art Dauerlutscher her, der den Hund eine ganze Weile beschäftigt:

Fremde sind doof!

Hat dein Hund Mühe wenn fremde Menschen im Haus sind reicht natürlich ein Gegenkonditionieren der Klingel nicht.

Denn nach dem Klingeln kommen ja die (für deinen Hund komische) Menschen herein. 

Hat dein Hund Angst oder reagiert er mit Aggression ist besonderes Management und intensives Training gefragt.

Am besten unter der Anleitung eines kompetenten Trainers.

Ziel ist hier übrigens nicht, das Verhalten des Hundes einfach zu verbieten (reine Symptombekämpfung) sondern so zu trainieren, dass der Hund mit Besuch gut klar kommt ohne dass er gehemmt oder bestraft wird. 

Knurren ist Kommunikation. ​(Mehr dazu im Beitrag "Hilfe mein Hund knurrt!")

Ein Hund der knurrt sagt deutlich, dass er zum Beispiel mehr Abstand haben möchte oder die schnellen Bewegungen des Besuchs gruselig findet.  

Reagiert dein Hund mit Aggression auf Besucher geht Sicherheit vor:

Entweder strikte räumliche Trennung von Hund und Besuch oder ein Maulkorb wird nett auftrainiert und der Hund im Training gesichert.

Ziel von Besuchertraining sollte hier sein, dass der Hund lernt, sich in Anwesenheit fremder Menschen zu entspannen. 

Dabei hilft eine tolle Entspannungszone für deinen Hund, die auch gleichzeitig seine Sicherheitszone ist. 

Mit Training kann man erreichen, dass der Hund auch nach und nach entspannt in seiner Sicherheitszone sein kann auch wenn Besuch da ist. 

Natürlich kommt das auf den einzelnen Hund an. Manche Hunde kommen mit einem Sicherheitszimmer in den kein Besuch kommt besser zurecht. 

Entspannung

Dein Hund sollte eine Zone in der Wohnung haben, in der er sich super gut entspannen kann und in der er sich sicher fühlt.

Du kannst mit deinem Hund trainieren, dass er in diese Zone geht wenn Besuch kommt oder es klingelt. 

Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Das braucht Zeit. Gerade wenn viel Aufregung mit der Klingel-Situation verbunden ist und dein Hund vielleicht schon Monate oder Jahre riesige Aufregung mit der Klingel verknüpft hat löst sich diese Aufregung nicht über Nacht.

Hat dein Hund gelernt, dass er sich in seiner Zone entspannen kann, steigerst du langsam aber sicher doch die Ablenkung.

Erst bewegst du dich durch die Wohnung während dein Hund in seiner Zone ist, dann vielleicht dein Partner oder Kinder.

Kann dein Hund dabei immer noch entspannt liegen bleiben kommen irgendwann Besucher dazu. 

Zum Start bittest du den Besuch ohne zu klingeln herein. Super wäre es, wenn dein Hund den Besuch kennt und mag. 

Du bringst deinen Hund in seine Entspannungszone und gibst ihm dort etwas Tolles zur Beschäftigung. 

Wenn dein Hund zur Ruhe gekommen ist, beginnt der Besuch sich durchs Zimmer zu bewegen, ihr setzt euch an einen anderen Tisch usw. Die Bewegung und die Ablenkung sollte aber immer nur so gesteigert werden, dass dein Hund entspannt liegen bleiben kann.

Mit Management und geplantem Training zu Erfolg

Training scheitert häufig dann, wenn man im Alltag einiges umstellen muss um zum Erfolg zu kommen. 

Bei der Klingel-Thematik kommt noch eines hinzu:

Sozialer Kontakt von uns Menschen. Damit wir unseren Hund unterstützen können müssen wir unseren Besuch vielleicht eine Weile an der Türe warten lassen um den Hund "zu managen". 

Dazu bekommt der Besuch strikte Anweisungen, wie er sich dem Hund gegenüber zu verhalten hat.

Möglicherweise wurde die Klingel abgestellt und jeder der herein möchte muss erst mal übers Handy anrufen.

Das sind für viele Menschen einige Hürden. 

Ich bin mir sicher, für jeden Hund lohnt sich Training wenn er dann am Ende entspannter und gelassener bleiben kann. 

Es ist wie so häufig die Frage, was wir Menschen bereit sind zu tun. Leider gibt es die Pille für den Sofort-Erfolg nicht. 

Sei bitte immer skeptisch, wenn dir erzählt wird das Problem sein nach einer Trainingsstunde für alle Zeit behoben.

Dabei wird es häufig um aversive Methoden gehen, die vielleicht hübsch verpackt sind aber deinem Hund in keiner Weise helfen besser mit der Situation klar zu kommen.

Den Hund zu hemmen und einzuschüchtern mag oberflächlich betrachtet oft "funktionieren", aber nicht zum Wohl des Hundes.

Abgesehen davon:
Wenn mal keiner da ist um den Hund zu hemmen wird er es wieder genauso machen wie er es nicht machen sollte.

Einfach weil er nicht gelernt hat, was er stattdessen tun soll.
Er hat durch Hemmung nur erfahren, das es besser ist gar nichts zu tun. Damit kann er der Bedrohung durch den Menschen entgehen. 

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, wie er mir seinem Hund umgeht und welche moralische Verpflichtung man der Verantwortung für ein Tier beimisst. 

Hier auf dieser Seite, in meinem Training und im Dogwalking trainiere ich freundlich mit meinen Hunden, bringe die Techniken der positiven Verstärkung bei und verzichte auf Hemmung, Straf- und Schreckreize. 

Dennoch werden unerwünschte Verhaltensweisen schnell und schonend unterbrochen. Das geht auch ohne Strafe.

Thrive Leads Shortcode could not be rendered, please check it in Thrive Leads Section!

Machst du diese 3 Fehler beim Rückruf?

  • 29. Januar 2018

Es gibt fast nichts frustrierenderes als wenn man übt und übt und übt aber der richtige Durchbruch bleibt einfach aus. 

Du denkst, du hast den Rückruf in verschiedenen Situationen doch geübt. Trotzdem kannst du dich nicht darauf verlassen, dass dein Hund zu dir zurück kommt wenn du ihn rufst. 

Das ist nicht nur frustrierend sondern auch gefährlich. Und sind wir mal ehrlich. Wie gerne würden wir unsere Hunde auch ohne Schleppleine laufen lassen und ihnen die Freiheit ganz ohne Leine gönnen. 

Deshalb will ich dir heute drei ganz typische Fehler verraten die du hoffentlich nicht machst! Und wenn doch - stell sie ganz schnell ab. 😉


Fehler No. 1

Kennst du das?

Du rufst deinen Hund, dein Hund rührt sich erst mal nicht vom Fleck sondern scannt die Umgebung ab, weshalb er denn jetzt schon wieder gerufen wird.

Ursache
Du rufst deinen Hund immer nur dann wenn etwas Spannendes passiert:

Rückruf Fehler

"Wie, wieso soll ich jetzt kommen?"

  • Ein Hund kommt - du rufst deinen Hund zu dir
  • Ein Radfahrer kommt - du rufst deinen Hund zu dir
  • Du siehst das Reh vor deinem Hund - und rufst deinen Hund zu dir

Hunde lernen nicht nur Dinge schnell die wir gut finden sondern bilden auch ohne unsere Bemühungen ganz schnell Verhaltensketten. 

In dem Fall hat dein Hund gelernt, dass es immer einen Grund gibt wenn du ihn rufst. Er wird sich also erst einmal umschauen ob ihm nicht irgendwo Spaß entgeht.

Das kannst du verändern:

Um diese Verknüpfung wieder zu lösen tust du zukünftig zwei Dinge:

  1. Trainiere den Rückruf mit deinem Hund so, dass er gar nicht überlegt ob er jetzt kommt oder nicht.
    Wie das geht? Mit dem doppelten Rückruf wird das Zurückkommen zum Reflex.
    Hier kommst du zum Artikel >>Der doppelte Rückruf<<
  2. Setze den Rückruf sparsam ein!
    Auch wenn der Rückruf bombenfest sitzt, setze ihn sparsam ein.
    Gönne deinem Hund auch einmal einen Rückruf-freien Tag! Ständig gerufen zu werden ist für deinen Hund extrem anstrengend.
    Dann bleibt er entweder an der langen Schleppleine gesichert oder ihr geht in ein Gebiet, in dem du weit einsehen kannst.

    Setze den Rückruf zum Üben ein wenn es eigentlich keinen Grund gibt. 

Fehler No. 2

Dein Hund bekommt nach einem Rückruf immer [diese eine Belohnung] z.B. Leberwurst - egal wovon du ihn gerade abgerufen hast.
 

Wenn dein Hund weiß, dass er nach dem Rückruf bei dir immer diese eine Belohnung bekommt, sei es jetzt Leberwurst, einen Keks oder immer einen geworfenen Ball kann das bei vielen Hunden zwar ausreichen.
Es gibt aber auch die Hunde, die dann nicht mehr gut zurück kommen.

Warum? Leberwurst ist doch spitze! - Ja. Da wird dir dein Hund in den allermeisten Fällen zustimmen.

Das hängt aber extrem von der Situation ab. Vielleicht mag dein Hund Leberwurst, wenn er gerade ohnehin etwas Fressen wollte. Oder wenn er gerade zuhause mit dir Tricks übt.

Wenn du deinen Hund aber gerade zum Beispiel von Vögeln abrufen möchtest, dann wird dein Hund nichts Fressen wollen.

Sein Bedürfnis ist dann "Hetzen".

Fressen ist zwar nett und ich bin mir sicher, dass er die Leberwurst trotzdem fressen wird.

Aber die Leberwurst und das zu dir zurück kommen war nun so gar nicht das, was er eigentlich im Sinn hatte. 

Kommt es jetzt öfter vor, dass deine gut gemeinte Belohnung so gar nicht zum Bedürfnis deines Hundes passt, wird der Rückruf schwächer und dein Hund entscheidet sich häufiger für das, was er gerade eigentlich tun wollte. 

Rückruf Ball

Ballspielen kann eine tolle Belohnung für deinen Hund sein - wenn ihm gerade danach ist.

Das kannst du verändern:

Frage dich:
Was ist das aktuelle Bedürfnis meines Hundes? Greife mit deiner Belohnung dieses Bedürfnis auf. 


Natürlich kannst du nicht das Kaninchen aus dem Rucksack zaubern. Aber du hast mit Spielzeug und Futter eine Menge Möglichkeiten, die Bedürfnisse deines Hundes aufzugreifen und annähernd befriedigen. 

Fehler No. 3 

Dein Hund versteht dich nicht weil du ihn immer anders rufst.

Mal heißt es "Komm", mal rufst du "Bello, hierher!", dann mal wieder nur den Namen deines Hundes. 

Er kann gar nicht wissen, welches Verhalten jetzt gefragt ist.

Selbst wenn er vielleicht ab und zu zu dir kommt wenn du irgendetwas davon sagst ist es eher Zufall oder dein Hund hat gelernt:
"Immer wenn Frauchen/Herrchen etwas sagt ist es besser einfach mal hinzugehen."

Das ist aber in 90% der Fälle zum Scheitern verurteilt und dein Hund kann gar nichts dafür, dass er dann nicht kommt. Für ihn bist du nicht eindeutig und dein Hund weiß nicht, welche Bedeutung das Gesagte jetzt für ihn hat.

Hier hilft übrigens auch nicht, wenn du ihn ärgerlich rufst. Im Gegenteil. Damit verunsicherst du deinen Hund. Da er nicht weiß was er tun soll kann er auch nicht wissen was er falsch macht. 

Und mal ehrlich: Ich gehe auch nicht gerne zu jemandem der mich gerade anbrüllt. 😉

Checke dein Training

Wenn dein Rückruf bisher nicht gut klappt checke dein Training auf diese 3 Fehler und passe es an. 

Eins ist ganz ganz wichtig! Freude und Spaß am Training. Das merkt auch dein Hund.

Natürlich hängt ein guter Rückruf noch von weiteren Faktoren ab.
Heute habe ich dir die häufigsten Fehler genannt, die ich im Traineralltag erlebe.

Alle meine Kunden lernen den doppelten Rückruf und setzen ihn im Alltag super erfolgreich ein. 

Hier erfährst du, weshalb er "doppelter Rückruf" heißt und was das super erfolgreiche Prinzip dahinter ist:

Welches ist dein größter Stolperstein wenn es um euren Rückruf geht?

Ab damit in die Kommentare!

Was dein Welpe wirklich lernen sollte

Welpen – Was sie lernen sollten

  • 23. Januar 2018

Training mit Welpen und deren stolzen Besitzern ist richtig toll. Meistens treffe ich auf wissbegierige Welpeneltern die von Anfang an alles richtig machen wollen.

Kommt dir das bekannt vor? Vielleicht hast du gerade auch einen Welpen oder Junghund bei dir und du möchtest unbedingt alles richtig machen - und zwar von Anfang an.

Da bin ich keine Ausnahme. Auch mir erging es mit meinem Welpen damals so. "Bloß auf alles achten, darf mein Welpe das jetzt?" oder "Oh nein, wie reagiere ich denn, wenn er DAS macht?".

Ich geb`s zu, ich war teilweise ganz schön überfragt und überfordert. Mein Anspruch an mich selbst alles richtig machen zu wollen hat mich sehr schnell an meine Grenzen gebracht. 

Ständig fühlte ich mich deshalb gestresst und im Umgang mit dem kleinen Welpen gehemmt. Nie wusste ich, ist das jetzt richtig? Was muss ich tun?

Und vor allem, was muss mein Welpe alles lernen, damit er nichts verpasst?

"Aber die Sozialisierung..."

Die Empfehlung, dem Welpen innerhalb eines kurzen Zeitraums so vielen Reizen auszusetzen wie möglich beruht häufig auf dem Gedanken "Viel hilft viel". 

Je mehr der Welpe in der Phase zwischen der 3. und etwa 16. Lebenswoche kennen lernt, desto besser würde er später mit allem klar kommen.

Aber:
Gerade weil Welpen in dieser Zeit sehr schnell und nachhaltig lernen macht es Sinn, bewusst für kontrollierte und positive Lernerfahrungen zu sorgen.

Dazu gehört, dass dein Welpe in seinem Tempo erkunden darf. 

Gib` ihm die Möglichkeit auch einmal zu sagen "Nein, das möchte ich bitte nicht näher kennen lernen!". Unterstütze ihn, belohne ihn für seine Neugier aber locke ihn nicht zu "gruseligen" Gegenständen. 

Wenn du ihn lockst bringst du ihn in einen Konflikt. Eigentlich will er lieber weg aber da bist ja du oder ein Leckerchen. Das stresst den Kleinen zusätzlich.

Besser ist es, wenn du ihn für jeden Blick zum Gruselobjekt lobst und ihn so ermunterst, selbst zu erkunden.

Überforderung und "da muss er jetzt durch"-Gedanken können - müssen aber nicht -  dir im weiteren Hundeleben ansonsten die ein oder andere problematische Verhaltensweise einbringen.

Was also braucht DEIN Welpe? 

Heute weiß ich: Jeder Jeck is' anders. Und jeder Hund erst recht. Es gibt also kein Rezept und keinen starren Zeitplan, in dem es ausnahmslos ALLES abzuarbeiten gilt.

Auch nach der 16. Woche kann dein Welpe Neues kennenlernen. Dann vielleicht nicht mehr so schnell und so unbefangen.

Wichtig ist: Was braucht dein Welpe, um im Alltag bei dir und in deiner Umgebung gut, angstfrei und mit Freude zu leben?

Wenn du also auf dem platten Land lebst und dein Welpe voraussichtlich nie mit dem Zug fahren muss macht es wenig Sinn, ihn zum nächsten Großstadtbahnhof zu schleppen. Dort wird er einer ganzen Menge Menschenbeinen, Unrat, Koffer, Lärm und Treppen ausgesetzt, vielleicht tritt ihn jemand oder er bekommt mächtig Angst vor den großen Zügen. Da hat keiner etwas gewonnen, nicht? 

Vielleicht trefft ihr unterwegs regelmäßig auf Kühe oder andere Weidetiere, Traktoren und große, laute Maschinen?

Dann lege Wert darauf, dass dein Welpe diese Dinge möglichst positiv und angstfrei kennen lernen darf.

Wieviel mit dem Welpen trainieren? 

Neben Lernmöglichkeiten benötigt ausnahmslos jeder Welpe eines, nämlich die Möglichkeit Gelerntes in Ruhe verarbeiten zu können. 

Möchtest du bestimmte Dinge intensiv üben eignet sich eine kurze Übungsdauer von wenigen Minuten.

Welpen Training

Trainiere lieber qualitativ sauber und kurz mehrmals am Tag anstatt 15 Minuten am Stück.

Dein Welpe unterscheidet nicht zwischen bewusstem Training und Alltag. Für ihn sind alle neuen Eindrücke gleichermaßen "neu" und beanspruchen ihn deshalb.

Pausen, Entspannung und eine Mütze Schlaf ist deshalb auch für deinen Welpen Gold wert. 

Wenn du also bemerkst, dass dein Welpe gerade schon seine wilden 3 Stunden hat erübrigt sich die Frage, ob du jetzt mit ihm noch eine Stadt-Trainings-Runde machst.

Sorge nach neuen Eindrücken für Entspannung.
Gib` deinem Welpen etwas zu Kauen, gönn` ihm eine kleine Massage oder einen Kong, mit dem er sich in den wohlverdienten Schlaf nuckeln kann. 

Übrigens: Hunde sind polyzyklische Schläfer. Das heißt, es ist normal dass sie einige Stunden aktiv sind und anschließend wieder einige Stunden ruhen und schlafen.

Welpen schlafen

Genügend Ruhe und Schlaf hilft deinem Welpen Gelerntes zu verarbeiten und gestärkt in neue Ab​enteuer zu starten.

Eine Sprache mit deinem Welpen sprechen

Ganz klar, wir sind Menschen und Hunde sind Hunde. Wir kommunizieren völlig verschieden und haben ganz grundverschiedene Höflichkeitsregeln. Da kommt es schnell zu Missverständnissen.

Damit dein Welpe versteht, was du ihm sagen möchtest müsst ihr natürlich eine gemeinsame Sprache sprechen.
Stell` dir vor, du bist in deinem fremden Land und beherrschst die Sprache nicht.
Ständig wirst du von den Menschen angesprochen, von manchen nett, von anderen ärgerlich. Und du hast keine Ahnung was los ist. Das verunsichert und frustriert.

Die einfachste und beste Möglichkeit um deinem Hund klar zu sagen was du wirklich toll findest und was er bitte öfter tun soll ist das -Markersignal. (Link: Was ist ein Markersignal?)

Bild-Quelle: www.amazon.de

Alternativ zum Markerwort kannst du auch einen Clicker verwenden. Es gibt eine Menge verschiedener Fabrikate auf dem Markt.
Der Vorteil eines Clickers ist der markante Ton. Er hebt sich deutlich von unserer Stimme ab und wird vom Hund deshalb besser wahrgenommen. Nachteil: Man hat immer eine Hand zur Verwendung des Clickers "besetzt".

Das Markersignal ist ein Wort oder ein Geräusch, das immer eine Belohnung ankündigt.  

Nach dem Markersignal hast du dann 1-3 Sekunden Zeit, deinen Hund zu belohnen.

Das macht nicht nur Spaß sondern schafft auch Vertrauen, reduziert Stress und lässt deinen Welpen gerne mit dir zusammenarbeiten.

Das Markersignal kannst du für jede neue Übung einsetzen und damit sehr schnell Fortschritte erzielen.

Gold wert: Ruhezone für deinen Welpen

Welpen sind gut darin so lange zu Toben bis sie irgendwann umfallen. Oder "doof" werden. 

Je mehr neue Eindrücke ein Welpe und Junghund bekommt, desto mehr Zeit benötigt er, um diese Eindrücke auch verarbeiten zu können.

Welpen sind mit etwa 17-22 Stunden Ruhe und Schlaf pro Tag gut versorgt. Bei erwachsenen Hunden sind 15-18 Stunden Ruhe und Schlaf eine gute Richtschnur. Es gibt immer Abweichungen, die mit mehr oder weniger ohne Probleme klar kommen. 

Hat dein Welpe insgesamt deutlich weniger Ruhe- und Schlafzeiten kann ihm die Entspannungszone helfen.

Gerade weil Welpen und Junghunde schnell an Neues zu gewöhnen sind kannst du gleich von Beginn an eine tolle Ruhezonen etablieren. 

Von alleine wird dein Welpe nämlich kaum auf die Idee kommen sich auszuruhen.

Richte deinem Welpen deshalb von Anfang an eine kuschelige Ruhezone ein. Hier findet er alle tollen Kausachen, einen Kong, etwas zum Auspacken oder Zerrupfen und auch Kuscheln und Kontaktliegen gibt es in dieser tollen Zone für ihn.

Wenn er von Beginn an lernt - nach jeder Tobe-Runde gibt es in der Zone etwas Schönes - hast du bereits ein wichtiges Ritual eingeführt.
So wird dein Welpe öfter von sich aus diesen Bereich aufsuchen wenn er sich entspannen möchte. 

Verbinde diese Zone also mit schönen und entspannenden Dingen für deinen Welpen. 

Und ganz wichtig: Wenn er dort liegt hat er dort auch seine Ruhe!
Deine Aufgabe ist es, anderen Mitbewohnern oder Besuchern, besonders Kindern klar zu machen, dass dein Hund nicht gestört wird wenn er sich dort aufhält.
Das ist seine Sicherheitszone.  Hier kann er in Ruhe völlig entspannen.

Übrigens hilft dir diese Zone auch wenn es darum geht, Alleinebleiben zu trainieren. 

Welpe anfassen und festhalten

welpe tierarzt

Festgehalten werden kann echt unangenehm sein! Mit ein wenig Übung wird der Tierarztbesuch zum Kinderspiel!

Sicher fragst du dich, was das denn soll? Der Welpe soll lernen, sich anfassen zu lassen?

Ja. Das ist Gold wert. Spätestens wenn es um so Dinge wie Fellpflege, Zahnpflege, Krallenschneiden und Tierarzt geht bist du dankbar, wenn dein Hund gelernt hat, sich nicht nur von dir sondern auch von Fremden (Tierarzt) anfassen zu lassen und auch körperliche Einschränkungen wie das Festhalten einzelner Körperteile gut ertragen kann. 

Das kannst du mit deinem Welpen ganz einfach spielerisch üben. 
Am besten und schnellsten lernt er es, wenn du ankündigst was du tust:

Du möchtest seine Pfote untersuchen? Dann benenne das (zum Beispiel mit "Pfote gucken") und berühre dann seine Pfote, belohne ihn dabei mit einem Leckerchen und nimm deine Hand wieder weg. 

Festhalten kannst du genau so üben:
Ankündigen  -  Hände seitlich an deinen Welpen - Loben und belohnen - Hände wieder weg.

Wichtig ist es, dass du kleinschrittig beginnst: Übe das nur so, dass dein Welpe keine Angst zeigt und auch nicht zappelig ist. Wenn er nur eine Millisekunde still halten kann - Super! Darauf baust du weiter auf. 

Klappt das bei dir super, kannst du auch Freunde und Bekannte bitten, mit euch das Anfassen zu üben. Die meisten sind da sofort dabei. 😉

"Komm zurück!"

Ok, DAS ist wirklich wichtig.
Jeder Hund sollte einen brauchbaren Rückruf beherrschen.

Das ermöglich Sicherheit, etwas mehr Bewegungsfreiheit für den Hund und ist Teil eines rücksichtsvollen Miteinanders mit anderen Menschen und Lebewesen.

Allzu häufig werden Hunde gedankenlos abgeleint ohne dass der Mensch auch nur den Hauch einer Chance hat, seinen Hund abzurufen wenn es nötig wäre. 

Mein Favorit für den Rückruf ist der doppelte Rückruf. Wie du den mit deinem Welpen trainieren kannst erfährst du wenn du dem Link in der Box folgst:

Das ist alles?

Nein, natürlich nicht. Es ist ein Anfang. Und ein Anstoß, dass du für dich und deinen Welpen genau das raussuchst, was ihr für ein tolles Hundeleben braucht. 

​Eines aber ist sicher: Wenn dein Welpe gelernt hat zu entspannen und neue Dinge gut bewältigen zu können wirst du viel weniger "unerwünschte" Verhaltensweisen an ihm beobachten können. Und ganz nebenbei lernt er neue Signale und gutes Benehmen viel leichter, als wenn er ständig auf 180 läuft. 

Wenn für dich also ein super sicheres Sitz notwendig ist (und ja, ich finde das auch super wichtig!) dann steht das bei euch weiter oben auf der Prioritätenliste.

Wenn dein Welpe unbedingt mit anderen Hunden klar kommen sollte, dann legst du den Fokus in der sensiblen Phase auf die positive Belegung von Hunden und auf freundliche und kontrollierte Hundekontakte.

Der Alltag wird dafür sorgen, dass euch die Trainingsgelegenheiten nicht ausgehen. 

Vielleicht springt dein Welpe furchtbar gerne Leute an. Oder er sollte lernen, nicht zu jedem anderen Hund zu stürmen. 

Alles wird sich ergeben. Und alles zu seiner Zeit.

Genieße die Welpenzeit. Sie ist einmalig. Und sie vergeht so schnell. 

Du musst nicht alles in die ersten 16 Wochen pressen. Du wirst Fehler machen. Du darfst Fehler machen!

Ich habe viele Fehler gemacht. Heute weiß ich es besser. Und mache immer noch Fehler. 😉

Und will dir den Druck damit ein wenig nehmen. Trotz meiner Fehler habe ich den tollsten Hund, den ich mir nur wünschen könnte.

Ich bin sicher, bei dir wird es genau so!

Thrive Leads Shortcode could not be rendered, please check it in Thrive Leads Section!


Angst verstärken

Angst der Hunde verstärken durch Trösten?

  • 17. Dezember 2017

Was ist dran? Was schadet deinem Hund? Was hilft deinem Hund wenn er akut Angst und Panik hat?

„Wenn dein Hund Angst hat musst du das ignorieren und darfst ihn nicht trösten, sonst verstärkst du seine Angst und er wird immer mehr Angst haben.“

Was ist dran an der Angst, die Angst deines Hundes durch Trösten zu verstärken?

Dahinter steckt die Annahme, man könne Angst verstärken durch etwas Angenehmes wie Aufmerksamkeit von dir, durch tröstende Worte oder Kuscheln.

Angst ist eine überlebenswichtige Emotion

Nehmen wir an, draußen knallt es laut, dein Hund erschreckt sich furchtbar und flüchtet unter deine Beine. Dort zittert er furchtbar und traut sich lange Minuten nicht wieder vor. Diese Fluchtreaktion hat evolutionär gesehen Leben gerettet. Denn bei plötzlichen, extremen Geräuschen ist es erst mal sicherer, sich zu verstecken.

Die Reaktion auf plötzliche, laute und sehr intensive Geräusche ist evolutionär angeboren. Das Gehirn des Hundes reagiert quasi reflexiv mit Fluchtverhalten. Denn jedes „Nachdenken“ könnte bereits zu lange dauern und den Tod bedeuten.

Deshalb ist es evolutionär sinnvoll zu flüchten und sich in Sicherheit zu bringen wenn plötzliche laute Geräusche auftauchen.

Wenn dein Hund auf Knallgeräusche also mit Angst und Fluchtverhalten reagiert ist er erst einmal ein völlig normaler Hund mit einem funktionierenden Gehirn.

Angst ist eine sehr starke Emotion. Das kann jeder von uns glatt bejahen.

Wenn ich richtig Angst habe, fühlt sich das schrecklich an. Ich kann nicht mehr klar denken und verhalte mich dabei oft „eigenartig“.

Hunden geht es genauso. Das, was sie tun wenn sie Angst haben ist Folge der Angst: Verstecken, Zittern, Hecheln. Nichts davon tun sie absichtlich.

Silvester mit Hund

Panik vor Silvester? Schnell handeln!

Dir ist schon Angst und Bange vor dem nahenden Silvester weil dein Hund Panik vor Knallgeräuschen hat?

Was du jetzt noch tun kannst und wie du deinen Hund spielend auf Silvester im nächsten Jahr vorbereitest erfährst du im Silvester Notfall-Plan.

Sichere dir jetzt noch schnell die Unterstützung für deinen Hund:

Nur bewusst gezeigtes Verhalten kann verstärkt werden

Wenn wir von Verstärkung sprechen, geht es um die vier Quadranten der operanten Konditionierung.

Man kann Verhalten entweder verstärken – dann wird der Hund es häufiger, länger oder intensiver zeigen. (Negative und positive Verstärkung)

Oder man bestraft Verhalten: Dann wird der Hund das Verhalten zukünftig seltener zeigen. (Negative und positive Strafe)

Wenn wir von Verstärken und Bestrafen sprechen geht also immer um das Verhalten, welches ein Hund zeigt.

Jedes Verhalten des Hundes hat eine Konsequenz für ihn - unabhängig davon ob wir als Menschen daran beteiligt sind oder nicht (Stichwort Umweltbelohnung, selbstbelohnendes Verhalten usw.)

Jedes Verhalten hat also mindestens eine dieser Konsequenzen zur Folge. Immer.

Das trifft auch auf unser menschliches Verhalten zu. Alles, was wir bewusst tun hat eine dieser Konsequenzen zur Folge:

Konsequenzen
Übrigens hängt es ganz vom Hund ab, was dieser als belohnend und was als strafend empfindet. Bei uns Menschen ist es ähnlich: Für den einen wirkt eine Stunde Joggen gehen belohnend, für den anderen wäre es die Höchststrafe.

Aber zurück zur Angst:

Angst ist eine Emotion. Natürlich erzeugt die Emotion bestimmte Verhaltensweisen (Flüchten, Zittern und Hecheln beispielsweise). Das Verhalten sucht sich der Hund aber in dieser Situation nicht bewusst heraus. Er kann sich aufgrund der starken Angst nicht anders verhalten. 

Wenn du also einen Hund hast, der extrem unter Silvester leidet, oder sich auch sonst einmal erschreckt und bei dir Schutz sucht, dann kannst du ihm den Schutz gewähren. Dadurch hilfst du ihm.

Hat dein Hund viele Ängste und reagiert häufig ängstlich wende dich bitte an einen guten, gewaltfrei und nach aktuell wissenschaftlichen Methoden arbeitenden Trainer der dich unterstützt.

Hunde mit vielen Ängsten haben eine sehr eingeschränkte Lebensqualität.

Angst macht krank. Und Angst zieht Kreise.

Zu den aktuellen Ängsten werden immer mehr dazu kommen wenn dein Hund keine Unterstützung bekommt. 
Die meisten Ängste können schnell gemildert werden und nehmen dir und deinem Hund eine Menge Stress! Also schau hin und handle! Angst muss nicht sein. 

Das Kuschelhormon

Gegen Angst und Stress hilft oftmals Körperkontakt wenn dein Hund diesen bei dir sucht. Körperkontakt sorgt für die Ausschüttung des „Kuschelhormons“ Oxytocin. Das Kuschelhormon hilft beim Abbau von Stresshormonen im Körper.

Eine unangenehme Emotion wie Angst kannst du also nicht verstärken indem du die Situation für deinen Hund angenehmer machst. Im Gegenteil. Dein Hund erfährt, dass du ihm hilfst und dass sich deine Nähe gut für ihn anfühlt. Du bietest deinem Hund durch Trösten „Social Support“.

Social Support bedeutet Unterstützung durch Gruppenmitglieder in stressenden Situationen. Durch körperliche Zuwendung können die Stresssymptome reduziert werden.

Du darfst deinem Hund also Schutz und Zuwendung bieten wenn ihm das hilft.

Es kommt dabei natürlich auf deinen Hund an. Was er als angenehm empfindet liegt ganz bei ihm.

Du wirst am besten wissen, was deinem Hund hilft und was er gut annehmen kann:

  • Leicht gestreichelt werden
  • Kontaktliegen 
  • Verstecken hinter/unter dir

Viele Hunde empfinden es als unangenehm wenn sie festgehalten werden. Schau also genau drauf was dein Hund gut findet und was nicht.

Sonst kann es tatsächlich passieren, dass du die Angst deines Hundes verschlimmerst.

Wie das?


Achtung: So verstärkst du die Angst trotzdem!

Wie du die Angst deines Hundes tatsächlich verstärken kannst?

Wenn dein Hund ohnehin Angst hat und du dich zusätzlich ungewohnt verhältst, kann es passieren, dass dein Hund in dieser Situation noch mehr Angst bekommt.

Bist du vielleicht sehr aufgeregt, streichelst deinen Hund ganz hektisch, hältst ihn fest weil du denkst, es beruhigt ihn obwohl er gerne flüchten möchte, du redest ganz gestresst auf ihn ein - was du sonst nie tust.

Alles was in diesen ohnehin gruseligen Situationen für deinen Hund zusätzlich anders ist als sonst kann den Stress noch erhöhen.

Das trifft übrigens auch auf Hilfsmittel zu, die eigentlich entspannen sollen.

Wenn du das Thundershirt also erst auspackst, während dein Hund bereits unter das Bett geflüchtet ist, wird es ihm nicht helfen. Deshalb ist es wichtig wirklich alle neuen Hilfsmittel mindestens einige Tage vor dem stressenden Ereignis mit etwas Angenehmem oder Entspannenden zu verbinden. 

Lege deinem Hund niemals in ängstigenden Situationen neue Hilfsmittel an die er nicht kennt. Das wird den Stress nur erhöhen.

Verhalte dich also „normal“ und biete ihm den Schutz den er haben möchte.

Mache deinen Hund bereits so früh wie möglich mit neuen Hilfsmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Entspannungsutensilien vertraut. 

So kannst du deinem Hund ein wenig Unterstützung bieten. Als fürsorgliche Sozialpartner tut man sowas schließlich. 

Jetzt weißt du, dass du durch soziale Unterstützung die Angst deines Hundes nicht "belohnen" kannst.

Folge deinem Bauchgefühl und unterstütze ihn bestmöglich in schweren Zeiten. 


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Aufmerksamer Hund

Wie dein Hund dir mehr Aufmerksamkeit schenkt

  • 3. Dezember 2017

Vor ein paar Jahren - meine Hündin war damals etwa 10 Monate jung - waren Spaziergänge mit ihr echt frustrierend.

Warum das so war? 

Manchmal dachte ich, meine Hündin kann doch auch alleine gehen. Sie registriert ohnehin nicht ob ich da bin oder nicht. Und am anderen Ende der Leine störe ich nur wenn ich die Leine festhalte.
So wirklich viel Interaktion fand nicht statt. Zwar konnte ich sie ansprechen und mit etwas Glück hat sie auch darauf reagiert. Von sich aus hat sie mir jedoch so gut wie nie Aufmerksamkeit geschenkt. 

Ich hatte mich mit jemandem zum Gassigehen getroffen. Als wir bereits eine Weile unterwegs waren erklärte meine Gassibegleitung:

"Mensch, dein Hund ist ja überhaupt nicht aufmerksam und macht was er will. Du musst dich mal viel interessanter machen!"
Ha. 

Dass meine Hündin gerne mal in die Hundewelt abtaucht und "ihr Ding" macht fand ich nicht schlimm (im Gegenteil).

Mich wurmte es aber doch etwas, dass ein anderer Hundehalter mich darauf stieß, mein Hund sei mir gegenüber nicht aufmerksam und ich müsse mich interessanter machen damit sich das verbesserte.

Vor meinem inneren Auge lief ein Film ab in dem ich die Rolle eines Clowns spielte und mich hüpfend und bällewerfend über die Wege bewegte, damit mein Hund ständig aufmerksam ist. 

Muss ich für meinen Hund den Clown spielen?

Darauf hatte ich nun so gar keine Lust.

Ich wollte weder mit Quietsche-Stimme auf meinen Hund einflöten noch wollte ich einen Hund der mich ständig anhimmelt und mir nicht von der Seite weicht.

Aber ein bisschen öfter könnte sie schon mal nach mir gucken. Dachte ich so bei mir. 

Wie schaffe ich es, dass mein Hund von sich aus öfter mal registriert, dass ich ja auch noch da bin?

Der Tenor in den meisten Hundegruppen in sozialen Netzwerken lautet tatsächlich: "Du musst spannender sein als die Umwelt."

Puh. Das ist eine ganz schön große Aufgabe. Denn schließlich wartet in der Umwelt ja soviel auf unsere Hunde:

Interessante Schnüffelstellen, Artgenossen, verschiedene Untergründe, Mäuse, Vögel, Wild(spuren), andere Menschen, Fressbares und so weiter.

Und das sollte ich als Mensch alles überbieten? 

Die paar wenigen Versuche, die ich unternahm um Makeba bei Hundebegegnungen auf mich aufmerksam zu machen und dafür zu sorgen, dass sie auch weiter nach mir schaute während der andere Hund vorbei ging, waren gnadenlos zum Scheitern verurteilt. Kennst du das vielleicht auch?

Naja, wenn sie mich ohne große Ablenkung schon nicht anguckt, wie sollte das dann bei so großer Ablenkung funktionieren? 

Wie wird mein Hund aufmerksamer?

Mir war irgendwie klar, dass ich nicht um alles auf der Welt spannender als die Umwelt sein konnte. Von diesem riesigen Anspruch verabschiedete ich mich ziemlich schnell.

Aber wie kann ich es dann schaffen, dass ich doch mehr Aufmerksamkeit bekomme als bisher?

Das Gute ist: Niemand muss für seinen Hund spannender sein als die Umwelt. Du auch nicht. Aber:

Aufmerksamkeit m​uss sich lohnen!

Ich begann zunächst unterwegs darauf zu achten, ob Makeba mich tatsächlich NIE von sich aus anschaut oder ob es mir bisher vielleicht einfach nicht aufgefallen ist.

Gut. Die erste Zählung war sehr ernüchternd. Auf einer 30 minütigen Tour genoss ich ganze zwei mal ihre Aufmerksamkeit in Form "sie schaut ganz kurz in meine Richtung". 

Freiwillige Aufmerksamkeit belohnen

Die allererste Änderung bestand darin, dass ich die wenigen Male ihrer freiwilligen Aufmerksamkeit - und wenn sie nur zufällig in meine Richtung geguckt hat - irgendwie belohnt habe. 

Anfangs mit einem verbalen Lob, wenn sie in meiner Nähe war auch mal mit einem Keks. 

Das brachte mir innerhalb eines Spaziergangs schon mal eine 500% Steigerung der freiwilligen Aufmerksamkeit ein. Makeba guckte ganze 10 mal zu mir um ohne dass ich sie dazu aufforderte.

Da das Training ohne zusätzlichen Zeitaufwand möglich war, beschloss ich, das weiter auszubauen um zu sehen wie sich ihre Aufmerksamkeit weiter veränderte.

Makeba fand Futter damals zwar ganz ok, vom Hocker reißen konnte ich sie mit einem Stück Trockenfutter aber nicht gerade. 

Ich überlegte mir also, womit ich sie wirklich belohnen könnte wenn mir ihre Aufmerksamkeit wichtig war.

Bedürfnisorientierte Belohnung

​Die Futterbelohnungen variierte ich. Sowohl in Qualität des Futters (feuchtes Futter findet Makeba viel besser als Trockenfutter) als auch darin, wie ich sie damit belohnte testete ich Verschiedenes:

  • geworfene Belohnung wenn sie gerade Rennen wollte
  • verpackte Belohnung (Frühstückspapier)
  • kleine Futterstücke verstreut (Suchen, Stöbern)
  • Belohnung versteckt zur Suche

Je mehr ich mit meiner Belohnung Makebas aktuelle Stimmung aufgreifen konnte, desto begeisterter war sie.

Und wenn mein Hund kein Futter mag?

Futter ist nur eine Belohnungsart. Futter hat den Vorteil, dass man es schnell und in verschiedenen Varianten parat hat. Dazu sind die Belohnungsmöglichkeiten fast unendlich. 

Belohnung ist alles, was dein Hund gut findet. Je eher du das Bedürfnis deines Hundes triffst, desto belohnender wird er es empfinden. 

Er will gerade eigentlich Jagen gehen? Belohne ihn fürs "Nichtjagen" mit einem Jagdersatzspiel. 

Dein Hund macht gerne Tricks? Setze einen besonders tollen Trick als Belohnung ein.

Wenn sie "flitzig" ist und gerade viel herum rennt: Sie guckte kurz in meine Richtung, markierte ich diesen kurzen Blick mit dem Markersignal und belohnte sie mit einer gerollten oder geworfenen Belohnung.

Sie durfte also hinter einem guten Futterstück her rennen und es am Ende fressen - zwei Belohnungen auf einen Schlag.  

Dazu musste ich mich weder zum Affen machen noch herum quietschen. Deshalb verfolge ich diesen Ansatz heute noch. Nicht nur mit meinem eigenen Hund sondern auch im Dogwalking.

Gerade neue Hunde lernen sehr schnell, dass es sich lohnt, immer mal wieder in meine Richtung zu schauen.

So trainiere ich die freiwillige Aufmerksamkeit mit Hunden im Dogwalking:

Du musst nicht spannender als die Umwelt sein. Wenn dein Hund oft die Erfahrung macht dass du ihm genau das zu bieten hast, was er gerade ohnehin möchte wirst du automatisch immer wertvoller für deinen Hund.

Damit machst du es ihm sehr einfach, dich öfter mal im Auge zu behalten. Es könnte ja wieder ein tolles Spiel mit dir möglich sein oder bei dir findet ein Suchspiel für deinen Hund statt.

Mach` dir also nicht den Stress, unbedingt spannender als die Umwelt zu sein. Das ist nicht nötig. Und zum Clown machen musst du dich schon gar nicht. 
Es sei denn dein Hund und du finden es lustig. 😉

Du kennst jemanden, der auch mit der Aufmerksamkeit seines Hundes "zu tun" hat? 

Dann teile diesen Beitrag in deinem Netzwerk und zeige der Person wie sie einen aufmerksameren Hund bekommen kann.

Hund müde machen

„Du musst ihn richtig müde machen!“

  • 7. Oktober 2017

Hast du das auch schon mal als "Tipp" bekommen, wenn es darum geht warum dein Hund "rumspinnt"? 

Laste ihn mehr aus, beschäftige ihn mehr, geh' länger mit ihm Gassi und mach' ganz viel Unterordnung.

Solche "Tipps" gehören immer noch zum Alltag. Häufig sollen schon Welpen richtig ausgelastet werden damit sie zuhause endlich schlafen. Aber ist das tatsächlich der richtige Weg?

Das Problem mit mehr Auslastung

Wann wird zu mehr Auslastung geraten?
Meistens dann, wenn Hunde unerwünschtes Verhalten jeglicher Art zeigen.

Häufig geht es um Leinenaggression, Jagdverhalten, vermehrtes Bellen oder bei Welpen um die Schnapp-Schildkröten-Attacken.

Müde machen könne man den Hund dann mit noch mehr Bewegung, Ballspiel, langes Laufen am Fahrrad oder häufige Unterordnungsübungen. 

Viele Hunde können sich nicht ausruhen. Ruhe und Schlaf ist aber elementar wichtig um die alltäglichen Erlebnisse zu verarbeiten.

Das Ruhe- und Schlafbedürfnis der meisten Hunde beträgt zwischen 15 und 18 Stunden pro Tag. Welpen schaden auch 1-2 Stunden zusätzlich nicht. 

Stress kann viele Ursachen haben:

Viele Umweltreize, viele Hundebegegnungen (oder wenige richtig doofe), Schmerzen, Frustration, Mehrhundehaltung, Ängste und sogar Unterforderung - was aber eher selten ist - ...die Liste ist lang.

  • Umweltreize wie Autos, andere Tiere, Menschen
  • Angstauslöser wie bestimmte Gegenstände, Gewitter, Knallgeräusche
  • Einsatz von Strafen und unklare Kommunikation
  • Bewegungseinschränkung (etwa durch die Leine)

Nach müde kommt doof

Im Prinzip einfach: Wenn dein Hund "drüber" ist wird er doof. Mit doof meine ich, die Wahrscheinlichkeit, dass der Hund in unseren Augen unerwünschtes Verhalten zeigt, steigt deutlich.

Hunde, die nicht genug ruhen können reagieren schneller und heftiger auf bestimmte Situationen. Sie können sich schlechter konzentrieren und nicht mehr so gut lernen.

Im Prinzip wie bei uns Menschen. Wenn ich eine Nacht nur 4 statt 7 Stunden geschlafen habe möchte ich am nächsten Tag nicht direkt in ein Meeting mit anschließender 4 stündiger Autofahrt welche mir viel Konzentration abverlangt. 

Viele Hunde haben nicht lernen können, dass Ausruhen eine Option ist. Bewegung ist meistens selbstbelohnend und fühlt sich gerade dann für Hunde gut an, wenn sie Stress haben.

Mehr Bewegung führt aber in aller Regel nicht zu mehr Entspannung sondern eine Summation weiterer Eindrücke, die alle nicht mehr oder nur teilweise verarbeitet werden können.

Und dann steigt schlicht die Aufregung und damit auch die Reaktivität des Hundes.

Allerdings - es kann durchaus eine Option sein, mit gleichmäßiger Bewegung den Stress "abzulaufen". Hier kommt es aber sehr auf den Hund drauf an und auf dessen gesundheitliche Verfassung.

Bei sommerlichen Temperaturen ist es schlicht fahrlässig tagsüber Ausdauersport mit Hunden zu betreiben.

"Aber früher hat auch keiner auf Entspannung geachtet"

Musste man auch nicht. Denn "früher" - also sagen wir vor 10-40 Jahren - wurden an Hunde nicht so eine Menge Anforderungen gestellt wie in unserer aktuellen Zivilisation.

Jetzt sollen sich unsere Hunde benehmen, in einem sehr dicht besiedelten Gebiet friedlich mit Menschen und allen Tieren klar kommen, nicht oder nur wenig bellen, überall mit hin können, Autofahren, an dicht befahrenen Straßen an lockerer Leine laufen, jeden Menschen freundlich begrüßen oder einfach ignorieren, spielende und laute Kinder ignorieren, Nachbars Katze ignorieren und auf grabschende Hände fremder Menschen freundlich reagieren.

Eine Menge Eindrücke und Reize also, denen unsere Hunde je nach Wohnsituation mehr oder weniger intensiv ausgesetzt sind.

Die Anforderungen an Hunde waren vor einigen Jahren noch andere. 
Jetzt - als Alltagsbegleiter - ist Hund-Sein oft ein sehr anstrengender Job. 

Wenn du dir denkst, du müsstest deinen Hund mehr beanspruchen damit er endlich richtig müde wird, dann lohnt sich ein Blick in die andere Richtung.

In den allermeisten Fällen braucht dein Hund dann einfach mehr Entspannung.

Es gibt neben "Schlafen" und "Ruhen" aber noch andere Möglichkeiten, wie du deinen Hund entspannen kannst. 

Möglichkeiten zur Entspannung

Es gibt zum Glück eine ganze Menge wunderbarer Möglichkeiten, mit denen du deinen Hund unterstützen kannst, stressige Situationen besser zu verarbeiten und auch langfristig gut damit klar zu kommen.

Neben genügend Ruhe und Schlafphasen - auch über den Tag verteilt - helfen euch folgend Dinge, Stress bei deinem Hund abzubauen:

  • einfache Suchspiele ohne Bleib- oder Warteübungen
  • "Hund" sein dürfen - Schnüffeln und Erkunden in sicherem Gelände und ohne ständige Unterbrechung durch den Menschen
  • Verzicht auf unangenehme Einwirkung im Umgang mit dem Hund
  • angle-double-right
    Dinge zerreißen oder zerfleddern dürfen
  • angle-double-right
    Massagen
  • angle-double-right
    Streckübungen

Du merkst sicher schon, es geht viel darum, dass die Hunde einmal ihre Bedürfnisse ausleben können ohne ständig unterbrochen oder daran gehindert zu werden. Denn gerade diese häufigen Unterbrechungen und Abbruch von Verhaltensweisen, die unsere Hunde gerade tun wollten oder bereits begonnen haben ist sehr frustrierend. Und Frust fühlt sich nicht gut an. 

Deshalb achte ich bei allen schönen Dingen darauf, dass mein Hund keine Fehler machen kann. Ich gestalte die Umgebung so, dass nichts Doofes passieren kann und mein Hund keine Gehorsamsübungen zeigen muss. Denn die erfordern wieder Impulskontrolle und erhöhen die Anspannung. Und das wollen wir ja eigentlich nicht.

Mache dir also einmal Gedanken darüber, wo du deinem Hund eine Art Abenteuerspielplatz haben kann und er sich nach Lust und Laune beschäften kann. 
Oder du bereitest ihm zuhause eine kleine Kiste mit lauter Dingen, die er zerfetzen, fressen, ausräumen, aufstöbern und zerkauen kann ohne dass du ihn dabei unterbrechen musst.

Das ist richtige aktive Entspannung und mindestens so wertvoll wie Ausruhen. 

Jetzt viel Spaß beim Überlegen und beim Beobachten deines Hundes bei seiner "aktiven Erholung".

In 12 Wochen zum Entspannungsprofi für deinen Hund

Lass`dich unverbindlich informieren sobald der Kurs verfügbar ist.

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Anleinen

Leinen los!

  • 20. August 2017

...und weg

Ist das Schnappen des Karabiners für deinen Hund der Startschuss zu einem Sprint möglichst weit weg von dir?

Sieht das genauso aus wenn du deinen Hund anleinen möchtest? Er sieht die Leine in deiner Hund und er bleibt sofort in einem ausreichend großen Radius zu dir stehen, so dass du ihn nicht anleinen kannst?

Dann brauchst du ein Ab- und Anlein-Ritual. Übrigens: Auch für Welpen uneingeschränkt anwendbar. Wehret den Anfängen und so. 😉

Du leinst deinen Hund fast nie ab weil er nicht zurück kommt wenn du rufst?

Dann wird es Zeit, das sofort zu ändern:

Das Ablein-Ritual

Im Moment rennt dein Hund sofort los, sobald die Leine ab ist.
Viel besser und vor allem sicherer ist es, wenn er noch einen Moment da bleibt und dir auch nach dem Ableinen kurz seine Aufmerksamkeit schenkt. 

Starten wir mit dem Ableinen:
Du suchst dir zuerst ein neues, eindeutiges Signal aus. Dieses Signal kündigt deinem Hund an, dass er gleich abgeleint wird UND er noch etwas Gutes von dir erwarten kann. 

So geht`s:

Beginne das Ablein-Ritual in einer ruhigen Situation wenn dein Hund ohnehin recht entspannt ist. Die ersten Wiederholungen dürfen gerne zuhause stattfinden.
Die Hundewiese oder andere Begrüßungssituationen mit viel Aufregung sind dafür ungeeignet. 😉

  • Dein Hund ist an der Leine
  • Kündige den Griff zum Karabiner mit einem neuen Signal an (etwa "Ableinen")
  • Atme kurz aus, solange bleiben deine Hände bei dir und gehen nicht richtung Hund
  • Dann greifst du zum Karabiner und leinst deinen Hund ab
  • Wenn du mit Markersignalen arbeitest markierst du sofort wenn die Leine ab ist
  • Sofort darauf hältst du deinem Hund ein Leckerchen vor die Nase
  • Wenn er sehr hektisch ist, wirf im eine Hand voll Kekse vor seiner Nase auf den Boden oder halte ihm eine Schlecktube (Leberwurst) vor die Nase
Wiederhole das ein paar mal. Dein Hund wird schnell verstehen, dass es nach dem Griff zum Karabiner noch etwas Gutes von dir gibt. 

Rituale

Rituale werden zu Gewohnheiten.

Gewohnheiten geben Sicherheit. Sie ersetzen unerwünschtes Verhalten häufig schnell und zuverlässig.

Der Plan ist, dass sofort nach dem Ableinen etwas Angenehmes für deinen Hund direkt BEI DIR passiert.
Warum?
Damit nach dem Ableinen erst mal deine direkte Nähe mit etwas Schönem verknüpft ist.
So wird dein Hund auch nach dem Ableinen eine Erwartungshaltung aufbauen, dass es sich lohnt, noch etwas bei dir zu bleiben.

Auch wenn dein Hund bei den ersten Wiederholungen schnell verschwindet: Dran bleiben! Suche dir dann weniger aufregende Situationen oder verlagere das Training zu beginn nach Hause.





Warum Sitzen lassen vor dem Ableinen nicht immer gut ist:


Dein Hund musste bisher immer Absitzen bevor er von der Leine kommt und ist dabei aber super hektisch?

Dann hast du eine Menge Aufregung mit dem Absitzen verknüpft. Dein Hund verbraucht dabei viel Impulskontrolle, die er vielleicht für andere Situationen benötigt.

Wenn du ein entspanntes Ableinen möchtest, verzichte auf "Bleib" und "Sitz"-Übungen. Dadurch erhöhst du nur die Spannung und damit auch die "Entladung", wenn die Leine ab ist.


Und Anleinen?

Findet dein Hund Anleinen richtig blöd? Dann hat er bisher Anleinen mit etwas Unangenehmem verbunden: Der Spaß ist vorbei, Spaziergang zu Ende.

Auch das kannst du einfach lösen:

Genau wie fürs Ableinen suchst du dir eine Ankündigung fürs Anleinen aus. 
Mein Wort dafür ist "Leine".

Übe das Anleinen zu Beginn wenn dein Hund sowieso gerade in der Nähe ist und du gut hin kommst. Wenn Anleinen ein großes Thema ist und du nach deinem Hund grabschen musst übe das zunächst zuhause und baue das Anleinen dort als neues Signal auf. 

Wichtig!

Wenn dein Hund wegläuft grabsche nicht nach ihm! 
Das veranlasst ihn nur noch schneller zu werden oder weiter weg zu gehen.
Trainiere dann das Anleinen mit Signal erst zuhause oder in deinem Garten wenn dein Hund entspannt neben dir sein kann.

So sorgst du dafür, dass sich dein Hund gerne anleinen lässt:

  • Neue Ankündigung: "Leine"
  • Ausatmen und gerade stehen bleiben
  • Leine in die Hand nehmen und Hund anleinen
  • Gleich danach startet etwas Schönes mit dir 

Tipp

Achte sowohl beim Ab- als auch beim Anleinen auf deine Körperhaltung.Stelle dich seitlich zu deinem Hund und schaue in die selbe Richtung wie er. So verhinderst du, dass du dich bedrohlich über ihn beugst.

Natürlich kannst du das schon mit deinem Welpen so beginnen. Dann wirst du mit Ab- und Anleinen erst gar kein Problem bekommen.

Viel Spaß mit deinem Hund!

Tolle Beschäftigungsideen für unterwegs (Teil 2)

  • 6. Juni 2017

Im ersten Teil unserer Beschäftigungsreihe habe ich dir ein paar Spiele für unterwegs vorgestellt. Hast du ein paar davon bereits beim Gassigehen ausprobiert? 

Du kennst also bereits:

  • Keks-Baum
  • Kegeln
  • Kletterspiele
  • Detektivarbeit

Weiter geht es mit einer vielseitigen Sache die dir hilft, mehr Spaß und Spiel in euer Training zu bringen.

Für’s Hunde-Hirn

Diese Idee eignet sich auch, wenn ihr eure Draußenzeit kurz halten müsst. Gassigehen kann mal sehr langweilig und ruhig gestaltet werden, ab und zu spricht aber auch nichts für ein wenig neues Futter für die grauen Zellen – auch von uns Menschen. Wenn wir Dinge mit unserem Hund gut trainieren wollen benötigen wir einen kleinen Fahrplan. Was wollen wir trainieren? Wie trainieren wir das?
Du weißt schon… „wer nicht weiß wo er hin will, muss sich nicht wundern wenn er ganz woanders rauskommt“ und so weiter..

Altes Signal in neuer Umgebung

Suche dir einen einfachen Trick/ ein einfaches Signal aus von dem du weißt, dass es dein Hund normalerweise gut beherrscht. Zum Beispiel:

  • Sitz
  • Handtouch
  • Schau (Bezugsperson angucken)
  • Männchen machen
  • Pfote geben
  • Verbeugen

Dann tust du Folgendes:

▶ Wärme deinen Hund auf

So bekommt er eine Ahnung um was es geht und wird es später richtig machen.

Beispiel Handtouch: 
Frage das Touch zunächst ganz einfach ab. Dein Hund ist ohnehin in deiner Nähe und muss nur den Kopf richtung deine Hand drehen. Mache es ihm erst leicht, so dass er es auf jedenfall kann.


▶Verändere deine Position:

Wenn das in der neuen Umgebung klappt, dann verändere deine Position. Drehe dich seitlich und halte die Hand tiefer. Frage dann dein Touch ab. Klappt es? Super, dann belohne es fürstlich!

Stelle dich breitbeinig hin und halte deine Hand hinter dich, so dass dein Hund zum Touchen zwischen deinen Beinen durchlaufen muss.

Halte deine Hand über einen Holzstapel, so dass dein Hund für das Touch auf den Stapel klettern muss.

Halte deine Hand neben eine Säule oder einen Pfosten, wenn ihr in städtischem Gebiet unterwegs seid.

Wenn dein Hund gesund ist, kannst du deine Hand schrittweise höher halten.

Gerade Hunde die häufig (an)springen nehmen das gerne als Alternative an. Das könnte übrigens auch eine Idee sein, wenn dein Hund bei Begrüßungen gerne anspringt. Wenn ein Handtouch gut aufgebaut und generalisiert ist, kannst du deinen Hund – wenn rechtzeitig abgefragt und auch unter Aufregung geübt – auf ein Handtouch umlenken.


▶ Verändere den Kontext – Generalisiere!

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Was ist Generalisierung?

Wenn du mit deinem Hund ein neues Signal übst, beginnst du vielleicht wie ich häufig im Wohnzimmer. Nehmen wir an, dein Hund lernt auf dem Wohnzimmerteppich „Platz“.

Ohne Generalisierung würde dein Hund sich nur auf einem Teppich – vielleicht sogar nur auf genau DEM Teppich hinlegen. Denn er hat vielleicht den Teppich, das Zimmer und deine Körperhaltung bei der Signalgabe verknüpft. Wenn sich nur ein Element verändert – etwa deine Körperhaltung – ist das für deinen Hund eine völlig neue Übung.

Generalisierung bedeutet also, dass ein Signal in verschiedenen Kontexten geübt wird. In anderer Umgebung, mit anderern Körperhaltung des Menschen, auf anderem Untergrund, in Anwesenheit anderer Hunde usw.

Um ein Signal wirklich zuverlässig aufzubauen ist Generalisierung unablässig. Natürlich musst du das Signal nicht in den absurdesten Situationen üben. Aber teste mal die Situationen, in denen du das Signal im Alltag gerne zukünftig verwenden willst.
Gib deinem Hund die Chance, das Signal auch in neuen Situationen neu zu lernen. So versteht er, dass es immer die gleiche Bedeutung hat, egal wo er ist und egal wie du dich dabei bewegst.

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Verändere also den Kontext, in dem du das Signal abfragst. Passe dich hier aber deinem Hund an und sorge dafür, dass er Erfolg hat. Wir wollen schließlich Spaß haben und keinen unnötigen Frust produzieren.

Du merkst, deiner Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Training muss nicht ernst sein. Habt Spaß, probiere neue Dinge aus, albert herum.

Und wenn etwas mal nicht klappt? Kein Beinbruch. Verändere die Situation etwas und mache es deinem Hund leichter, so dass er Erfolg haben kann.

Schließlich nimmt keiner eine Prüfung ab.

Genießt eure gemeinsame Zeit!

Viel Spaß beim Ausprobieren.