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Stress beim Hund

Woran du Stress beim Hund erkennst

  • 18. Februar 2018

Du denkst dir: "Na ich merke doch wenn mein Hund gestresst ist!" 

Meistens merkst du das. Denn oft verhalten sich gestresste Hunde irgendwie auffällig.

Es gibt aber auch Hunde die sich auffällig unauffällig benehmen, sich völlig zurückziehen und sich kaum noch "verhalten" wenn sie gestresst sind.

Einen richtig gestressten Hund erkennen wir meistens sehr leicht. Es gibt aber auch eine menge subtiler Zeichen, die darauf hinweisen, dass ein Hund Stress hat. 

Stress = böse?

Nein, ganz und gar nicht. Stress ist überlebenswichtig.

Stress und die damit verbundene Hormonreaktion im Körper ist ein wichtiger Anpassungsprozess.

"Stress ist die Reaktion eines Organismus auf die Anforderung, sich zu verändern oder anzupassen."
(J. O'Heare: Die Neuropsychologie des Hundes, S. 6)*

Jeder "Reiz", also alles, was ein Hund tatsächlich wahrnimmt,  alles was neu ist, alles was plötzlich auftritt, alles was nicht einem bekannten Muster entspricht verursacht erst einmal Stress.

Man kann deshalb sagen, dass quasi alle Dinge stressend sind.

Aber ist das dann schon schädlich?

Nein!

Stress wird erst dann schädlich, wenn er nicht verarbeitet werden kann.

Fehlen dem Hund Bewältigungsstrategien für neue oder bedrohliche Situationen wirkt sich Stress negativ auf das gesamte Wohlbefinden des Hundes aus.

In dem Fall ist Stress schädlich.

Stress begünstigt Angst- und Aggressionsverhalten.

Das ist auch im alltäglichen Umgang mit unseren Hunden eine wichtige Erkenntnis.

Wenn ein Hund viele Stressauslöser hat, häufig Angst oder sogar Panik erlebt braucht er Unterstützung, besser mit diesen Stressauslösern klar zu kommen. Gerade Angst senkt die Lebensqualität eines Hundes enorm.

Lernt der Hund keine Bewältigungsstrategie besteht die Gefahr, dass sich der Stress auf die Gesundheit negativ auswirkt und sich weitere Verhaltensweisen zeigen, die nicht gerade alltagskompatibel sind.

Oft summiert sich Stress bei Hunden über den Tag.

Wenn dann auf dem Abendspaziergang die Gelassenheit fehlt und der Hund extremer auf verschiedene Reize (Wild, andere Hunde, Menschen, Fahrzeuge) reagiert als er es frisch ausgeruht am Morgen tut ist das kein Wunder.  

Stresszeichen erkennen

Hier einige Merkmale in Ausdruck und Verhalten, die wir bei gestressten Hunden leicht beobachten können:

  • Bellen
  • Winseln oder Jaulen
  • "Hyperaktivität"
  • ist schlecht ansprechbar 
  • Lethargie
  • regt sich extrem auf
  • bewegt sich sehr hektisch
  • Übersprungsreaktionen 
  • schnelles flaches Hecheln
  • Schweißpfoten
  • Gähnen
  • reißt die Augen auf 
  • kneift die Augen zusammen
  • viel Weiß in den Augen sichtbar
  • zieht die Rute eng an die Beine oder unter den Bauch (Angst oder Konzentration)
  • zeigt ein "Stressgesicht"
  • kann kein Futter annehmen
  • häufiges Urin- oder Kotabsetzen
  • Durchfall
  • häufiges Strecken
  • aufgestellte Rückenhaare (Hinweis auf Erregung - kann sowohl angenehm als auch unangenehm sein) --> Piloerektion (clicke für mehr Infos)
  • Schütteln (häufig nach stressigen Hundebegegnungen)
  • extreme Körperpflege
  • sehr hohes Schlafbedürfnis
  • alle Zeichen von Angst und Panik
  • bei Rüden ausgeschachteter Penis
  • hohe Muskelanspannung (steifer Gang, durchgedrückte Gelenke)
  • Speicheln (ohne das Futter in Aussicht ist)
  • und vieles mehr

Du erkennst Stress bei deinem Hund oft an seiner Körpersprache. 

Hier siehst du eine wunderbare Übersicht der häufigsten Ausdrucksweisen unserer Hunde: 

Hundesprache

Bild-Quelle: https://www.doggiedrawings.net/freeposters

Ein Bildbeispiel für einen Hund, der ein Stressgesicht zeigt: 

Bildquelle: www.pixabay.com/de

Stresszeichen des Hundes (Pfeile von links nach rechts)

  • Druck gegen das Halsband (weg vom Kind)
  • Kopf weg gedreht vom Kind
  • Falten und Muskelgrate im Maulwinkel + stark zurück gezogene Lefzen
  • Ohren ganz nach hinten geklappt +  Falten auf der Stirn
  • viel Weiß in den Augen sichtbar
  • Zunge spatelförmig angespannt

Ursachen können von Hund zu Hund völlig verschieden sein. Wir können nie alle Ursachen erkennen, aber mit ein bisschen Übung wissen wir, was unseren Hund anstrengt.

Im oberen Bild sind mögliche Stressauslöser:

  • Umarmung durch das Kind
  • Bewegungseinschränkung durch die Leine am Halsband
  • Nähe von anderen Hunden (im Originalbild sichtbar)
  • Hitze
  • viele Menschen
  • vermutlich Lärm

Stress macht sich auch im Verhalten bemerkbar.

Hunde werden unter Stress reizbarer, reagieren schneller, heftiger oder länger. 

Was du tun kannst wenn dein Hund gestresst ist

Gestresste Hunde können nicht gut lernen und nur schwer bereits Gelerntes in diesen Situationen abrufen. 

Erkennst du, dass dein Hund gestresst ist schätze ein, wie sehr ihn das beeinträchtigt.

Hat er nur wenig Stress, kommt er damit recht gut klar, solche Situationen kommen immer wieder vor, beeinträchtigen deinen Hund aber nie sonderlich lange besteht nicht direkt Handlungsbedarf.

Hat dein Hund aber Mühe mit den Situationen klar zu kommen, reagiert er öfter mit "unerwünschtem" Verhalten, ist er danach noch eine Weile aufgeregt und übererregt oder erschöpft besteht Handlungsbedarf.

Fülle aktiv das Wohlfühlkonto deines Hundes auf!

  • Sorge für ausreichend Erholungs- und Entspannungsphasen
  • Trainiere Entspannung an Auslösern, die seinen Hund sehr belasten und die du nicht verhindern kannst
  • Manage Stressauslöser und vermeide sie zum Wohle deines Hundes hin und wieder
  • was du nicht managen kannst, aber häufig vorkommt trainierst du mit deinem Hund
  • trainiere Entspannungsmöglichkeiten
  • trainiere mit deinem Hund schrittweise auch in aufregenden Situationen ansprechbar zu sein

Wie du für mehr Entspannung sorgen kannst erfährst du in einem der nächsten Blogartikel.

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hund bellt

Dein Hund bellt wenn es klingelt?

  • 12. Februar 2018

Die Klingel ist für deinen Hund der Startschuss für ohrenbetäubenden Lärm und Gebrüll in Verbindung mit schlitternd zur Türe rasen?

Du lädst kaum noch Besuch zu dir ein, weil dein Hund jedesmal völlig aus dem Häuschen ist?

Hast du schon darüber nachgedacht, die Klingel abzustellen?

Dann ist eines ganz klar:

Dein Hund hat mit der Klingel riesig viel Aufregung verknüpft.

Warum die Klingel Aufregung auslöst

Die Klingel ist ein deutlicher Kontrast zu den sonstigen Alltagsgeräuschen. Sie kommt nicht so häufig vor. 

Auf solche "Kontraste" reagieren unsere Hunde naturgemäß sowieso stärker.

Etwas, das plötzlich in der Umwelt auftritt sorgt immer dafür dass der Hund seine Aufmerksamkeit dort hin lenkt um zu erkunden welche Bedeutung der "Reiz" für ihn hat.

Nach dem Klingeln ist aus Sicht des Hundes Vieles möglich:

  • fremde Menschen an der Haustüre
  • fremde Menschen in der Wohnung
  • bekannte Menschen an der Haustüre
  • bekannte Menschen kommen in die Wohnung
  • sein Besitzer läuft plötzlich schnell zur Türe

Hunde haben also erst mal keine Ahnung was passiert - sie wissen nur, DAS etwas passiert. 

Unsicherheit stresst. Und Stress sorgt für Aufregung.

Wenn dein Hund nun bellt und ebenfalls zur Türe läuft wirst du auf irgendeine Art und Weise auf ihn reagieren. 

Vielleicht schiebst du ihn von der Türe weg, möchtest ihn auf seinen Platz schicken und willst aber den Besuch so schnell wie möglich herein lassen. 

Da ist Hektik, noch mehr Stress und Ärger vorprogrammiert.

Die Ursache fürs Bellen beim Klingeln

Die eine Ursache gibt es nicht. Fast immer ist es eine bunte Mischung aus:

  • Stress
  • Aufregung
  • Unsicherheit
  • erlerntes Verhalten

Übrigens ist Bellen evolutionär ein sinnvolles Warn-Instrument um die Gruppenmitglieder vor einer möglichen Gefahr zu warnen. Das typische "Anschlagen" ist also erst einmal völlig normal. 

Unter Hunden gibt es natürlich Vertreter, die sensibler auf Eindringlinge reagieren als andere Hunde. 

Für das Training ist es jedoch völlig unwichtig, welches Etikett ein Hund bekommt.

Ob er jetzt "territorial", "dominant", "unsicher" oder "aufsässig" sei bringt uns beim Training nicht weiter. 

Einfacher und fairer dem Hund gegenüber ist es, wenn man sich das Verhalten genau anschaut und sich überlegt, welche Emotion und welches Bedürfnis des Hundes dahinter steckt. Denn dann kann man sich überlegen welches Verhalten man zukünftig lieber beim Hund sehen möchte und wie man dort hin gelangt. 

Wie kehrt wieder Ruhe ein?

Hier erfährst du einen kleinen Einblick in einige Bausteine des Trainings bei Klingel-Chaos. Natürlich ist das kein Rezept und wie immer nicht in jeder Situation anwendbar.

Zwei Dinge sind wichtig:

Management und Training

Management um zu verhindern, dass dein Hund weiter das Verhalten ausführen kann welches du nicht haben möchtest

und

natürlich Training, damit er lernen kann was er stattdessen tun soll wenn es klingelt. 

Frage dich, wo dein Hund schon "auslöst":

Ist es die Klingel oder wird er erst aktiv wenn du zur Türe läufst?

Bellt er bereits sobald er eure Gartentüre aufgehen hört?

Was passiert, wenn die Post eingeworfen wird?

Je nach dem beginnst du mit dem Training dort, wo dein Hund als erstes reagiert.

Welche Trainingsmöglichkeiten?

Alles, was Stress, Frust, Angst und Aufregung senkt ist für das Training herzlich willkommen. 

So nicht: Discs, Wasser, Zischen, Strafen


Dein Hund ist offenbar sehr aufgeregt. Stell dir vor, dein Hund wird mit Wasser besprüht nach dem es geklingelt hat. 
Er erschrickt sich furchtbar dabei. 

Denkst du, er wird das nächste mal entspannter sein wenn es klingelt? Sicher nicht. Denn nach dem letzten Klingeln ist was sehr Unangenehmes passiert. Er erwartet also etwas Doofes und das treibt die Aufregung weiter in die Höhe.

Außerdem wird er NICHT verknüpfen können, dass das Wasser jetzt wegen seinem Bellen kam. 

Jede Form von Strafe erhöht den Stress. Und Stress setzt oft einen Kreislauf in Gang, den wir gar nicht wollen:
Mehr Aufregung bei Besuch, vielleicht andere Verhaltensweisen (bisher wurde der Besuch nur angebellt, jetzt wird geknurrt und fixiert).


Mit dem Versuch, diese Verhaltensweisen "zu unterbinden" durch die Anwendung aversiver Mittel wird man langfristig nicht weit kommen und vor allem keinen entspannten Hund bekommen. 

Gegenkonditionierung der Klingel

Hat dein Hund die Klingel als Startsignal fürs Durchdrehen bist du in diesem Abschnitt richtig.

Wir sorgen dafür, dass die Klingel für deinen Hund eine andere Bedeutung bekommt. 

Hilfreich ist für den Start, wenn du den Klingelton per Handy aufnimmst und damit erst einmal loslegst. 

Für Härtefälle sollte die echte Klingel vorübergehend außer Betrieb genommen werden. 

  • Klingel = Mega-Ober-Geniales Kauteil auf dem Hundeplatz

In Zukunft bekommt dein Hund bei jedem Klingeln etwas Tolles auf seinem Platz.
Egal ob er erst einmal zur Türe stürmt oder einen Sprungwettbewerb veranstaltet.

Die Botschaft für ihn lautet nach jedem Klingeln:

Klingel = es wartet etwas super Tolles auf deinem Platz

Natürlich sollte sein Platz nicht direkt im Flur oder neben dem Eingang sein. 😉

Was erreichst du damit?

Damit erreichst du, dass dein Hund das Klingelgeräusch als Signal für "auf seinen Platz gehen" lernt. 

Ganz nebenbei verbindet er mit der Klingel angenehme Gefühle, weil auf die Klingel jetzt immer etwas ganz Tolles folgt. 

Natürlich musst du ihm erst einmal zeigen, dass er dort etwas Tolles bekommt. Ganz oft ist die Aufregung auch erst mal viel zu hoch um Fressen zu können.

Wichtig ist, hier am Ball zu bleiben! Biete deinem Hund konsequent nach jedem Klingeln etwas an dieser einen Stelle an. 

Ein einziges Leckerchen wird euch da übrigens kaum helfen. Die meisten Hunde haben das Leckerchen bereits geschluckt bevor ich "nimms dir" gesagt habe. Und dann wird der Hund sicher gleich wieder zur Türe laufen. 

Wollen wir nicht. 

Also muss eine Art Dauerlutscher her, der den Hund eine ganze Weile beschäftigt:

Fremde sind doof!

Hat dein Hund Mühe wenn fremde Menschen im Haus sind reicht natürlich ein Gegenkonditionieren der Klingel nicht.

Denn nach dem Klingeln kommen ja die (für deinen Hund komische) Menschen herein. 

Hat dein Hund Angst oder reagiert er mit Aggression ist besonderes Management und intensives Training gefragt.

Am besten unter der Anleitung eines kompetenten Trainers.

Ziel ist hier übrigens nicht, das Verhalten des Hundes einfach zu verbieten (reine Symptombekämpfung) sondern so zu trainieren, dass der Hund mit Besuch gut klar kommt ohne dass er gehemmt oder bestraft wird. 

Knurren ist Kommunikation. ​(Mehr dazu im Beitrag "Hilfe mein Hund knurrt!")

Ein Hund der knurrt sagt deutlich, dass er zum Beispiel mehr Abstand haben möchte oder die schnellen Bewegungen des Besuchs gruselig findet.  

Reagiert dein Hund mit Aggression auf Besucher geht Sicherheit vor:

Entweder strikte räumliche Trennung von Hund und Besuch oder ein Maulkorb wird nett auftrainiert und der Hund im Training gesichert.

Ziel von Besuchertraining sollte hier sein, dass der Hund lernt, sich in Anwesenheit fremder Menschen zu entspannen. 

Dabei hilft eine tolle Entspannungszone für deinen Hund, die auch gleichzeitig seine Sicherheitszone ist. 

Mit Training kann man erreichen, dass der Hund auch nach und nach entspannt in seiner Sicherheitszone sein kann auch wenn Besuch da ist. 

Natürlich kommt das auf den einzelnen Hund an. Manche Hunde kommen mit einem Sicherheitszimmer in den kein Besuch kommt besser zurecht. 

Entspannung

Dein Hund sollte eine Zone in der Wohnung haben, in der er sich super gut entspannen kann und in der er sich sicher fühlt.

Du kannst mit deinem Hund trainieren, dass er in diese Zone geht wenn Besuch kommt oder es klingelt. 

Natürlich geht das nicht von heute auf morgen. Das braucht Zeit. Gerade wenn viel Aufregung mit der Klingel-Situation verbunden ist und dein Hund vielleicht schon Monate oder Jahre riesige Aufregung mit der Klingel verknüpft hat löst sich diese Aufregung nicht über Nacht.

Hat dein Hund gelernt, dass er sich in seiner Zone entspannen kann, steigerst du langsam aber sicher doch die Ablenkung.

Erst bewegst du dich durch die Wohnung während dein Hund in seiner Zone ist, dann vielleicht dein Partner oder Kinder.

Kann dein Hund dabei immer noch entspannt liegen bleiben kommen irgendwann Besucher dazu. 

Zum Start bittest du den Besuch ohne zu klingeln herein. Super wäre es, wenn dein Hund den Besuch kennt und mag. 

Du bringst deinen Hund in seine Entspannungszone und gibst ihm dort etwas Tolles zur Beschäftigung. 

Wenn dein Hund zur Ruhe gekommen ist, beginnt der Besuch sich durchs Zimmer zu bewegen, ihr setzt euch an einen anderen Tisch usw. Die Bewegung und die Ablenkung sollte aber immer nur so gesteigert werden, dass dein Hund entspannt liegen bleiben kann.

Mit Management und geplantem Training zu Erfolg

Training scheitert häufig dann, wenn man im Alltag einiges umstellen muss um zum Erfolg zu kommen. 

Bei der Klingel-Thematik kommt noch eines hinzu:

Sozialer Kontakt von uns Menschen. Damit wir unseren Hund unterstützen können müssen wir unseren Besuch vielleicht eine Weile an der Türe warten lassen um den Hund "zu managen". 

Dazu bekommt der Besuch strikte Anweisungen, wie er sich dem Hund gegenüber zu verhalten hat.

Möglicherweise wurde die Klingel abgestellt und jeder der herein möchte muss erst mal übers Handy anrufen.

Das sind für viele Menschen einige Hürden. 

Ich bin mir sicher, für jeden Hund lohnt sich Training wenn er dann am Ende entspannter und gelassener bleiben kann. 

Es ist wie so häufig die Frage, was wir Menschen bereit sind zu tun. Leider gibt es die Pille für den Sofort-Erfolg nicht. 

Sei bitte immer skeptisch, wenn dir erzählt wird das Problem sein nach einer Trainingsstunde für alle Zeit behoben.

Dabei wird es häufig um aversive Methoden gehen, die vielleicht hübsch verpackt sind aber deinem Hund in keiner Weise helfen besser mit der Situation klar zu kommen.

Den Hund zu hemmen und einzuschüchtern mag oberflächlich betrachtet oft "funktionieren", aber nicht zum Wohl des Hundes.

Abgesehen davon:
Wenn mal keiner da ist um den Hund zu hemmen wird er es wieder genauso machen wie er es nicht machen sollte.

Einfach weil er nicht gelernt hat, was er stattdessen tun soll.
Er hat durch Hemmung nur erfahren, das es besser ist gar nichts zu tun. Damit kann er der Bedrohung durch den Menschen entgehen. 

Natürlich ist es jedem selbst überlassen, wie er mir seinem Hund umgeht und welche moralische Verpflichtung man der Verantwortung für ein Tier beimisst. 

Hier auf dieser Seite, in meinem Training und im Dogwalking trainiere ich freundlich mit meinen Hunden, bringe die Techniken der positiven Verstärkung bei und verzichte auf Hemmung, Straf- und Schreckreize. 

Dennoch werden unerwünschte Verhaltensweisen schnell und schonend unterbrochen. Das geht auch ohne Strafe.

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Was dein Welpe wirklich lernen sollte

Welpen – Was sie lernen sollten

  • 23. Januar 2018

Training mit Welpen und deren stolzen Besitzern ist richtig toll. Meistens treffe ich auf wissbegierige Welpeneltern die von Anfang an alles richtig machen wollen.

Kommt dir das bekannt vor? Vielleicht hast du gerade auch einen Welpen oder Junghund bei dir und du möchtest unbedingt alles richtig machen - und zwar von Anfang an.

Da bin ich keine Ausnahme. Auch mir erging es mit meinem Welpen damals so. "Bloß auf alles achten, darf mein Welpe das jetzt?" oder "Oh nein, wie reagiere ich denn, wenn er DAS macht?".

Ich geb`s zu, ich war teilweise ganz schön überfragt und überfordert. Mein Anspruch an mich selbst alles richtig machen zu wollen hat mich sehr schnell an meine Grenzen gebracht. 

Ständig fühlte ich mich deshalb gestresst und im Umgang mit dem kleinen Welpen gehemmt. Nie wusste ich, ist das jetzt richtig? Was muss ich tun?

Und vor allem, was muss mein Welpe alles lernen, damit er nichts verpasst?

"Aber die Sozialisierung..."

Die Empfehlung, dem Welpen innerhalb eines kurzen Zeitraums so vielen Reizen auszusetzen wie möglich beruht häufig auf dem Gedanken "Viel hilft viel". 

Je mehr der Welpe in der Phase zwischen der 3. und etwa 16. Lebenswoche kennen lernt, desto besser würde er später mit allem klar kommen.

Aber:
Gerade weil Welpen in dieser Zeit sehr schnell und nachhaltig lernen macht es Sinn, bewusst für kontrollierte und positive Lernerfahrungen zu sorgen.

Dazu gehört, dass dein Welpe in seinem Tempo erkunden darf. 

Gib` ihm die Möglichkeit auch einmal zu sagen "Nein, das möchte ich bitte nicht näher kennen lernen!". Unterstütze ihn, belohne ihn für seine Neugier aber locke ihn nicht zu "gruseligen" Gegenständen. 

Wenn du ihn lockst bringst du ihn in einen Konflikt. Eigentlich will er lieber weg aber da bist ja du oder ein Leckerchen. Das stresst den Kleinen zusätzlich.

Besser ist es, wenn du ihn für jeden Blick zum Gruselobjekt lobst und ihn so ermunterst, selbst zu erkunden.

Überforderung und "da muss er jetzt durch"-Gedanken können - müssen aber nicht -  dir im weiteren Hundeleben ansonsten die ein oder andere problematische Verhaltensweise einbringen.

Was also braucht DEIN Welpe? 

Heute weiß ich: Jeder Jeck is' anders. Und jeder Hund erst recht. Es gibt also kein Rezept und keinen starren Zeitplan, in dem es ausnahmslos ALLES abzuarbeiten gilt.

Auch nach der 16. Woche kann dein Welpe Neues kennenlernen. Dann vielleicht nicht mehr so schnell und so unbefangen.

Wichtig ist: Was braucht dein Welpe, um im Alltag bei dir und in deiner Umgebung gut, angstfrei und mit Freude zu leben?

Wenn du also auf dem platten Land lebst und dein Welpe voraussichtlich nie mit dem Zug fahren muss macht es wenig Sinn, ihn zum nächsten Großstadtbahnhof zu schleppen. Dort wird er einer ganzen Menge Menschenbeinen, Unrat, Koffer, Lärm und Treppen ausgesetzt, vielleicht tritt ihn jemand oder er bekommt mächtig Angst vor den großen Zügen. Da hat keiner etwas gewonnen, nicht? 

Vielleicht trefft ihr unterwegs regelmäßig auf Kühe oder andere Weidetiere, Traktoren und große, laute Maschinen?

Dann lege Wert darauf, dass dein Welpe diese Dinge möglichst positiv und angstfrei kennen lernen darf.

Wieviel mit dem Welpen trainieren? 

Neben Lernmöglichkeiten benötigt ausnahmslos jeder Welpe eines, nämlich die Möglichkeit Gelerntes in Ruhe verarbeiten zu können. 

Möchtest du bestimmte Dinge intensiv üben eignet sich eine kurze Übungsdauer von wenigen Minuten.

Welpen Training

Trainiere lieber qualitativ sauber und kurz mehrmals am Tag anstatt 15 Minuten am Stück.

Dein Welpe unterscheidet nicht zwischen bewusstem Training und Alltag. Für ihn sind alle neuen Eindrücke gleichermaßen "neu" und beanspruchen ihn deshalb.

Pausen, Entspannung und eine Mütze Schlaf ist deshalb auch für deinen Welpen Gold wert. 

Wenn du also bemerkst, dass dein Welpe gerade schon seine wilden 3 Stunden hat erübrigt sich die Frage, ob du jetzt mit ihm noch eine Stadt-Trainings-Runde machst.

Sorge nach neuen Eindrücken für Entspannung.
Gib` deinem Welpen etwas zu Kauen, gönn` ihm eine kleine Massage oder einen Kong, mit dem er sich in den wohlverdienten Schlaf nuckeln kann. 

Übrigens: Hunde sind polyzyklische Schläfer. Das heißt, es ist normal dass sie einige Stunden aktiv sind und anschließend wieder einige Stunden ruhen und schlafen.

Welpen schlafen

Genügend Ruhe und Schlaf hilft deinem Welpen Gelerntes zu verarbeiten und gestärkt in neue Ab​enteuer zu starten.

Eine Sprache mit deinem Welpen sprechen

Ganz klar, wir sind Menschen und Hunde sind Hunde. Wir kommunizieren völlig verschieden und haben ganz grundverschiedene Höflichkeitsregeln. Da kommt es schnell zu Missverständnissen.

Damit dein Welpe versteht, was du ihm sagen möchtest müsst ihr natürlich eine gemeinsame Sprache sprechen.
Stell` dir vor, du bist in deinem fremden Land und beherrschst die Sprache nicht.
Ständig wirst du von den Menschen angesprochen, von manchen nett, von anderen ärgerlich. Und du hast keine Ahnung was los ist. Das verunsichert und frustriert.

Die einfachste und beste Möglichkeit um deinem Hund klar zu sagen was du wirklich toll findest und was er bitte öfter tun soll ist das -Markersignal. (Link: Was ist ein Markersignal?)

Bild-Quelle: www.amazon.de

Alternativ zum Markerwort kannst du auch einen Clicker verwenden. Es gibt eine Menge verschiedener Fabrikate auf dem Markt.
Der Vorteil eines Clickers ist der markante Ton. Er hebt sich deutlich von unserer Stimme ab und wird vom Hund deshalb besser wahrgenommen. Nachteil: Man hat immer eine Hand zur Verwendung des Clickers "besetzt".

Das Markersignal ist ein Wort oder ein Geräusch, das immer eine Belohnung ankündigt.  

Nach dem Markersignal hast du dann 1-3 Sekunden Zeit, deinen Hund zu belohnen.

Das macht nicht nur Spaß sondern schafft auch Vertrauen, reduziert Stress und lässt deinen Welpen gerne mit dir zusammenarbeiten.

Das Markersignal kannst du für jede neue Übung einsetzen und damit sehr schnell Fortschritte erzielen.

Gold wert: Ruhezone für deinen Welpen

Welpen sind gut darin so lange zu Toben bis sie irgendwann umfallen. Oder "doof" werden. 

Je mehr neue Eindrücke ein Welpe und Junghund bekommt, desto mehr Zeit benötigt er, um diese Eindrücke auch verarbeiten zu können.

Welpen sind mit etwa 17-22 Stunden Ruhe und Schlaf pro Tag gut versorgt. Bei erwachsenen Hunden sind 15-18 Stunden Ruhe und Schlaf eine gute Richtschnur. Es gibt immer Abweichungen, die mit mehr oder weniger ohne Probleme klar kommen. 

Hat dein Welpe insgesamt deutlich weniger Ruhe- und Schlafzeiten kann ihm die Entspannungszone helfen.

Gerade weil Welpen und Junghunde schnell an Neues zu gewöhnen sind kannst du gleich von Beginn an eine tolle Ruhezonen etablieren. 

Von alleine wird dein Welpe nämlich kaum auf die Idee kommen sich auszuruhen.

Richte deinem Welpen deshalb von Anfang an eine kuschelige Ruhezone ein. Hier findet er alle tollen Kausachen, einen Kong, etwas zum Auspacken oder Zerrupfen und auch Kuscheln und Kontaktliegen gibt es in dieser tollen Zone für ihn.

Wenn er von Beginn an lernt - nach jeder Tobe-Runde gibt es in der Zone etwas Schönes - hast du bereits ein wichtiges Ritual eingeführt.
So wird dein Welpe öfter von sich aus diesen Bereich aufsuchen wenn er sich entspannen möchte. 

Verbinde diese Zone also mit schönen und entspannenden Dingen für deinen Welpen. 

Und ganz wichtig: Wenn er dort liegt hat er dort auch seine Ruhe!
Deine Aufgabe ist es, anderen Mitbewohnern oder Besuchern, besonders Kindern klar zu machen, dass dein Hund nicht gestört wird wenn er sich dort aufhält.
Das ist seine Sicherheitszone.  Hier kann er in Ruhe völlig entspannen.

Übrigens hilft dir diese Zone auch wenn es darum geht, Alleinebleiben zu trainieren. 

Welpe anfassen und festhalten

welpe tierarzt

Festgehalten werden kann echt unangenehm sein! Mit ein wenig Übung wird der Tierarztbesuch zum Kinderspiel!

Sicher fragst du dich, was das denn soll? Der Welpe soll lernen, sich anfassen zu lassen?

Ja. Das ist Gold wert. Spätestens wenn es um so Dinge wie Fellpflege, Zahnpflege, Krallenschneiden und Tierarzt geht bist du dankbar, wenn dein Hund gelernt hat, sich nicht nur von dir sondern auch von Fremden (Tierarzt) anfassen zu lassen und auch körperliche Einschränkungen wie das Festhalten einzelner Körperteile gut ertragen kann. 

Das kannst du mit deinem Welpen ganz einfach spielerisch üben. 
Am besten und schnellsten lernt er es, wenn du ankündigst was du tust:

Du möchtest seine Pfote untersuchen? Dann benenne das (zum Beispiel mit "Pfote gucken") und berühre dann seine Pfote, belohne ihn dabei mit einem Leckerchen und nimm deine Hand wieder weg. 

Festhalten kannst du genau so üben:
Ankündigen  -  Hände seitlich an deinen Welpen - Loben und belohnen - Hände wieder weg.

Wichtig ist es, dass du kleinschrittig beginnst: Übe das nur so, dass dein Welpe keine Angst zeigt und auch nicht zappelig ist. Wenn er nur eine Millisekunde still halten kann - Super! Darauf baust du weiter auf. 

Klappt das bei dir super, kannst du auch Freunde und Bekannte bitten, mit euch das Anfassen zu üben. Die meisten sind da sofort dabei. 😉

"Komm zurück!"

Ok, DAS ist wirklich wichtig.
Jeder Hund sollte einen brauchbaren Rückruf beherrschen.

Das ermöglich Sicherheit, etwas mehr Bewegungsfreiheit für den Hund und ist Teil eines rücksichtsvollen Miteinanders mit anderen Menschen und Lebewesen.

Allzu häufig werden Hunde gedankenlos abgeleint ohne dass der Mensch auch nur den Hauch einer Chance hat, seinen Hund abzurufen wenn es nötig wäre. 

Mein Favorit für den Rückruf ist der doppelte Rückruf. Wie du den mit deinem Welpen trainieren kannst erfährst du wenn du dem Link in der Box folgst:

Das ist alles?

Nein, natürlich nicht. Es ist ein Anfang. Und ein Anstoß, dass du für dich und deinen Welpen genau das raussuchst, was ihr für ein tolles Hundeleben braucht. 

​Eines aber ist sicher: Wenn dein Welpe gelernt hat zu entspannen und neue Dinge gut bewältigen zu können wirst du viel weniger "unerwünschte" Verhaltensweisen an ihm beobachten können. Und ganz nebenbei lernt er neue Signale und gutes Benehmen viel leichter, als wenn er ständig auf 180 läuft. 

Wenn für dich also ein super sicheres Sitz notwendig ist (und ja, ich finde das auch super wichtig!) dann steht das bei euch weiter oben auf der Prioritätenliste.

Wenn dein Welpe unbedingt mit anderen Hunden klar kommen sollte, dann legst du den Fokus in der sensiblen Phase auf die positive Belegung von Hunden und auf freundliche und kontrollierte Hundekontakte.

Der Alltag wird dafür sorgen, dass euch die Trainingsgelegenheiten nicht ausgehen. 

Vielleicht springt dein Welpe furchtbar gerne Leute an. Oder er sollte lernen, nicht zu jedem anderen Hund zu stürmen. 

Alles wird sich ergeben. Und alles zu seiner Zeit.

Genieße die Welpenzeit. Sie ist einmalig. Und sie vergeht so schnell. 

Du musst nicht alles in die ersten 16 Wochen pressen. Du wirst Fehler machen. Du darfst Fehler machen!

Ich habe viele Fehler gemacht. Heute weiß ich es besser. Und mache immer noch Fehler. 😉

Und will dir den Druck damit ein wenig nehmen. Trotz meiner Fehler habe ich den tollsten Hund, den ich mir nur wünschen könnte.

Ich bin sicher, bei dir wird es genau so!

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Gassi gehen

Mit nur 3 Signalen locker durch den Alltag

  • 16. Januar 2018

Was muss ein Hund heute so alles können? Gefühlt: praktisch alles. Und das zu jederzeit.

Weil das a) nicht realistisch ist und b) nichts mit einem entspannten Zusammenleben zu tun hat verrate ich dir heute meine 3 wichtigsten Signale, mit welchen mein Hund 95% aller Alltagssituationen bravorös meistert.

Die Umorientierung

Was ist das?

Ein Signal, woraufhin sich mein Hund von dem wegdreht was er gerade tut und in meine Richtung schaut. So kann ich ihm neue Signale geben, wenn er noch etwas tun soll. 

Mit der Umorientierung sichere ich mir die Aufmerksamkeit meines Hundes und kann ihn von fast jeder Ablenkung (ich bin ehrlich, 100% kriegen wir nie hin) mental zu mir holen.

Deshalb ist die Umorientierung auch so wichtig. Damit mein Hund auf meine Signale reagieren kann muss er mich erst mal wahrnehmen. Und genau das schaffe ich mit einer bombenfesten Umorientierung.

Wie du das Umorientierungssignal trainieren kannst erfährst du im Video:

Das Markersignal

Wenn du jetzt denkst "Hä? Das ist doch aber kein Kommando!" - korrekt. 

Aber mit dem Markersignal kann ich meinem Hund fast alles beibringen was ich von ihm möchte. 

Das Markersignal sorgt in fast jeder Situation für eine Stimmungsverbesserung meines Hundes und erhöht seine Bereitschaft, mit mir zusammen zu arbeiten.

Ich kann es einsetzen 

  • wenn er gerade Angst hat
  • um ihm freundliches Verhalten gegenüber Mensch und Hund beizubringen
  • wenn er etwas Tolles macht, das ich gern öfter hätte
  • wenn er keinen Blödsinn macht 😉
  • um meinen Hund an lockerer Leine zu führen
  • und vieles mehr
Was ist ein Markersignal? – Kurz erklärt:
Die Arbeit mit dem Markersignal ist ein wichtiges Werkzeug im Umgang mit meinem Hund und natürlich auch in der Hundegruppe.[...]

Das Markersignal ist für meinen Hund zur Ankündigung für etwas Tolles. Vergleichbar mit einem Gehaltscheck bei uns Menschen. Und hey, wer freut sich darüber nicht? 

Mit dem Markersignal bringe ich meinem Hund freundliches Verhalten gegenüber anderen Hunden und Menschen bei, ich bringe ihm bei, an der Türe zu warten und nicht gleich hinaus zu stürmen. 

Der Handtouch

Der Handtouch ist für mich das absolute Multifunktions-Teil. 
Dabei berührt mein Hund mit der Nase meine Hand auf das Signal "Touch". 

Wir haben das so gut trainiert, dass mein Hund auch über weite Distanz zu mir gelaufen kommt um mit der Nase meine Hand zu berühren. 
Damit habe ich gleichzeitig auch noch einen Rückruf, ohne zu rufen. 😉 Durch die Hintertüre quasi. 

Den Handtouch verwende ich auch gerne, wenn mein Hund beispielsweise gerade etwas oder jemanden anstarrt und es für ihn schwer wird, sich komplett um zu drehen. 

Dann ist der Handtouch das Notsignal, dass mir die Türe ins Hundegehirn wieder öffnet. Je schwieriger die Situation für meinen Hund, desto leichter mache ich es ihm. 

Beim Handtouch halte ich also meine Hand näher an den Hundekopf, so dass mein Hund nur noch die Nase "schwenken" muss, um meine Hand zu berühren. 

Konnte er das tun, folgt das Markersignal und spätestens dann ist mein Hund wieder in meine Welt eingetaucht und kann klar denken. 

Das ist alles?

Ja. Das ist alles. Klar kann mein Hund sitzen.
Platz, Pfote geben und vieles mehr kann er dazu.

Im Alltag benutze ich aber tatsächlich die Umorientierung, das Markersignal und den Handtouch wirklich am meisten. Damit kommen wir gut durch fast alle Situationen. 


Fokussiere dich auf deine wichtigsten  Signale

Mir ging es oft so, dass ich vor lauter Dingen, die ich gerne trainieren will/soll/muss alles so ein bisschen aber nichts richtig gut trainiert hatte. 

Seit ich mich auf die drei wichtigsten Signale besinne kann ich diese gezielt verbessern und einsetzen. Das macht sich im Alltag deutlich bemerkbar. Besonders der Handtouch und die Umorientierung sitzen extrem gut, seit ich den Fokus darauf gelegt habe.

Das Markersignal ist ja ohnehin immer unser Begleiter und hat unser gemeinsames Training extrem verbessert. 

Wenn es dir auch so geht und ihr viele Signale so ein bisschen könnt, aber richtig bombig nichts, dann wird es Zeit für euren Fokus. Was hilft euch im Alltag am meisten?

Was sind deine 3 wichtigsten Signale? Ab in die Kommentare!


Silvester mit Hund: 3 Tipps für die Knaller-Tage

  • 28. Dezember 2017

Heutet startet der Verkauf von Feuerwerkskörpern und die Knallerei geht los.

Was du jetzt für deinen Hund bis Silvester und an Silvester tun kannst erfährst du in meiner Webinaraufzeichnung:


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Silvester mit Hund

Dir ist schon Angst und Bange vor dem nahenden Silvester weil dein Hund Panik vor Knallgeräuschen hat?

Was du jetzt noch tun kannst und wie du deinen Hund spielend auf Silvester im nächsten Jahr vorbereitest erfährst du im Silvester Notfall-Plan.

Sichere dir jetzt noch schnell die Unterstützung für deinen Hund:

Angst verstärken

Angst der Hunde verstärken durch Trösten?

  • 17. Dezember 2017

Was ist dran? Was schadet deinem Hund? Was hilft deinem Hund wenn er akut Angst und Panik hat?

„Wenn dein Hund Angst hat musst du das ignorieren und darfst ihn nicht trösten, sonst verstärkst du seine Angst und er wird immer mehr Angst haben.“

Was ist dran an der Angst, die Angst deines Hundes durch Trösten zu verstärken?

Dahinter steckt die Annahme, man könne Angst verstärken durch etwas Angenehmes wie Aufmerksamkeit von dir, durch tröstende Worte oder Kuscheln.

Angst ist eine überlebenswichtige Emotion

Nehmen wir an, draußen knallt es laut, dein Hund erschreckt sich furchtbar und flüchtet unter deine Beine. Dort zittert er furchtbar und traut sich lange Minuten nicht wieder vor. Diese Fluchtreaktion hat evolutionär gesehen Leben gerettet. Denn bei plötzlichen, extremen Geräuschen ist es erst mal sicherer, sich zu verstecken.

Die Reaktion auf plötzliche, laute und sehr intensive Geräusche ist evolutionär angeboren. Das Gehirn des Hundes reagiert quasi reflexiv mit Fluchtverhalten. Denn jedes „Nachdenken“ könnte bereits zu lange dauern und den Tod bedeuten.

Deshalb ist es evolutionär sinnvoll zu flüchten und sich in Sicherheit zu bringen wenn plötzliche laute Geräusche auftauchen.

Wenn dein Hund auf Knallgeräusche also mit Angst und Fluchtverhalten reagiert ist er erst einmal ein völlig normaler Hund mit einem funktionierenden Gehirn.

Angst ist eine sehr starke Emotion. Das kann jeder von uns glatt bejahen.

Wenn ich richtig Angst habe, fühlt sich das schrecklich an. Ich kann nicht mehr klar denken und verhalte mich dabei oft „eigenartig“.

Hunden geht es genauso. Das, was sie tun wenn sie Angst haben ist Folge der Angst: Verstecken, Zittern, Hecheln. Nichts davon tun sie absichtlich.

Silvester mit Hund

Panik vor Silvester? Schnell handeln!

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Nur bewusst gezeigtes Verhalten kann verstärkt werden

Wenn wir von Verstärkung sprechen, geht es um die vier Quadranten der operanten Konditionierung.

Man kann Verhalten entweder verstärken – dann wird der Hund es häufiger, länger oder intensiver zeigen. (Negative und positive Verstärkung)

Oder man bestraft Verhalten: Dann wird der Hund das Verhalten zukünftig seltener zeigen. (Negative und positive Strafe)

Wenn wir von Verstärken und Bestrafen sprechen geht also immer um das Verhalten, welches ein Hund zeigt.

Jedes Verhalten des Hundes hat eine Konsequenz für ihn - unabhängig davon ob wir als Menschen daran beteiligt sind oder nicht (Stichwort Umweltbelohnung, selbstbelohnendes Verhalten usw.)

Jedes Verhalten hat also mindestens eine dieser Konsequenzen zur Folge. Immer.

Das trifft auch auf unser menschliches Verhalten zu. Alles, was wir bewusst tun hat eine dieser Konsequenzen zur Folge:

Konsequenzen
Übrigens hängt es ganz vom Hund ab, was dieser als belohnend und was als strafend empfindet. Bei uns Menschen ist es ähnlich: Für den einen wirkt eine Stunde Joggen gehen belohnend, für den anderen wäre es die Höchststrafe.

Aber zurück zur Angst:

Angst ist eine Emotion. Natürlich erzeugt die Emotion bestimmte Verhaltensweisen (Flüchten, Zittern und Hecheln beispielsweise). Das Verhalten sucht sich der Hund aber in dieser Situation nicht bewusst heraus. Er kann sich aufgrund der starken Angst nicht anders verhalten. 

Wenn du also einen Hund hast, der extrem unter Silvester leidet, oder sich auch sonst einmal erschreckt und bei dir Schutz sucht, dann kannst du ihm den Schutz gewähren. Dadurch hilfst du ihm.

Hat dein Hund viele Ängste und reagiert häufig ängstlich wende dich bitte an einen guten, gewaltfrei und nach aktuell wissenschaftlichen Methoden arbeitenden Trainer der dich unterstützt.

Hunde mit vielen Ängsten haben eine sehr eingeschränkte Lebensqualität.

Angst macht krank. Und Angst zieht Kreise.

Zu den aktuellen Ängsten werden immer mehr dazu kommen wenn dein Hund keine Unterstützung bekommt. 
Die meisten Ängste können schnell gemildert werden und nehmen dir und deinem Hund eine Menge Stress! Also schau hin und handle! Angst muss nicht sein. 

Das Kuschelhormon

Gegen Angst und Stress hilft oftmals Körperkontakt wenn dein Hund diesen bei dir sucht. Körperkontakt sorgt für die Ausschüttung des „Kuschelhormons“ Oxytocin. Das Kuschelhormon hilft beim Abbau von Stresshormonen im Körper.

Eine unangenehme Emotion wie Angst kannst du also nicht verstärken indem du die Situation für deinen Hund angenehmer machst. Im Gegenteil. Dein Hund erfährt, dass du ihm hilfst und dass sich deine Nähe gut für ihn anfühlt. Du bietest deinem Hund durch Trösten „Social Support“.

Social Support bedeutet Unterstützung durch Gruppenmitglieder in stressenden Situationen. Durch körperliche Zuwendung können die Stresssymptome reduziert werden.

Du darfst deinem Hund also Schutz und Zuwendung bieten wenn ihm das hilft.

Es kommt dabei natürlich auf deinen Hund an. Was er als angenehm empfindet liegt ganz bei ihm.

Du wirst am besten wissen, was deinem Hund hilft und was er gut annehmen kann:

  • Leicht gestreichelt werden
  • Kontaktliegen 
  • Verstecken hinter/unter dir

Viele Hunde empfinden es als unangenehm wenn sie festgehalten werden. Schau also genau drauf was dein Hund gut findet und was nicht.

Sonst kann es tatsächlich passieren, dass du die Angst deines Hundes verschlimmerst.

Wie das?


Achtung: So verstärkst du die Angst trotzdem!

Wie du die Angst deines Hundes tatsächlich verstärken kannst?

Wenn dein Hund ohnehin Angst hat und du dich zusätzlich ungewohnt verhältst, kann es passieren, dass dein Hund in dieser Situation noch mehr Angst bekommt.

Bist du vielleicht sehr aufgeregt, streichelst deinen Hund ganz hektisch, hältst ihn fest weil du denkst, es beruhigt ihn obwohl er gerne flüchten möchte, du redest ganz gestresst auf ihn ein - was du sonst nie tust.

Alles was in diesen ohnehin gruseligen Situationen für deinen Hund zusätzlich anders ist als sonst kann den Stress noch erhöhen.

Das trifft übrigens auch auf Hilfsmittel zu, die eigentlich entspannen sollen.

Wenn du das Thundershirt also erst auspackst, während dein Hund bereits unter das Bett geflüchtet ist, wird es ihm nicht helfen. Deshalb ist es wichtig wirklich alle neuen Hilfsmittel mindestens einige Tage vor dem stressenden Ereignis mit etwas Angenehmem oder Entspannenden zu verbinden. 

Lege deinem Hund niemals in ängstigenden Situationen neue Hilfsmittel an die er nicht kennt. Das wird den Stress nur erhöhen.

Verhalte dich also „normal“ und biete ihm den Schutz den er haben möchte.

Mache deinen Hund bereits so früh wie möglich mit neuen Hilfsmitteln, Nahrungsergänzungsmitteln und Entspannungsutensilien vertraut. 

So kannst du deinem Hund ein wenig Unterstützung bieten. Als fürsorgliche Sozialpartner tut man sowas schließlich. 

Jetzt weißt du, dass du durch soziale Unterstützung die Angst deines Hundes nicht "belohnen" kannst.

Folge deinem Bauchgefühl und unterstütze ihn bestmöglich in schweren Zeiten. 


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Aufmerksamer Hund

Wie dein Hund dir mehr Aufmerksamkeit schenkt

  • 3. Dezember 2017

Vor ein paar Jahren - meine Hündin war damals etwa 10 Monate jung - waren Spaziergänge mit ihr echt frustrierend.

Warum das so war? 

Manchmal dachte ich, meine Hündin kann doch auch alleine gehen. Sie registriert ohnehin nicht ob ich da bin oder nicht. Und am anderen Ende der Leine störe ich nur wenn ich die Leine festhalte.
So wirklich viel Interaktion fand nicht statt. Zwar konnte ich sie ansprechen und mit etwas Glück hat sie auch darauf reagiert. Von sich aus hat sie mir jedoch so gut wie nie Aufmerksamkeit geschenkt. 

Ich hatte mich mit jemandem zum Gassigehen getroffen. Als wir bereits eine Weile unterwegs waren erklärte meine Gassibegleitung:

"Mensch, dein Hund ist ja überhaupt nicht aufmerksam und macht was er will. Du musst dich mal viel interessanter machen!"
Ha. 

Dass meine Hündin gerne mal in die Hundewelt abtaucht und "ihr Ding" macht fand ich nicht schlimm (im Gegenteil).

Mich wurmte es aber doch etwas, dass ein anderer Hundehalter mich darauf stieß, mein Hund sei mir gegenüber nicht aufmerksam und ich müsse mich interessanter machen damit sich das verbesserte.

Vor meinem inneren Auge lief ein Film ab in dem ich die Rolle eines Clowns spielte und mich hüpfend und bällewerfend über die Wege bewegte, damit mein Hund ständig aufmerksam ist. 

Muss ich für meinen Hund den Clown spielen?

Darauf hatte ich nun so gar keine Lust.

Ich wollte weder mit Quietsche-Stimme auf meinen Hund einflöten noch wollte ich einen Hund der mich ständig anhimmelt und mir nicht von der Seite weicht.

Aber ein bisschen öfter könnte sie schon mal nach mir gucken. Dachte ich so bei mir. 

Wie schaffe ich es, dass mein Hund von sich aus öfter mal registriert, dass ich ja auch noch da bin?

Der Tenor in den meisten Hundegruppen in sozialen Netzwerken lautet tatsächlich: "Du musst spannender sein als die Umwelt."

Puh. Das ist eine ganz schön große Aufgabe. Denn schließlich wartet in der Umwelt ja soviel auf unsere Hunde:

Interessante Schnüffelstellen, Artgenossen, verschiedene Untergründe, Mäuse, Vögel, Wild(spuren), andere Menschen, Fressbares und so weiter.

Und das sollte ich als Mensch alles überbieten? 

Die paar wenigen Versuche, die ich unternahm um Makeba bei Hundebegegnungen auf mich aufmerksam zu machen und dafür zu sorgen, dass sie auch weiter nach mir schaute während der andere Hund vorbei ging, waren gnadenlos zum Scheitern verurteilt. Kennst du das vielleicht auch?

Naja, wenn sie mich ohne große Ablenkung schon nicht anguckt, wie sollte das dann bei so großer Ablenkung funktionieren? 

Wie wird mein Hund aufmerksamer?

Mir war irgendwie klar, dass ich nicht um alles auf der Welt spannender als die Umwelt sein konnte. Von diesem riesigen Anspruch verabschiedete ich mich ziemlich schnell.

Aber wie kann ich es dann schaffen, dass ich doch mehr Aufmerksamkeit bekomme als bisher?

Das Gute ist: Niemand muss für seinen Hund spannender sein als die Umwelt. Du auch nicht. Aber:

Aufmerksamkeit m​uss sich lohnen!

Ich begann zunächst unterwegs darauf zu achten, ob Makeba mich tatsächlich NIE von sich aus anschaut oder ob es mir bisher vielleicht einfach nicht aufgefallen ist.

Gut. Die erste Zählung war sehr ernüchternd. Auf einer 30 minütigen Tour genoss ich ganze zwei mal ihre Aufmerksamkeit in Form "sie schaut ganz kurz in meine Richtung". 

Freiwillige Aufmerksamkeit belohnen

Die allererste Änderung bestand darin, dass ich die wenigen Male ihrer freiwilligen Aufmerksamkeit - und wenn sie nur zufällig in meine Richtung geguckt hat - irgendwie belohnt habe. 

Anfangs mit einem verbalen Lob, wenn sie in meiner Nähe war auch mal mit einem Keks. 

Das brachte mir innerhalb eines Spaziergangs schon mal eine 500% Steigerung der freiwilligen Aufmerksamkeit ein. Makeba guckte ganze 10 mal zu mir um ohne dass ich sie dazu aufforderte.

Da das Training ohne zusätzlichen Zeitaufwand möglich war, beschloss ich, das weiter auszubauen um zu sehen wie sich ihre Aufmerksamkeit weiter veränderte.

Makeba fand Futter damals zwar ganz ok, vom Hocker reißen konnte ich sie mit einem Stück Trockenfutter aber nicht gerade. 

Ich überlegte mir also, womit ich sie wirklich belohnen könnte wenn mir ihre Aufmerksamkeit wichtig war.

Bedürfnisorientierte Belohnung

​Die Futterbelohnungen variierte ich. Sowohl in Qualität des Futters (feuchtes Futter findet Makeba viel besser als Trockenfutter) als auch darin, wie ich sie damit belohnte testete ich Verschiedenes:

  • geworfene Belohnung wenn sie gerade Rennen wollte
  • verpackte Belohnung (Frühstückspapier)
  • kleine Futterstücke verstreut (Suchen, Stöbern)
  • Belohnung versteckt zur Suche

Je mehr ich mit meiner Belohnung Makebas aktuelle Stimmung aufgreifen konnte, desto begeisterter war sie.

Und wenn mein Hund kein Futter mag?

Futter ist nur eine Belohnungsart. Futter hat den Vorteil, dass man es schnell und in verschiedenen Varianten parat hat. Dazu sind die Belohnungsmöglichkeiten fast unendlich. 

Belohnung ist alles, was dein Hund gut findet. Je eher du das Bedürfnis deines Hundes triffst, desto belohnender wird er es empfinden. 

Er will gerade eigentlich Jagen gehen? Belohne ihn fürs "Nichtjagen" mit einem Jagdersatzspiel. 

Dein Hund macht gerne Tricks? Setze einen besonders tollen Trick als Belohnung ein.

Wenn sie "flitzig" ist und gerade viel herum rennt: Sie guckte kurz in meine Richtung, markierte ich diesen kurzen Blick mit dem Markersignal und belohnte sie mit einer gerollten oder geworfenen Belohnung.

Sie durfte also hinter einem guten Futterstück her rennen und es am Ende fressen - zwei Belohnungen auf einen Schlag.  

Dazu musste ich mich weder zum Affen machen noch herum quietschen. Deshalb verfolge ich diesen Ansatz heute noch. Nicht nur mit meinem eigenen Hund sondern auch im Dogwalking.

Gerade neue Hunde lernen sehr schnell, dass es sich lohnt, immer mal wieder in meine Richtung zu schauen.

So trainiere ich die freiwillige Aufmerksamkeit mit Hunden im Dogwalking:

Du musst nicht spannender als die Umwelt sein. Wenn dein Hund oft die Erfahrung macht dass du ihm genau das zu bieten hast, was er gerade ohnehin möchte wirst du automatisch immer wertvoller für deinen Hund.

Damit machst du es ihm sehr einfach, dich öfter mal im Auge zu behalten. Es könnte ja wieder ein tolles Spiel mit dir möglich sein oder bei dir findet ein Suchspiel für deinen Hund statt.

Mach` dir also nicht den Stress, unbedingt spannender als die Umwelt zu sein. Das ist nicht nötig. Und zum Clown machen musst du dich schon gar nicht. 
Es sei denn dein Hund und du finden es lustig. 😉

Du kennst jemanden, der auch mit der Aufmerksamkeit seines Hundes "zu tun" hat? 

Dann teile diesen Beitrag in deinem Netzwerk und zeige der Person wie sie einen aufmerksameren Hund bekommen kann.

Hund im Dunkeln

Hunde in der Dunkelheit

  • 7. November 2017

Schon wieder befinden wir uns mitten in der dunklen Jahreszeit. Seit der Umstellung auf Winterzeit bleibt abends nicht mehr viel Gelegenheit um bei Tageslicht mit dem Hund raus zu gehen.

Vielleicht gehörst du auch zu den Hundehalter_innen, die in der Dämmerung oder in der Nacht mit ihrem Hund vor die Türe müssen. 

Seid ihr hier bereits "alte Hasen" und dein Hund kennt die Dunkelheit? Prima. 

Möglicherweise fallen dir aber auch veränderte Verhaltensweisen bei deinem Hund auf. 

Silvester mit Hund

Dir ist schon Angst und Bange vor dem nahenden Silvester weil dein Hund Panik vor Knallgeräuschen hat?

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Dunkelheit = anderer Hund?

Möglicherweise hatte dein Hund bisher nie Probleme mit Joggern und plötzlich wird der Jogger auf der Abend-Runde verbellt, die Rückenhaare deines Hundes stellen sich auf und du erkennst deinen Hund fast nicht wieder?

Einige Hunde reagieren in der Dämmerung oder im Dunkeln extremer auf kontrastreiche Objekte und Bewegungen. 

Hast du dich schon mal gefragt, wie dein Hund immer die Mäuse findet? Er erstarrt plötzlich am Wegesrand und fixiert eine bestimmte Stelle wobei du noch nicht mal das Wackeln eines Grashalms wahrgenommen hast.

Das liegt daran, dass Hunde bereits kleinste Bewegungen viel besser wahrnehmen als wir Menschen. Dazu verfügen Hunde über ein ca. 240 Grad Sichtfeld (zum Vergleich: unser menschliches Sichtfeld beträgt nur etwa 180 - 200 Grad.  Sie können also in einem größeren Bereich Bewegungen wahrnehmen als wir.


Warum Rehe erstarren

Wenn Rehe mögliche Gefahren wahrnehmen bleiben sie sofort bewegungslos stehen. Das steigert ihre Überlebenschancen, denn Beutegreifer wie Hunde können sie so bewegungslos kaum wahrnehmen.
Sofern das Reh nicht in unmittelbarer Nähe zum Hund steht ist diese Strategie erfolgsversprechend, denn Hunde sind verhältnismäßig kurzsichtig. 
Sobald sich das Reh aber bewegt beginnt unter Umständen die Verfolgungsjagd. Denn trotz des schlechten "Scharfsehens" nehmen Hunde kleinste Bewegungen auch auf größere Entfernung sehr gut wahr. 

Das Auge unserer Hunde

Das hundliche Auge ist darauf spezialisiert, kleinste Bewegungen wahrzunehmen. Über diese Fähigkeit verfügen sie ebenfalls in der Dämmerung.

Vielleicht ist dir schon mal aufgefallen, dass Hundeaugen leicht reflektieren, ähnlich wie Katzenaugen wenn sie angeleuchtet werden. Das "Feature", welches im Auge des Hundes für besseres Dämmerungssehen sorgt ist das tapetum lucidum (ich übersetze mal laienhaft mit "leuchtende Tapete"). Das hilft Hunden, Kontraste (hell/dunkel und bewegt/unbewegt) auch bei spärlichem Licht deutlich wahrzunehmen.


Im Farbsehen sind die Augen unserer Hunde nicht so gut. Sie nehmen Gelb- und Blautöne sehr gut wahr, grün und rot jedoch werden als grau/braun wahrgenommen. 

Hunde sind nahezu rot-grünblind.

Dinge in Blau und Gelb kann dein Hund viel besser wahrnehmen als rote oder grüne Gegenstände. Vielleicht wird das nächste Spielzeug blau? 

Ein roter Ball auf einer grünen Wiese ist deshalb eher eine Herausforderung für die Nase des Hundes - mit seinem Sehsinn wird er hier nicht weit kommen.

Was bedeutet das für die abendliche Gassitour?

Die Wahrnehmung deines Hundes verändert sich im Dunkeln. Bewegungen werden "krasser" wahrgenommen. Dabei kann die "Alarmbereitschaft" deines Hundes ansteigen und er findet bewegte Dinge erst einmal potenziell gefährlich. 
Auch wenn Jogger/Mülltonnen und anderes im Hellen für deinen Hund völlig uninteressant sind, kann er bei Dunkelheit hier Unsicherheiten entwickeln. 
Das liegt hauptsächlich an der veränderten Wahrnehmung bei Nacht. 


Das kannst du tun um auch im Dunkeln entspannt mit deinem Hund unterwegs zu sein:

  • Beobachte deinen Hund gut  sobald er etwas wahrnimmt - frühzeitig ruhig loben und anschließend ggf. für mehr Abstand zum "gruseligen Etwas" sorgen
  • lasse deinen Hund bei Dunkelheit immer angeleint und gut gesichert
  • Hast du bereits ein Markersignal aufgebaut? Dann arbeite mit Click für Blick beim ersten Wahrnehmen eines potentiell gruseligen Reizes und belohne auch mit mehr Abstand 
  • lightbulb-o
    Sorge für zusätzliche Beleuchtung: Trage eine Stirnlampe
  • lightbulb-o
    Statte deinen Hund mit gut sichtbaren Utensilien aus (z.B. Leuchthalsband)

Ist dein Hund im Dunkeln anhaltend gestresst und reagiert er immer heftiger?

Dann ist erst einmal Management gefragt. Verlege die Hauptgassistrecke wenn möglich ins Helle oder in beleuchtete Gebiete. Teste, ob dein Hund entspannter laufen kann wenn du z.B. eine Stirnlampe trägst.

Hast du einen Garten oder gibt es einen kleinen Grünstreifen in der Nähe eures Zuhauses? Prima, dann suche bei Dunkelheit diesen Grünstreifen nur für das nötigste Geschäft deines Hundes auf und gehe mit ihm anschließend wieder in die sichere Wohnung. 

Eine entspannte Winterzeit wünsche ich dir und deinem Hund.

Dein Erik

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Trennungsstress

Trennungsstress – Wenn der Hund nicht alleine bleiben kann

  • 4. November 2017

Trennungsstress ist eine riesige Belastung - nicht nur für den Hund - sondern oft auch für uns Hundehalter​. Wenn der Hund nicht gut alleine bleiben kann und leidet stehen wir häufig hilflos da. 

Manchmal kann man seinen Hund einfach nicht mitnehmen und er ist zuhause besser aufgehoben als etwa beim Arzt oder im Auto vor dem Supermarkt.

Kann dein Hund gut alleine bleiben? Prima. Das ist Gold wert!

Was aber, wenn nicht?

Kommt dir Einiges davon bekannt vor?

Wenn dein Hund alleine zuhause war

  • berichten deine Nachbarn, dass dein Hund viel gebellt oder geheult hat
  • findest du ein zerlegtes Sofa oder zerstörte Tischbeine vor
  • hat dein Hund die Türe zerkratzt
  • findest du eine Pfütze in der Wohnung

Wenn einer dieser Punkte auftritt besteht meist kein Zweifel, dass der Hund Probleme mit dem Alleinesein hat. Denn eine zerstörte Wohnungseinrichtung fällt schnell auf.

Allerdings gibt es auch die Hunde, die still vor sich hin leiden und es womöglich nie entdeckt wird, dass sie eigentlich Trennungsstress haben. 

Was ist Trennungsstress?

Wenn ich mal so darüber nachdenke ist es verwunderlich, dass viele Hunde scheinbar kein Problem mit dem Alleinebleiben haben. Warum ich das denke?

Im Alltag wünschen wir uns eigentlich ständig, dass unsere Hunde auf uns achten, auf jedes unserer Signale reagieren und sich an uns orientieren. 

Wir sind für unsere Hunde zudem elementar wichtig weil wir Nahrung (sprich den gefüllten Futternapf) beschaffen und für Sicherheit und Erfüllung der notwendigen Bedürfnisse des Hundes sorgen.

Und plötzlich muss der Hund ohne uns klar kommen. Wir gehen, lassen ihn alleine in der Wohnung. Auch wenn ich meinem Hund sagen würde "In zwei Stunden bin ich wieder da!" - er versteht das natürlich nicht.

Nachdem der wichtige Mensch, der Bindungspartner also weg ist, hat der Hund keine Ahnung, wie er sich alleine wohl fühlen kann. Der Sicherheitsfaktor Mensch, der Bindungspartner ist verschwunden. Der Hund weiß nicht ob und wann der Mensch wieder kommt. Das macht Stress. Und Stress tut weh. 

Hunde die Trennungsstress haben leiden tatsächlich auch körperlich.

Was ist Trennungsstress nicht?

Ganz wichtig, wirklich ganz wichtig: Hunde, die Trennungsstress haben und dadurch vielleicht die Wohnung umdekorieren tun das nicht um zu protestieren oder uns zu ärgern.

Sie suchen ein Ventil um mit ihrem Stress fertig zu werden und haben noch keinen adäquaten Weg gelernt.

Warum mir das wichtig ist?
Wann immer Begriffe wie "Protest", "Kontrolle" oder "Respekt" in Verbindung mit Hundeerziehung fallen löst das häufig Ärger über den Vierbeiner aus.

Damit verbauen wir uns und unserem Hund eine Entspannung der Situation. Denn meistens kommen dann "Empfehlungen" auf den Tisch wie:

  • "Du musst ihn ignorieren und darfst nicht reinkommen solange er bellt!"
  • "Du musst ihm seinen Rang klar machen!"
  • "Er kontrolliert dich und das darfst du nicht zulassen!"
  • "Du musst ihn mit der Nase in seine Hinterlassenschaft tunken!"

Wann immer du so etwas hörst oder liest: Überhöre es! 

Solche Empfehlungen sind lange veraltet und haben im fairen Umgang mit Hunden nichts zu suchen. Der einzige Lerneffekt den ein Hund davon hat, ist, dass sein Mensch unberechenbar und zeitweilig gruselig ist. Das sorgt also nur für mehr Stress. Und den können wir nun gar nicht brauchen.
 
Du weißt jetzt, dass Trennungsstress wirklich Stress für deinen Hund ist und er sich das nicht raussucht. 

Du musst dir also keine Sorgen machen, dass dein Vierbeiner dich nicht "ernst" nimmt oder dich bösartig kontrollieren will.
Im Gegenteil, wenn dein Hund Trennungsstress hat bist du ihm so wichtig, dass er nicht weiß, wie er sich ohne dich wohlfühlen kann. 

Das Gute daran: Dein Hund kann lernen, sich auch alleine besser zu entspannen.

Dein Hund kann schlecht entspannen? 

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Was du tun kannst

Geht es um das Training von Trennungsstress ist es im Prinzip ähnlich wie bei fast jedem Training:

Der Hund braucht ein Alternativverhalten. Er muss wissen, was er tun kann, wenn seine Bezugsperson nicht verfügbar ist.

Das Alternativverhalten ist dabei aber nicht ein "Platz und Bleib" bis der Mensch wieder da ist. Würde sich der Hund dabei besser fühlen? Eher nicht. Abgesehen davon ist es auch nicht praktikabel, da nie "kontrolliert" werden kann, ob der Hund dann tatsächlich im Platz bleibt. Ganz zu schweigen von der Abartigkeit, den Hund möglicherweise stundenlang im Platz liegen zu lassen.

Entspannung

Das Gegenteil von Stress ist Entspannung. Durch Training lernt dein Hund sich auch zu entspannen wenn du nicht da bist. 

Dabei hilft eine tolle Sicherheits- oder Entspannungszone.
Das ist ein Bereich in der Wohnung/im Haus, an dem sich dein Hund wohl fühlt. Der Bereich darf ruhig aus mehr als nur einem Körbchen bestehen. Vielleicht liegt dort eine kuschelige Decke neben dem Körbchen, oder es steht eine offene Hundebox in der Zone, in die sich dein Hund gerne freiwillig zurück zieht.
In der Entspannungszone passieren nur angenehme Dinge für deinen Hund. Er findet hier öfter mal tolle Kauteile, vielleicht ein Eierkarton voller Kekse, ein gefüllter Kong oder er bekommt eine Massage von dir während er dort liegt. 

Durch eine Entspannungszone lernt der Hund, dass er sich auch ohne dich gut fühlen kann. Die Entspannungszone wird durch Training zu einem Ort, den dein Hund aufsuchen kann wenn du nicht da bist. 

Hilfreich ist es, wenn die Zone abgetrennt werden kann. So lernt dein Hund, dass er dir nicht immer folgen kann. Er bekommt aber gleichzeitig eine Alternative mit der er sich ebenfalls wohl fühlen kann. Durch kleinschrittiges Training kann dein Hund lernen, dass er auch ohne dich immer länger klar kommt.

Ganz wichtig: Dein Hund darf außerhalb der Trainingssituationen nicht alleine gelassen werden. Wenn er immer wieder die Stresssituation erlebt kann er nichts Neues lernen und du sabotierst dein Training. 
Es lohnt sich, für die Zeit des Trainings eine alternative Betreuung zu organisieren. 

Erwartungssicherheit

Neben Entspannung spielt auch die Erwartungssicherheit eine große Rolle. Mit Erwartungssicherheit ist gemeint, dass der Hund ein eindeutiges Signal lernt, wann seine Bezugsperson nicht zur Verfügung steht. Quasi eine "Ignorierzeit". Allerdings ist ignorieren nur dann sinnvoll, wenn der Hund auch weiß, was er stattdessen tun kann. Deshalb ist die Entspannungszone so wichtig. 

Während des Trainings lernt der Hund durch ein bestimmtes Signal, dass seine Bezugsperson jetzt nicht zur Verfügung steht. Anfangs hält sich die Bezugsperson noch im selben Raum auf, ein neues Signal wird etabliert und der Hund für eine kurze Zeit nicht beachtet. Diese Zeitdauer wird im Verlauf ausgedehnt bei Anwesenheit der Bezugsperson. Kann dein Hund diese Situation entspannt erleben ist der nächste Schritt, dass du als Bezugsperson nach dem Signal den Raum kurz verlässt und dein Hund dir nicht folgen kann. 
Kann dein Hund dabei auch entspannt in seiner Zone bleiben, dehnst du hier zunächst die Zeitdauer aus. Geht das auch über längere Zeit gut kannst du im nächsten Schritt tatsächlich kurz die Wohnung verlassen. 

Das Training an Trennungsstress ist für dich einfacher als es sich hier liest.

Wichtig ist: Du brauchst einen guten Plan und die Möglichkeit vorübergehend sicher zu stellen dass dein Hund nicht alleine sein muss.

Wenn du dabei Unterstützung benötigst kontaktiere mich oder eine_n gewaltfrei arbeitende_n Trainer_in.
Gerne bin ich bei der Suche danach behilflich und kann dir Adresse zu mir persönlich bekannten Trainern schicken.

Alles Gute für dich und deinen Vierbeiner!

Bis bald,

dein Erik 




Welpe bellt

„Hilfe! Mein Welpe bellt alles an!“

  • 22. Oktober 2017

Viele Welpenbesitzer berichten, dass ihr Welpe auf dem Spaziergang "alles anbellt".
Auf Nachfrage, was der Welpe denn anbellt bekomme ich häufig zur Antwort - Der Welpe bellt: 

  • fremde Menschen auf der Straße
  • Autos/Motorräder
  • andere Hunde
  • Rollstühle
  • Postboten
  • und vieles mehr an

Weshalb bellen viele Welpen Dinge an?

Bellen hat häufig etwas mit großer Aufregung zu tun. Große Aufregung entsteht etwa durch Furcht vor (für den Hund) komischen Dingen. Gerade bei Welpen in jungem Alter kann es zu einer Phase kommen, in der viele Dinge potenziell gefährlich sind und zu einer entsprechenden Reaktion - meistens Bellen - führen.

Wenn dein Welpe etwas anbellt will er dich also nicht ärgern sondern er wird in den meisten Fällen etwas bestimmtes ziemlich gruselig finden.

Beobachte mal, in welchen Situationen dein Welpe bellt:
Wenn jemand direkt auf euch zu kommt? Viele Welpen und auch erwachsene Hunde finden es bedrohlich, wenn jemand direkt auf sie zu kommt. Da Welpen häufig ja besonders süß aussehen kann es sein, dass Menschen die Welpen dabei direkt anschauen. Das wirkt in Verbindung mit der direkten Annäherung für viele Welpen und Hunde extrem bedrohlich. Als Folge auf diese Bedrohung beginnen viele Welpen und Hunde zu bellen. 

Eine neue Situation sorgt IMMER für mehr Erregung. Eine neue Situation für deinen Hund kann entweder toll oder aber bedrohlich sein. 

Plötzliche Dinge tauchen auf

Tauchen plötzlich Menschen, Hunde oder Fahrzeuge auf ist es normal, wenn Hunde mit Angst oder Schreckreaktionen reagieren. Hunde reagieren quasi automatisch auf plötzliche Reize, die sich in der Umwelt verändern. Das dient dazu, dass jedes fremde, neue und plötzlich auftretende Ding potentiell gefährlich ist und deshalb erst einmal erhöhte Wachsamkeit auslöst.

Die erste Schreckreaktion kannst du hierbei gar nicht verhindern. Du kannst aber daran arbeiten, wie dein Hund weiter reagiert. 

Was will dein Hund mit dem Bellen erreichen?

Ganz oft ist Bellen ein "Alarmsignal". Der Welpe findet: Da ist etwas komisch. Dazu spielt die erhöhte Aufregung eine Rolle. Viele Hunde reagieren bei Aufregung mit Bellen. 

Bellen kann auch ein Versuch sein, das Gegenüber zu vertreiben. Etwas, was bedrohlich erscheint, zunächst "gemeldet" mit einem verhaltenen "Wuff". Wenn sich das bedrohliche "Etwas" weiter nähert wird sich das Bellen sehr steigern, denn dann versucht der Welpe, das Bedrohliche auf Abstand zu halten und zu vertreiben. Wenn wir mit unserem Welpen dann weiter auf das Bedrohliche zu gehen oder das Bedrohliche tatsächlich weiter auf den Welpen zu kommt, wird das sein Bellen und seine Aufregung sicher steigern. 

Es ist also nicht zielführend, wenn du versuchst, deinen Welpen "selbstbewusst" durch die Situation zu ziehen. Du musst auch nicht versuchen, alleine mit deinem selbstbewussten Auftreten deinem Welpen mehr Sicherheit zu vermitteln. Das funktioniert nicht und das musst du nicht persönlich nehmen. Du kannst noch so selbstbewusst sein, deinem Hund hilft es nicht wenn da etwas kommt was ER gruselig findet.
Schimpfen wird dir auch nicht helfen, denn dein Hund hat vermutlich Angst oder er ist so aufgeregt, dass er sich nicht anders zu helfen weiß.
Was also kannst du tun?

Was kannst du tun, damit dein Hund neue Dinge entspannt erlebt?

Achte genau darauf, wenn dein Hund etwas wahrnimmt und kurz "stockt". Das ist der Moment, in dem du deinen Welpen loben kannst und vielleicht mit einem Keks belohnst.

Wofür, fragst du dich?
Ganz einfach: Damit kannst du den ersten Schreck etwas abmildern und dein Welpe lernt, dass komische Dinge zunächst einmal was Gutes von deiner Seite aus bedeuten. Wenn du bereits ein Markersignal kennst, dann kannst du das genau dort einsetzen, wenn dein Hund etwas erblickt, was er normalerweise anbellt.

Dazu solltest du genau schauen, ob dein Hund vielleicht lieber etwas mehr Abstand haben möchte. 

Mach' langsam, gehe etwas mit deinem Welpen auf die Seite. Belohne ihn für ruhiges Schauen unbedingt. Lass' ihn hinschauen. Etwas, was man gruselig findet, hat man am liebsten im Blick, damit man sehen kann, wo das Gruselige hin geht.

Bringe deinem Welpen bei, was er tun kann wenn etwas Gruseliges auftaucht!

Damit dein Hund weiß, was er tun kann wenn er sich unwohl fühlt kannst du deinem Welpen zuhause in Ruhe ein neues Signal beibringen. 
Das könnte zum Beispiel ein Handtouch sein. Damit kannst du deinen Welpen in vielen Situationen leicht an bestimmte Stellen bugsieren und ihm eine einfache Aufgabe geben.

Dein Welpe zieht ständig an der Leine

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Kurz und knapp:

  • star-o
    Erster Blick deines Welpen zum "Auslöser"  ruhig belohnen 
  • star-o
    Slow down und sorge für soviel Abstand, dass dein Welpe ruhig schauen kann
  • star-o
    Belohne deinen Hund erst, wenn er kurz hingeschaut hat
  • star-o
    Bringe deinem Welpen bei, was er statt Bellen tun kann
  • star-o
    Sorge nach aufregenden Situationen für genügend Entspannung zuhause

Nun weißt du, woher das Bellen kommt und was du dagegen tun kannst. 

Wenn du Fragen hast, schreibe mir gerne eine Nachricht an erik@der-dogwalker.de.

Kennst du bereits unsere Facebook-Gruppe AlltagsHunde? Hier besprechen wir alle möglichen Fragen rund um den Alltag mit deinem Hund.